Besuch aus Paraguay 

ZivilCourage bei Gentechnik

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Gudrun Hanuschke-Ende von der „ZivilCourage für einen gentechnikfreien Landkreis Fürstenfeldbruck“, Bettina Borgfeld, Regisseurin, Steffi Holz, Journalistin, Ethnologin und Übersetzerin und Gerónimo Arévalos aus Paraguay

Landsberied –  Etwa 60 Interessierte waren der Einladung der „ZivilCourage für einen gentechnikfreien Landkreis Fürstenfeldbruck“ nach Landsberied gefolgt, um sich den eindrucksvollen Film „Raising Resistance“ anzusehen. 

 Der Film „Raising Resistance“ zeigt, wie Gen-Soja-Monokulturen für europäische Mastbetriebe die Kleinbauern in Südamerika vertreiben.  Einen Dokumentarfilm über den Konflikt zwischen den Campesinos, den lokalen, autark lebenden Kleinbauern Paraguays, und Südamerikas Großgrundbesitzern, deren flächendeckender Sojaanbau für europäische Mastbetriebe sich ständig weiter ausbreitet und die Existenz der Landbevölkerung bedroht.

Sojafelder soweit das Auge reicht. Inmitten dieser Monokultur ein Dorf mit Äckern und einigen Bäumen. „Wir sind eine Insel im Meer aus Soja“, berichtet Gerónimo Arévalos, einer der Aktivisten des Films, der die Filmtour durch Deutschland begleitet.

Die massive Unkrautbekämpfung auf den umliegenden Sojaflächen schädigt den Anbau und die Ernte der Dorfbewohner ebenso wie deren Gesundheit. Silvia Arévalos prüft mit erfahrener Hand ihre Pflanzen: Die vermeintlich nur trockenen Erdnüsse sind hohl, obwohl sie doch noch am widerstandsfähigsten sind. Wie soll sie in Zukunft ihre Familie ernähren?

Der Biochemiker in seinem Labor dagegen schwärmt: „Glyphosat tötet alles. Glyphosat tötet wirklich alles, nur die Gentechnikpflanzen nicht“. Aber selbst das stimmt schon längst nicht mehr. Denn immer mehr Unkräuter werden resistent gegen das Gift. Der Wissenschaftler in seinem edel ausgestatteten Büro sagt dazu: „Diese Entwicklung war eigentlich zu erwarten. Sie ist aber enttäuschend.“ Und die Soja-Großbauern? Sie müssen jetzt immer häufiger Glyphosat (RoundUp) versprühen oder greifen sogar zu noch aggressiveren Spritzmitteln. Oft können sie gar nicht anders, als genauso weiter zu produzieren, denn sie haben sich abhängig gemacht und verschuldet: „50000 Dollar für Saatgut, Spritzmittel und Dünger“ verrät ein Betroffener.

Gerónimo Arévalos und eine wachsende Zahl von Mitstreitern wollen diese Entwicklung nicht hinnehmen, wollen diesem Druck nicht weichen, wollen nicht – wie schon viel zu viele vor ihnen in Paraguay, Brasilien und Argentinien - in die Elendsgürtel der Städte abwandern, wo ihnen die Arbeitslosigkeit droht, wo viele drogenabhängig und kriminell werden und in der Prostitution landen. Die Kleinbauern und ihre Familien stellen sich den Maschinen der Sojaanbauer in den Weg und verhindern die Aussaat. Die Polizei schreitet ein. Obwohl letztlich die Campesinos sämtliche Auflagen einhalten, um eine Eskalation und bewaffnete Konfrontation zu vermeiden, werden acht von ihnen verhaftet…


Dem Film folgte eine sehr intensive und aufschlußreiche Gesprächsrunde, an der sich neben Gerónimo Arévalos auch Bettina Borgfeld (eine der beiden Regisseure des Films) und Steffi Holz (Journalistin, Ethnologin und Übersetzerin) beteiligten. Ein Satz von Gerónimo stimmte danach zumindest nicht mehr ganz:
„Die Sojafarmer zerstören die Natur und das Leben der Menschen und zwar nicht nur hier in Paraguay, sondern weltweit. Wir wissen, dass Soja nach Europa exportiert wird. Aber niemand in Europa weiß, wie Soja produziert wird.“

  

Gudrun Hanuschke-Ende 


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