Atemschutzträger absolvieren die Ausbildung im Brandübungscontainer

Den Rauch lesen, wie Bücher

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Hier wurden die Spanholzplatten angezündet, die sich dann auf die überliegenden Wände ausgebreitet haben.
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Germering – Die Freiwillige Feuerwehr Germering schulte vom 19. bis zum 22. Oktober Atemschutzträger im Landkreis in der Gebäudebrandbekämpfung.

Acht Jugendliche knien in Schutzkleidung und mit Atemmaske vor dem Gesicht in einem Container um ihren Ausbilder Dominik Mauer. Vor ihnen ein loderndes Feuer. Um sie herum: Rauch. „Die Situation, die hier simuliert wird, ist ungefähr die gleiche, die entsteht, wenn vergessen wurde, die Zigarette auszumachen und das Wohnzimmer brennt“, erklärte Kreisbrandmeister Josef Strobl. Für Einsätze dieser Art kommen extra geschulte Einsatzkräfte zum Zug: Atemschutzträger. Mit der Ausbildung alleine ist es jedoch nicht getan. „Die Atemschutzträger müssen dreimal im Jahr an Zusatzausbildungen teilnehmen“, erklärt Strobl. Tun sie dies nicht, dürfen sie nicht mehr als Atemschutzträger arbeiten. Eine dieser zusätzlichen Ausbildungen ist die Übung im Brandcontainer. Insgesamt 20 Container stehen im Freistaat, die bei Bedarf an andere Landkreise ausgeliehen werden. „Der Container war zuvor in Landsberg und nächste Woche geht es nach Dachau“, erzählt Strobl.

250 bis 1000 Grad im Container

Damit die rund 760 Atemschutzträger im Landkreis in den vier Tagen alle durch kommen, finden pro Tag zwei Durchgänge statt. Etwa 25 Minuten harren die Atemschutzträger hierbei im dichten Rauch aus. Ziel der Zusatzausbildung ist, neben dem Erkennen der eigenen Wärmebelastung und dem richtigen Dosieren der Löschmasse, auch das Beobachten der Brandabläufe. „Das Feuer atmet unten Frischluft ein und oben heiße Luft aus“, erklärte Strobl. Aufgrund dieser Beobachtung können an der Decke über 1000 Grad herrschen, wohingegen am Boden die Temperatur im 250 Grad Bereich liegt. Deshalb und aufgrund der besseren Sicht bewegen sich die Einsatzkräfte im „Seitenkriechgang“ vorwärts.

Viel Rauch, keine Verletzte

Ebenso gilt es den Rauch im Blick zu behalten. „An der Rauchfarbe kann der Träger lesen, wie gefährlich er für ihn ist“, erklärte Strobl. Die Floriansjünger unterscheiden hier zwischen dunklem, schwarzem und hellem Rauch. Eine besondere Gefahr geht vom dunklen Rauch aus, da sich in diesem Partikel befinden, die sich entzünden könnten. „Gefährlich wird es, wenn der schwarze Rauch zu brennen beginnt“, erklärte Strobl. Durch den Brandcontainer-Einsatz sollen die Teilnehmer ein besseres Gespür für solche Situationen bekommen. „Sie müssen den Rauch lesen, wie Bücher“, sagte Strobl. Für die Sicherheit der Teilnehmer sorgte die 25 Kilogramm schwere Ausrüstung inklusive der 300 Bar gefüllten Luftflasche, sowie ein zweiter Trupp für den Notfall, der die Übung absicherte. Josef Strobl ist mit dem Fazit zufrieden: „Es verlief alles einwandfrei, wir hatten keine Verletzten.“

Felix Hamann

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