Export-Modell Bauernhofkindergarten – 33-köpfige Delegation aus Korea informierte sich in Olching

Die koreanische Besuchergruppe schrieb und fotografierte eifrig mit beim Besuch im Bauernhofkindergarten Olching. Fotos: Günter Schäftlein

Das ist ein ganz eigener, die Natur erobernder Weg, den die 24 Kinder zwischen 2 und 6 Jahren täglich am Rande der Gemeinde gehen: Zwischen dem Parkplatz am Olchinger See und dem Bauernhofkindergarten mit Kühen, Esel, Waldschafen, Mohairziegen, 2 Hunden, Katzen, Hasen und Hühnern. Das wollten jetzt 33 Besucher aus Seoul/ Südkorea selbst sehen und erleben. Nachdem man bereits entsprechende Erfahrungen im Bereich der deutschen Waldkindergärten gesammelt hat - und die Gruppenleiterin Frau Dr. Hee-Jung Chang unter dem Titel „“Forest Kindergarten“ eine vielbeachtete Publikation veröffentlichte - will man sich jetzt auch für die Naturnah-Variante „Bauernhofkindergarten“ in Korea stark machen. Allerdings nicht als geschlossene Kindergartenprojekte, sondern nur als Teilbereiche in normalen Kindergärten.

Friederike Becker meint in einem spaßigen Vergleich, dass nach der Evolutionslehre die Menschheit als Jäger und Sammler noch im Wald zuhause waren. „Wir sind da schon ein Stück weiter. Wir sind schon bei Ackerbau und Viehzucht!“ 2003 habe sie mit ihrer Familie (Ehemann, drei Töchter, ein Sohn) beschlossen, den Bauernhofkindergarten einzurichten. 1999 war man vom Reihenhaus mit Zäunen in München-Großhadern in die große Freiheit am Olchinger Ortsrand in den seit 4 Jahren stillgelegten Bauernhof gezogen: „Von 275 Quadratmeter auf gleich 100.000. Fünf Hektar Grünland und fünf Hektar Birkenwald …“ Der 1 Kilometer lange Weg wird überhaupt nicht langweilig. Auch, weil die Hofhunde Nelly (12 Jahre) und Holly (1 Jahr) die muntere Schar begleiten, mit den Erzieherinnen/Dipl.Soz.-Päd. (FH) Friederike Becker, Heike Vogt, Marina Kinzel und der Kinderpflegerin-Auszubildenden An Di Tran aus Vietnam. Während die von zuhause mitgebrachten kleinen Rucksäcke am gezogenen Gepäckwägelchen hängen bleiben, vergnügen sich die „Lämmchen“ (ab 2 Jahre) und die schon Größeren im hofeigenen Birkenwäldchen am Wegrand: Einsammeln was die Bäume hergeben, aufschichten und hinaufklettern, wo es geht. Egal wie das Wetter ist, es gibt immer wieder Neues und Wunderliches zu entdecken: Regenwürmer und Raupen, Blätter und Pilze - und die Pfützen sind zum Durchstapfen da. An der zweiten Haltestelle gibt es den Geburtstagskreis mit gesungener Gratulation: Heute für die Zwillinge Philipp und Simon, 3 Jahre jung geworden. Dann wird die Weide mit den Waldschafen erreicht, die Hofbesitzerin und Kindergartenleiterin Friederike Becker mit ihrer Zucht vor dem Aussterben bewahren will. Ein „Morgenkreis“ begrüßt den Tag und jedes Kind stellt sich mit dem Vornamen vor, hält dabei ein Phantasiemikro vor den Mund: Im Sommer einen abgeknickten Grashalm, im Winter einen Schneeball. Endlich ist dann auch die Brotzeit am „Feuermann“ oder Stadl erreicht und man kann das Mitgebrachte dafür auspacken … Mit einer angekündigter Verspätung erreicht dann die Delegation aus dem Fernen Osten den Hof, lauter liebenswürdige, lächelnde und fotografierende Menschen, überwiegend in der Sozialpädagogik und in höheren akademischen Rängen tätig. Mit Hilfe der Übersetzerin erläuterte Friederike Becker den Besuchern die naturnahe Vision und Konzeption des Bauernhofkindergartens, von dem es in Deutschland etwa zehn vergleichbare Einrichtungen gibt. Während sich die KiGa-Kinder noch immer im Freien bewegen, Tiere versorgen, jahreszeitliche Arbeiten übernehmen oder freispielen, haben die koreanischen Besucher Gelegenheit, die „gute Stube“ des Kindergartens mit allen notwendigen Nebenräumen kennenzulernen. Aufmerksam wird alles registriert und fotografiert - zumal der Bauernhof-Kindergarten ja in Korea als Modell-Vorlage umgesetzt und realisiert wird. Bauernhofkindergarten Olching e.V., Reiterstraße 10, Tel. 08142-443914. E-Mail: info@bauernhofkindergarten-olching.de

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