Der evangelische Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm gewann Freunde in Grafrath - Hoher kirchlicher Besuch, ganz zivil

Landesbischof Bedford-Strohm schreibt einen Bibeltext auf die zu versteigernde Spiegeltür. Foto: Günter Schäftlein

Mit einer ermutigenden Ansprache unter dem adventlichen Vorzeichen „Das Licht kommt“ kehrte der neue Landesbischof in die evang. Kirchengemeinde Grafrath ein - und er verließ sie in der Zuversicht auf die nächsten Jahre des Zusammenlebens. Selten konnte man einen Geistlichen so unkompliziert und lebensnah erleben. Im Rahmen seines Besuchs unterstützte der Bischof die Benefizaktion "Spiegeltür".

Ein vielversprechender Tag für die Zukunft der Evang.-Luth. Kirche im Landkreis. Der Landesbischof sprach tröstlich im Glauben zu „Jesus als Bruder in der Dunkelheit“ - und mit seiner Erwartung sei die Verheißung verbunden „Im Warten scheint schon das Licht auf.“ Dieses Licht wäre nicht nur dem Kommerz geschuldet. Und die Liebe Gottes, „das ist alles andere als Theorie“. Die von Heinrich Bedford-Strohm gewählte Tageslosung ist gleichfalls ein Versprechen: „Wo du dich zu mir hältst, will ich mich zu dir halten.“ (Jer. 15,19) Der Landesbischof ging auf die Brüche des Lebens ein: Einsamkeit, Krankheit, Trauer, Trennung, Sorgen, Gottverlassenheitsgefühl. Vergaß aber nicht die Freude und das Lachen über eigene Schwächen. Kennzeichnend für viele Menschen in der Jetztzeit wäre ihre aufrichtige Distanziertheit gegenüber der Kirche. Ein Pfarrer sollte jedoch nicht vorrangig seine Alltagsmeinung zur politischen Lage verkünden. Es sei menschlicher, zu hinterfragen, warum jemand mit 52 Jahren nicht mehr zurückfindet in den Arbeitsmarkt und der Enkel bei 50 Bewerbungen keinen Erfolg habe. Pfr. Christian Dittmar vermittelte die Fragen der Gemeindeglieder und anderer Interessenten an den Landesbischof, der seine bisherige Heimat im oberfränkischen Coburg hat. Wie er denn im katholischen Bayern angekommen sei? Eine Katholikin habe ihm nach seiner Wahl gesagt, dass sie sich darüber freue. „Das hat mich schon berührt.“ Er fühle sich auch in Oberbayern zuhause. „Die Katholiken sind unsere Geschwister. Wir brauchen Gemeinschaftserfahrung.“ Die Frage nach seiner Wochenarbeitszeit beantwortete er mit geschätzten 60 bis 80 Stunden. „Aber auch, weil meine Frau noch in Coburg wohnt.“ Für sich selbst sah er jedoch künftig wieder mehr Freizeit, denn darauf müsse man schon achten. Der Landesbischof nahm Stellung zu offenen Fragen in der kirchlichen Mitarbeiterregelung und in der Bezahlung kirchlicher Pflegedienste. Er betonte die Abhängigkeiten durch die oft unten angesetzte Meßlatte der finanziellen Unterstützung durch die Bezirke. Im Rahmen seines Besuchs ließ sich der Landesbischof gern in die Benefizaktion „Spiegeltür“ einspannen. Sie soll die Finanzierung des Gemeindehausumbaues (u.a. zu Gunsten von Jugendräumen) mit sichern. Er beschrieb die aus einzelnen Scheiben geklebte Glastüre (gestiftet von Glas-Dischl, Grafrath) mit einem Bibeltext, die dann in ihren Einzelteilen an Interessenten verkauft wurden und werden. Zu diesen Einnahmen kamen als weitere Eigenmittel der Kirchengemeinde die Spende von 2000 Euro einiger Gemeindefrauen, die sie über den Verkauf selbstgefertigter Adventskränze erwirtschaftet hatten. Der Landesbischof, so seine offene Bekundung, kam gern nach Grafrath, „in eine ganz normale Gemeinde, die nicht zufällig 800 Jahre alt wird …“ Ihm schmeckte auch - in Anwesenheit von MdL Katrin Sonnenholzner und Bgm. Dr. Hartwig Hagenguth - die zur Feier des Tages angebotene „Thüringer Bratwurst“. Erinnerte sie ihn doch stark an die fast genauso gut schmeckenden Coburger Würstl.

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