Der Traum als Profi-Fußballer  platzte nach einer OP,  aber der Olchinger Thomas Krasicki hat wieder ins bürgerliche Leben zurückgefunden 

Ex-Fußballer schrieb sich sein Schicksal von der Seele

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Autor Thomas Krasicki mit seinem zweiten Buch „Wenn die Stille deine Wunden heilt“, erschienen im Dezember 2014

Olching –  Fußball war sein Leben, erzählt Krasicki. Der Traum von einer Karriere als Profifußballer zerplatzte jedoch, als ein operativer Eingriff an seiner Hüfte die Karriere, kaum dass sie begonnen hatte, beendete. Als Fußballinvalide abgestempelt, von der Freundin verlassen, versuchte Krasicki in ein neues Leben einzutauchen und sich neu zu orientieren. Das Schreiben ist eine kreative Selbstäußerung, die dem seelisch angegriffenen Menschen helfen kann, das Gefängnis seiner leidenden Psyche zu verlassen. Jetzt hat er sein zweites Buch veröffentlicht: "Wenn die Stille Deine Wunden heilt".  

 Auf der Spiegel-Bestsellerliste wird Thomas Krasicki wohl kaum irgendwann einmal auftauchen, ebenso wenig wird es der 29-jährige Olchinger durchs Schreiben zu Wohlstand bringen. Gleichwohl hat der junge Hobby-Literat zwei Bücher geschrieben, die Verlage druckten und veröffentlichten. Damit nahmen seine beiden Bücher auf jeden Fall erfolgreich die Hürde, an der bereits viele junge Autoren stolpern, indem ihre Manuskripte von den Verlagen einfach entsorgt werden. So bleibt Krasicki hinsichtlich einer Karriere als Schriftseller auch auf dem Teppich. Schreiben sei zwar seine Leidenschaft, aber er möchte in erster Linie mit seinen Büchern Menschen, die sich in einem Tief befinden, helfen und Hoffnung machen, so wie ihm das Schreiben geholfen habe, seine persönlichen Erlebnisse zu verarbeiten.

Der Volksmund weiß schon lange, dass man sich etwas „von der Seele schreiben“ kann. Und nichts anderes hat auch Thomas Krasicki gemacht. In seinem Erstlingswerk „Träume der Wirklichkeit“ verarbeitete Krasicki die beiden Schicksalsschläge. Zusätzlich flüchtete der 1985 im polnischen Neustadt geborene Krasicki, der als Vierjähriger mit seinen Eltern und seinen beiden jüngeren Brüdern nach Deutschland kam, für knapp ein Jahr auf den fünften Kontinent, nach Australien. „In der Fremde wollte ich die Vergangenheit abschütteln“, sagte Krasicki. „In Olching erinnerte mich einfach zu viel an die negativen Erlebnisse, die mich immer wieder in ein tiefes Loch fallen ließen.“

 Vor dem Abflug nach Melbourne schenkten ihm Freunde ein Buch mit leeren Seiten. Darin habe er seine Gedanken während seines Australien-Aufenthalts immer wieder niedergeschrieben. „Das wurde zum Gerüst für mein zweites Buch“, erzählte Krasicki, der schon von frühester Jugend seine Gedanken zu Papier brachte und aufhob. Der Titel des Buches „Wenn die Stille deine Wunden heilt“ entstand, als Krasicki sich als Schafscherer verdingte und mit der Schererkolonne von Farm zu Farm zog. In vielen klaren einsamen Sternennächten habe er die Ruhe gefunden und erkannt, dass viele Möglichkeiten gebe, das Leben positiv und mit Freude anzugehen. Mit dieser Erkenntnis kehrte Krasicki voller neuer Motivation nach Olching zurück. Es sei so leicht, sich in seinem eigenen Mitleid zu suhlen. Aber wieder aufzustehen, aus all dem Negativen wieder Hoffnung zu schöpfen, wie das geht, damit beschäftigt sich sein zweites Buch. 

Eigentlich sollte das 180-Seiten Buch ein Jahr früher erscheinen, doch ein ehemaliger Nachbar machte ihm den Vorschlag, einen Werbe-Trailer bei Youtube (Thomas Krasicki – Im Schatten der Wahrheit) zu drehen. „Aus ein paar Wochen wurde schließlich ein Jahr“, erzählte Krasicki, der bei der Firma MAN seinen Bachelor of Arts Fachrichtung BWL Transportlogistik macht. Und so erschien sein Buch Mitte Dezember 2014. Es soll nicht das letzte Werk sein, kündigt der Buchautor weitere Bücher an. Er könnte sich vorstellen, einen Roman zu schreiben. Begeistert hat ihn im vergangenen Sommer die unbändige Lebensfreude der südamerikanischen Bevölkerung, die er während seines Brasilienaufenthalts während der Fußballweltmeisterschaft erlebt hat. „Da hatte ich viele positive Erlebnisse. Auch darüber könnte man schreiben“, meinte Krasicki. 

Dieter Metzler

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