Filmemacher Marcus H. Rosenmüller zum bundesweiten Kinostart von Wer's glaubt wird selig in Gröbenzell

Regisseur Marcus H. Rosenmüller und die Gröbenzeller Kirche: Eigentlich passend zu seinem neuen Film „Wer’s glaubt wird selig“. Fotos: Günter Schäftlein

Auch wenn Gröbenlichtspiele-Inhaberin Petra Löw privat-familiär beim Besuch von Marcus H. Rosenmüller mit Team verhindert war - der optimistisch-junge, fröhliche Regisseur von „Wer früher stirbt ist länger tot“ geizte auch in ihrer Abwesenheit nicht mit Komplimenten: „Hierher komme ich immer gern. Das ist ein ganz außergewöhnliches Kino!“

Und das bezog er auch auf seinen Dauer-Komponisten Gerd Baumann, der in Gröbenzell zuhause ist. Zum Start seines neunten und wiederum turbulent-witzigen Rosenmüller-Films „Wer’s glaubt wird selig“ bestand die Präsentationsmannschaft aus ihm, der Produktionsleiterin (f/SELIG.FILM) Susanne Hildebrandt und die Schauspieler/innen Billie Zöckler, Gerhard Wittmann und dem Debütanten Franz Bauer in seiner ersten Rolle. Trotz der nachmittäglichen großen Hitze sah man sich in den Gröbenlichtspielen einer beachtlichen und auch fragefreudigen Zahl von Besuchern gegenüber. Das neue Rosenmüller-Werk, zeitgleich und bundesweit in 220 Häusern angelaufen, ist des weiteren hochkarätig mit Hannelore Elsner (als vom Kreuz erschlagene, künftig „unheilige“ Schwiegermutter Daisy), Nikolaus Paryla (als aufklärender Papst Innozenz) und dem Nordlicht Christian Ulmen (als Dorfwirt Georg, Wundererfinder und Heiligenbegründer). Aber auch die weiteren Rollen sind mit Marie Leuenberger, Lisa Maria Potthoff, Fahri Yardim (in einer Doppelrolle), Simon Schwarz, Maximilian Schafroth und Jürgen Tonkel ausgezeichnet besetzt. Diese Filmmischung zwischen einer augenzwinkernden Selbstironie, „dörflich-katholischer Mentalität“, Wundergläubigkeit und krachlederner Selbstbehauptung in Sachen Liebesleben erheitert pausenlos - trotz ausgespielter Deftigkeiten. Der Film entstand in nur zwei Monaten und 38 Drehtagen mit Drehorten im oberpfälzischen Kastl b. Amberg (zentraler Marktplatz), dem Fünfseenland (Kirche Oberalting), im Regensburger Schloß Emmeram von Thurn und Taxis (Vatikan-Szenen), im beschneiten Skigebiet Sudelfeld b. Bayrischzell und mit Außenszenen direkt in Rom. Und die ganze Story fußte darauf, dass der fiktive bayerische Skiort Hollerbach schon seit 5 Jahren ohne Schnee bleibt - „eine unterlassene Hilfeleistung Gottes“. Touristische Flaute allerorten und auch im Liebesleben zwischen Wirt Georg und Ehefrau Emilie. Als beide diesen zwischenmenschlichen Mangel beheben, gehen sie so temperamentvoll zu Werke, dass im Nebenraum die betende und heftig verdammende Schwiegermutter Daisy vom herabfallenden Großkreuz erschlagen wird. Wirt Georg sieht mehr oder weniger gerührt hier ein Zeichen des Himmels und die hervorragende Möglichkeit, aus diesem Unfall eine neue dörfliche Erwerbsquelle zu erschließem: Statt Skiort nunmehr der Wallfahrtsort zur künftigen hl. Daisy. Doch die phantastischen Pläne hierzu reifen nicht wie geplant (einschließlich Rom-Reise in den Vatikan), zumal zur Heiligsprechung eh der verständnisvolle Papst bei seinem Besuch in Hollerbach das letzte Wort hat. Auch für ein wieder verbessertes Liebesleben. Regisseur Rosenmüller sieht diese fröhlich-komischen Vorgänge um eine nicht zustande gekommene Dorfaufwertung keinesfalls als Gradwanderung für Papst und Kirche. Er ist überzeugt, dass sich der amtierende Pontifex den Film ohne Skrupel ansehen wird. „Weil der auch Bayer ist und über eigene Schwächen noch lachen kann …“ Er selbst ist in Hausham aufgewachsen und jetzt ansässig in München. Es wäre auch nicht so sehr schwer gewesen, Hannelore Elsner von ihrer (Leichen-)Rolle zu überzeugen. Die Schnittmenge „Glauben“ verbindet sich für ihn mit den Fragen nach dem Woher, Wohin und Wieso? Im Film lässt er einen der Geistlichen sagen, dass es zu wenig sei, „zu Gott zu finden, wenn man keine Zeit mehr hat.“

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