Kroatisch-Deutsche Gesellschaft Fürstenfeldbruck e.V. feiert den Nationalfeiertag und EU-Beitritt mit einem öffentlichen Grillfest  

Gemischte Gefühle beim Beitritt des 28. EU-Mitgliedslandes Kroatien

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Sanjica Hemen, 1. Vizepräsidentin der Kroatisch-Deutschen Gesellschaft Fürstenfeldbruck e.V., aufgewachsen in Zagreb, lebt seit 21 Jahren mit ihrer Familie in Fürstenfeldbruck. 

Fürstenfeldbruck - Der 28. Mitglieds-Staat der Europäischen Union ist ab 1. Juli 2013 Kroatien. Auch in Fürstenfeldbruck feiern 78 Mitglieder der Kroatisch-Deutschen Gesellschaft e.V. mit - obwohl Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren Besuch bei den offiziellen Feierlichkeiten in Zagreb abgesagt hat. Medien sehen einen Zusammenhang mit dem mysteriösen Mord in der Garage an einem Exil-Kroaten und Schriftsteller 1983 in Wolfratshausen. Der mutmaßliche Täter aus dem kroatischen Geheimdienstmilieu wurde nie ausgeliefert.

 Sanjica Hemen ist die 1. Vizepräsidentin der Kroatisch-Deutschen Gesellschaft in Fürstenfeldbruck und lebt seit 21 Jahren mit ihrer Familie in Fürstenfeldbruck und arbeitet im Klinikum als Krankenschwester.

Sanjica Hemen:  Als Kroaten sind wir stolz auf unser Land, auch wenn wir eine nervige Bürokratie haben und dadurch alles sehr lange dauert. Als neues Mitglied der EU sind wir allerdings nicht mit Griechenland zu vergleichen. Nach dem Krieg haben wir sehr viel in Eigenleistung aufgebaut. Durch den Fleiß und die Ausdauer unseres Mittelstandes haben wir es geschafft, die Kriegsschäden zu beseitigen. Der Ausbau des Straßennetzes und der Autobahn wurde in relativ kurzer Zeit erreicht.

Was finden Sie an der EU-Mitgliedschaft positiv?

Die EU finde ich persöhnlich gut, allerdings sehe ich dem Eintritt mit gemischten Gefühlen entgegen. Der Eintritt in die EU bedeutet für uns eine große Herausforderung, der wir mit Freude entgegen sehen. Die Angst vor einem Ausverkauf Kroatiens können wir nicht ganz unterdrücken. Meine Familie hat hier in Deutschland eine zweite Heimat gefunden, in der wir uns sehr wohl fühlen. Mein Sohn studiert Elektrotechnik, die ältere Tochter arbeitet als Zahnarzthelferin und unsere jüngste Tochter, die hier geboren ist besucht ab September die FOS.

Welche Erinnerungen hat Ihre Familie an das frühere Jugoslawien und den Krieg?

Die Wunden des Krieges sind bisher nicht verheilt. Durch einen wöchentlichen kroatischen Kirchgang in der kath. Kirche in Emmering versuchen wir die Geschehnisse des Krieges zu verarbeiten.

Was will die Kroatisch-Deutsche Gesellschaft in FFB vermitteln?

Brauchtumspflege aus unserer kroatischen Heimat pflegen wir mit unseren zahlreichen deutschen Freunden bei den verschiedensten Veranstaltungen, wozu auch das Grillen eines Lammes oder eines Spanferkels zählt. Wobei natürlich das bayerische Bier nicht fehlen darf. Vielen Deutschen ist Kroatien durch den Nationalpark, Plitvicer Seen, die Winnetou Filme und natürlich die Adriaküste bekannt. Viele Sehenswürdigkeiten im Landesinneren sind für Deutsche noch unentdeckt. Unsere Küche besteht auch nicht nur aus gegrilltem Fleisch und Wurst, wir verfügen über hervorragende Weine, schmackhafte Käsesorten sowie aromatisches Olivenöl und Trüffel.

website Kroatisch-Deutsche Gesellschaft:  www.kro-de-ffb.de 

Interview: Hedwig Spies 

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