Die Verbände haben zur bundesweiten Aktion "5 vor 12" aufgerufen

Abgewürgt? Erneuerbare Energieerzeuger in Sorge

von links: Helene Barth (Fachverband Biogas), Manfred Scherer und Josef Schmid (Bioenergie Luttenwang GbR), Kreisräte Gottfried Obermair und Jakob Drexler von Ziel 21 beim „symbolischen Abschalten der Biogasanlage“

 Luttenwang - „Die Branche wird abgewürgt“ – diese Sorge treibt derzeit die Erneuerbaren Energien um. Deshalb haben die Verbände zur bundesweiten Aktion „5 vor 12!“ aufgerufen. In Luttenwang trafen sich deshalb bei der Biogasanlage Schmid Biogas GbR u. a. Biogasanlagenbetreiber, Vertreter von Ziel 21, Firmenvertreter und Vertreter der Biowärme Luttenwang GbR um auf Gefahren der Reformen des EEG (Energie-Einspeisegesetzes) aufmerksam zu machen. Den über 100 Besuchern der Veranstaltung stellte der Biogas-Anlagenbetreiber Josef Schmid den Werdegang seiner Biogasanlage vor und zeigte deutlich auf, was es bedeutet, wenn in der derzeitigen Novellierung des Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) keine Anschlussregelung für bestehende Biogasanlagen verankert wird.

Es bestehe die große Gefahr, so Schmid weiter, wenn die gesetzliche Vergütung ausläuft, dass erste Anlagen ab 2021 nicht mehr betrieben werden, da dann zu einem Börsenstrompreis produziert werden müssen, was jedoch bei EE-Strom unmöglich ist. Wichtig sei auch zu erwähnen, so Schmid, dass in Luttenwang inzwischen 50 Haushalte mit Wärme durch die Biogasanlage versorgt werden. Mit diesem Konzept werden um die 110.000 Liter Heizöl im Jahr eingespart, was wiederum dazu führt, dass ein Ausstoß von 350 Tonnen Kohlendioxid vermieden wird.

Anlagenstilllegung, so die Kreisräte und Ziel 21 Mitglieder Gottfried Obermair und Jakob Drexler, würde auch bedeuten, dass das Ziel, den Landkreis Fürstenfeldbruck bis 2030 vollständig mit erneuerbaren Energien zu versorgen, in weite Ferne rücken würde. Beide bekräftigen, dass besonders die Speicherfähigkeit von Biogas eine besonders hohe Bedeutung bei der Energiewende beigemessen werden muss. Frau Helene Barth vom Fachverband Biogas e.V. rief die Anwesenden auf, nicht nachzulassen in ihrem Kampf für die Erneuerbaren Energien. Sie verwies darauf, dass sich insbesondere die Biogastechnologie zum Exportschlager entwickelt hat, aber in Deutschland politisch nicht mehr gewollt ist. „Sollte sich an dem bisherigen Entwurf des EEG nichts mehr ändern“ so die Vertreterin vom Fachverband Biogas, „ist zu befürchten, dass das Know-How ins Ausland abwandern wird und die Wertschöpfung eben nicht mehr in der Region bleibt“.

 

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