Ernte-Pressefahrt mit dem Bayerischen Bauernverband im Landkreis FFB – Rückläufige Betriebsflächen, aber steigende Ausbildungszahlen

BBV-Kreisobmann Joh. Drexl, Jakob Neumair, Kreisbäuerin Gabi Waldleitner und Pflanzenbauberater Albert Höcherl im Soja-Feld.

Die alljährliche Erntepressefahrt in Zusammenarbeit mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten fand in Lindach und mit dem Betrieb Jakob Neumair statt. BBV-Obmann Johann Drexl wählte einen nach heutigen Maßstäben mit nur 18 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche eher kleinerem Erzeuger-Betrieb.

Jakob Neumair verwendet seine gesamte Anbaufläche zur Futtererzeugung für seine 2.500 Legehennen: 5 ha Winterweizen, 2 ha Hafer, 1 ha Erbsen, 4 ha Körnermais und 5 ha Soja. Woraus er unter Hinzufügung von Steinmehl ein vitamin- und abwechslungsreiches Menü für sein Federvieh mixt. Seit 20 Jahren führt er den kleinen Betrieb, den er zusammen mit seiner Ehefrau bewirtschaftet und „der eigentlich von der Größe her eher ein Zu-Erwerb ist.“ Die alternative Hühnerhaltung in über-schaubarer Größe und „mit einer vernünftigen Preisgestaltung“ erlauben es aber, damit über die Runden zu kommen - und ein-schließlich der selbstgeschlachteten Hennen über das ganze Jahr beschäftigt zu sein. BBV-Obmann Johann Drexl informierte an der im Vegetationsverlauf gutstehenden Soja-Anbaufläche von Neumair über die Vorzüge dieser „Leguminose“ - zu denen auch Erbsen, Ackerbohnen und Klee gehören - als starken Eiweißträger und Stickstoffsammler. Angebaut wird Soja im Landkreis FFB auf derzeit 125 Hektar und geerntet zwischen Ende September und Mitte Oktober. Von den aktuell insgesamt 22.000 ha landwirtschaftlicher Anbaufläche im Landkreis entfallen rund 5300 ha auf Winter- und Sommerweizen, 4600 ha auf Mais und 2800 ha auf Winter- und Sommergerste. Zusammen verlieren die Getreideandbauflächen im Landkreis jedoch in 2011 gegenüber dem Vorjahr fast 300 ha. Der Pflanzenbauberater Albert Höcherl resümierte die Witterungseinflüsse in 2011 („Die Sonne besteht nicht nur aus Wärme sondern auch aus Strahlen!“) im entscheidenden Fruchtzeitraum ab April: Die erforderlichen Niederschläge wären gerade noch rechtzeitig ab Mitte Mai gekommen. Zwar hätte es Anfang Juni einen heftigen Hagelschlag im Landkreis gegeben, die besonders betroffenen Mais-Kulturen hätten sich aber erstaunlicherweise inzwischen gut davon erholt. Gegenüber ersten Vermutungen lägen die Ausfälle unter 10 Prozent. Der Raps hatte 2011 mehr mit Schädlingen zu kämpfen und litt unter der anfänglichen Trockenheit. Auch der Weizen dürfte aufgrund von Pilzbefall unter dem Ertrag von 2010 liegen. Dennoch bezeichnete Höcherl die Ernteaussichten für 2011 als „nicht ungünstig“. Das Beste fürs Getreide sei jetzt richtig schönes Sommersonnenwetter. Das in Sichtweite von Puch liegende große Weizenfeld von Jakob Neumair habe durch nachwachsende, noch feuchte Triebe als „Nachschuß“ demnächst ein kostenförderndes Trocknungsproblem. In Bayern verringerten sich die Anbauflächen in 2011 bei Getreide gegenüber dem Durchschnittswert 2004-2010 um 4,4% oder 47.712 ha, bei Winterraps um erhebliche 20,9% oder 33.022 ha. Seit 1970 wurden der bayerischen Landwirtschaft 500.000 Hektar entzogen. Das entspricht der landwirtschaftlichen Nutzfläche Niederbayerns. BBV-Kreisobmann Johann Drexl sieht bei rückläufigen Betriebsflächen und steigenden Ausbildungszahlen in der Landwirtschaft ein Paradoxum.

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