Fetale Alkoholspektrumsstörung FASD bei Kindern - Vortrag bei den Gesundheitstagen in Fürstenfeld

Foto (von links): Kathrin Sonnenholzner, MdL, nicht-praktizierende Medizinerin und Veerle Moubax, FASD Deutschland e. V. Foto: Nicole Burk

„Ca. 10.000 Kinder werden in Deutschland mit FASD geboren, das sind etwa 1,5% der Geburten“, erzählt Veerle Moubax. „Nur die wenigsten werden später ein selbständiges, erfülltes Leben führen können“. Und dabei ist FASD die häufigste Behinderung, die zu 100% vermeidbar ist. Ursache ist Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft. FASD ist keine ausschließliche Problematik in Suchtfamilien, sondern betrifft Kinder aller Gesellschaftsschichten. Schon kleine Mengen Alkohol in der Schwangerschaft können zu einer Schädigung des Ungeborenen führen. Aufgrund der speziellen Eigenschaften des Alkohols überwindet er problemlos die sonst schützende Plazentaschranke: Der Alkohol gelangt ungehindert zum heranwachsenden Kind und kann dort unmittelbar schädigend auf alle Zellen und deren Teilung einwirken. Das Ungeborene baut den Alkoholspiegel 10-mal langsamer ab und bleibt demnach länger alkoholisiert als die Mutter.

Die Folgen bei FASD sind fatal: Die Kinder sind meist zu klein, zu leicht, haben einen zu kleinen Kopfumfang, Fehlbildungen im Gesicht, können Verhaltensstörungen und körperliche, geistige und motorische Entwicklungsverzögerungen aufweisen. Kinder mit FASD haben meist Schwierigkeiten, Regeln einzuhalten. Häufig lernen sie auch nicht aus Konsequenzen. Sie werden als frech, faul und unerzogen abgestempelt. „Durch ihre Wahrnehmungsstörungen sind FASD Kinder sehr reizempfindlich und ihre niedrige Frustrationstoleranz macht allen das Leben schwer“, so Veerle Moubax. Sie haben nicht nur Probleme, Gefühle zu erkennen, zu äußern und soziale Signale zu verstehen, sondern auch Schwierigkeiten, etwas zu planen und umzusetzen. Viele Verrichtungen des täglichen Lebens stellen eine große Herausforderung für sie dar. Sie brauchen meist eine Aufsichtsperson, die sie durch den Tag führt und ihre Gefühle von außen reguliert. Vor allem die Fähigkeit zu einer normalen Selbstregulation und die Exekutivfunktionen sind bei FASD- Kindern gestört. Eine spezielle Therapie für Menschen mit FASD gibt es nicht. Zwar ist FASD nicht heilbar, jedoch können in vielen Bereichen wie z.B. Sprache, Verhalten, Schlucken, Motorik etc. die Fähigkeiten des Kindes durch Therapien und Förderung verbessert werden. Diese Erfolgserlebnisse können zu einem erfüllteren Leben und weiterer Motivation beitragen.

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