Kinderhilfe Afghanistan zu Gast in FFB -  Annette Erös hielt Vortrag in der Brucker Realschule

"Eine Reise nach Afghanistan"

+
Annette Erös referierte in der Brucker Reaschule über das Leben in Afghanistan

Fürstenfeldbruck - Im Rahmen eines Länderprojekts der Ferdinand-von-Miller-Realschule am 25. und 26. Juli, brachten die einzelnen Klassen den Mitschülern und Eltern verschiedene Länder nahe. Darunter war auch Afghanistan und vor allem die Frage, wie Kinder und Jugendliche dort leben. Annette Erös von der ,,Kinderhilfe Afghanistan" berichtete allen Interessierten von ihren Erfahrungen und den Projekten vor Ort.

Auf kindgerechte Weise unternahm sie mit den Schülern ,,eine Reise nach Afghanistan" wie sie den Vortrag nannte. Auf die Frage von Annette Erös, was die Schüler mit Afghanistan verbinden, fielen Begriffe wie Krieg, Armut, große Kälte, große Wärme. ,,Es ist ein Land der Extreme mit hohen Bergen im Norden und einer Wüste im Westen", berichtet die Afghanistan-Kennerin. Temperaturunterschiede von über 100 Grad C seien dabei völlig nornal. Auf der Leinwand ist die wunderschöne Landschaft des ca. 6000 km entfernten Afghanistans zu bewundern, das die meisten nur aus Kriegsberichten kennen. Dennoch war es einst ein sehr friedliches Land und erlebte im 20. Jahrhundert das goldene Zeitalter.

 ,,Die letzten beiden Jahrhunderte wurde Afghanistan von Königen regiert, die sich für Bildung stark gemacht haben und wo  sogar Frauen Professorinnen werden konnten", so Annette Erös. Es wurde ein sehr friedlicher Islam gelebt, verschiedene Religionen existierten nebeneinander. Auf sehr anschauliche Weise beschreibt sie das Leben einer typischen afghanischen Familie auf dem Land: Zwischen 50 und 80 Personen leben als Familie auf einem Bauernhof - alle Verwandten, Kinder und Kindeskinder. Ihre Schlafplätze haben sie in kleinen Lehmhütten. Im Innenhof des Gehöfts befinden sich die Küche, gemeinsame Essensplätze und die Tiere. An Terrassenfeldern pflanzen die Afghanen Reis an, das Wasser müssen sie sich von einem Bach oder einer weit entfernten Wasserstelle holen. Tierdung und gehächseltes Stroh wird zum Feuermachen verwendet.

Die Lehrerin Annette Erös mit Schülerinnen. 

 ,,Jeder in der Familie muß helfen. Die Gemeinschaft ist in Afghanistan das Wichtigste", vermittelt Annette Erös den jungen Zuhörern. Dann kam es 1979 bis 1989 zur sowjetischen Invasion. Darauf folgten Bürgerkriege, Talibanregime, Natoeinsatz, IS Terror. ,,Seit fast 40 Jahren herrscht dort ununterbrochen Krieg. Das goldene Zeitalter ist längst vorbei". Viele Afghanen müssen fliehen. Von den jungen Flüchtlingen stellen die Afghanen die größte Gruppe.

Die Kinderhilfe Afghanistan ist eine private Initiative der Familie Dr. med. Reinhard und Annette Erös aus Regensburg sowie ihrer fünf erwachsenen Kinder. Die Familien-Initiative wurde 1998 ins Leben gerufen und unterstützt vor allem Kinder und Frauen in Afghanistan mit schulischen und medizinischen Projekten. Schon seit 1987 engagiert sich Dr. Reinhard Erös besonders in und für Afghanistan. Die Familie lebte von 1987 bis Ende 1990 in der afghanisch-pakistanischen Grenzstadt Peschawar. ,,Mein Mann ging als Arzt dorthin und half den Menschen im Krieg, der viele Schwerstverletzte forderte", erzählt Annette Erös. Unter schwierigen und gefährlichen Bedingungen wurden jährlich mehr als 100.000 Kranke und Verletzte in primitiven Höhlenkliniken medizinisch versorgt.

Annette Erös, Lehrerin von Beruf, errichtete und leitete in Peschawar die ,,Europäische Schule". Hier wurden Kinder aus vier Erdteilen von sechs Lehrerinnen aus fünf Ländern unterrichtet. Zehn Jahre später, zur Zeit des Taliban-Regimes, entstand die Friedensschule Peschawar, eine der besten Bildungseinrichtungen für afghanische Flüchtlingsmädchen in Pakistan. ,,Bildung ist das beste Mittel, um den Menschen in Ländern wie Afghanistan zu helfen. Deswegen ist die Gründung und Erhaltung von Schulen ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit"!

Nicole Burk

Infos unter: www.kinderhilfe-afghanistan.de

 

Meistgelesene Artikel

Dehnfugenbrand in Fürstenfeldbruck

Fürstenfeldbruck - Ein Anwohner der Dachauer Straße bemerkte am 6. Dezember kurz nach 21 Uhr Rauch unter seiner Badewanne und informierte die …
Dehnfugenbrand in Fürstenfeldbruck

Metzgerei Landfrau aus Emmering ruft drei Wurstsorten zurück

Emmering - Bei einer durch ein unabhängiges Labor durchgeführten Routinekontrolle wurde bei dem Produkt „Bierschinken“ (geschnitten und verpackt) der …
Metzgerei Landfrau aus Emmering ruft drei Wurstsorten zurück

Türkenfelder Künstler baut Skulpturen für's Tollwood

Türkenfeld – Ein Wal aus PET-Flaschen, ein Aquarium in einer Mülltonne, die Bremer Stadtmusikanten aus Draht und jetzt ein Christbaum aus Fahrrädern: …
Türkenfelder Künstler baut Skulpturen für's Tollwood

Kommentare