Vorsitzende PiT-Togohilfe e.V., Margret Kopp, eröffnete mit zahlreichen Gästen eine aufsehenerregende Ausstellung "Entwicklungsland D" 

"Eine Ausstellung zum Wundern, verstehen, aktiv werden"

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Die Vorsitzende der PiT-Togohilfe e. V., Margret Kopp (5. v. li.), freute sich über die zahlreichen Besucher, die zur Eröffnungsveranstaltung kamen, unter ihnen Dr. Alexander Fonari, Vorsitzender von Eine Welt Netzwerk Bayern e. V. (li.) und die ehemalige stellvertretende Landrätin Gisela Schneid (4. v. re.).

Maisach – „Wir haben jetzt einen Zweitwagen. Den braucht meine Frau zum Shopping und für die Kinder.“ Die Aussage, die bei uns als ganz normal hingenommen wird, wirkt dagegen bei Joseph Kabui, einem Ureinwohner aus dem Regenwald von Neu-Guinea, absurd. Die eigene Lebensnormalität in Frage stellen und dabei zugleich gründlich irritieren – das bewirkt die Ausstellung „Entwicklungsland D“, die vom 14. Juli bis 27. Juli im Togohaus in der Hauptstraße 1 in Maisach besichtigt werden kann.

Schon der provozierende Titel der Ausstellung mit seinen irritierenden Fotos macht auf die Paradoxie aufmerksam: Entwicklungsländer, das sind eben heute nicht mehr die Länder der sogenannten Dritten Welt, sondern in zunehmendem Maße die reichen Länder des Nordens mit ihren weder ökologisch noch sozial zukunftsfähigen Lebens- und Produktionsweisen. „Eine Ausstellung zum Wundern, verstehen, aktiv werden“, sagte Margret Kopp von der PiT-Togohilfe e. V. bei der Eröffnung am 13. Juli. Die Ausstellung, von der auch Landrat Thomas Karmasin angetan ist und der die Schirmherrschaft übernommen hat, soll Denkanstöße geben. Sie gibt keine Anweisungen für ein „besseres Leben.“ Aber sie regt nachhaltig dazu an, darüber nachzudenken. 

„Zuerst wundert man sich. Dann, bei näherer Betrachtung der Fotos, gerät man ins Nachdenken und zum Schluss kommt einem vielleicht der Gedanke, sich aktiv einzubringen“, erklärte Kopp. Auf den Plakaten sind Menschen aus unterschiedlichen Ländern mit einer Aussage abgelichtet, die einfach nicht in ihre Lebenswelt passt, sondern in unsere. Das ist das irritierende und zugleich provozierende. Margret Kopp hofft, dass die Besucher zum Nachdenken angeregt werden und dass bis zum Ende der Ausstellung der ein oder andere Besucher vielleicht das ein oder andere Objekt zu einem der acht Themenstationen vorbeibringt. Besonders hofft Kopp auf die Unterstützung durch Schulklassen, Jugendgruppen oder einzelne Kinder und Jugendliche. Die Objekte sollen vor den Plakaten mit den unterschiedlichen Themen aufgebaut werden, um die Botschaft und den Inhalt der Station noch deutlicher darzustellen. 

Am Ende der Ausstellung werden die besten Gestaltungsideen prämiert. Margret Kopp wies bei der Begrüßung auf die sich immer weiter ausbreitende Armut auf der Welt und der Flucht der Menschen in eine bessere Welt hin. „So hoch können wir die Zäune gar nicht ziehen“, sagte sie und meinte, dass dieses Problem alle angehe. Sie dankte den Unterstützern der Ausstellung, Dr. Alexander Fonari, Vorsitzender des Eine Welt Netzwerk Bayern e. V., Maisachs Bürgermeister Hans Seidel, Ingrid Götzendörfer vom Kreisjugendring und Erich Holter von der Sparkasse Fürstenfeldbruck. Maisachs Bürgermeister Hans Seidel haben die Plakate zum Nachdenken angeregt und berührt, vor allem, die Erkenntnis, was bei uns selbstverständlich ist, in den Dritte-Welt-Ländern aber nicht. Dr. Fonari stellte bei seinem Grußwort die Arbeit und die Ziele des „Eine Welt Netzwerkes Bayern“ vor und prangerte die ausbeuterische Kinderarbeit in vielen Ländern an. Die Ausstellung solle zu einem Perspektivenwechsel beitragen. Deutschland müsse sich ökonomisch, ökologisch und sozial weiterentwickeln. Dabei sollten die Menschen ihre eigenen Ansprüche und ihr Konsumverhalten hinterfragen, so Dr. Fonari, der für Produkte aus Fairem Handel (Fair Trade) plädierte. 

Am Ende überreichte er Bürgermeister Seidel einen Fairtrade-Fußball der Firma Puma, die sich an der Eine Welt Aktion „Bayern spielt fair“ beteiligt. Den Fußball wird Seidel der Grundschule Maisach schenken.

Dieter Metzler

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