DBV-Präsident Rukwied erneut in FFB

Brucker Kreisbauerntag

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 (v.li.) DBV-Präsident Joachim Rukwied, Kreisbäuerin Gabi Waldleitner, BBV-Kreisobmann Johann Drexl und die Jungbauern Martin Neheider und Josef Robeller.  

Landsberied – Joachim Rukwied, neuer Präsident des D. Bauernverbandes (DBV), scheint  gute Erinnerungen an seine Wahl anlässlich des D. Bauerntages 2012 in der Kreisstadt zu haben.   Immerhin scheute er nicht den weiten Weg von seinem Heimatort   im württ. Landkreis Heilbronn  zum Brucker Kreisbauerntag,  um  seine ersten 129 Tage im Amt Revue passieren zu lassen. 

   Im vollbesetzten Saal des Landsberieder Dorfwirtes war dieser Besuch nicht die einzige Überraschung. Nach der   Begrüßung  durch BBV-Kreisobmann Johann Drexl meldeten  sich aus der stark vertretenen Riege junger Bauern/Bäuerinnen die Mammendorfer Martin Neheider und Josef Robeller, beide   Landwirtschaftsmeister.  Sie hatten  Zukunftsfragen zur Landwirtschaft vorbereitet und baten   damit Befasste und politisch Tätige zu einer Gesprächsrunde nach vorn: DBV-Präsident Joachim Rukwied, Landrat Thomas Karmasin, Paul Siebenhütter, Maisach, von der Ferkelerzeugergemeinschaft, Volker Kühnen in Vertretung des Biogas-Betreibers in Egg und Eugenie Scherb von der BUND Naturschutz-Ortsgruppe Alling. DBV-Repräsentant  Rukwied nannte als für ihn wesentliches Ziel  nachdrückliche Appelle an die Bundesorgane in Berlin, den Flächenverbrauch in Deutschland deutlich zu reduzieren und die Innenversiegelung  vor einer Außenversiegelung zu betreiben.   Landrat Thomas Karmasin zur regenerativen Energieversorgung: „Wir waren als erster Landkreis dafür!“ Die ehrgeizige Zielsetzung der Vollversorgung bis 2030 bliebe bestehen. Der Bau von vertretbaren Windkraftanlagen im Landkreis sollte jedoch nicht durch überzogene Ausgleichsflächen behindert werden.  


 Der Bau von vertretbaren Windkraftanlagen im Landkreis sollte jedoch nicht durch überzogene Ausgleichsflächen behindert werden. Und zu den vom rumänischen EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos geforderten 7%igen Flächenstilllegungen (Greening) sollte eine verträgliche Lösung auf dem Verhandlungsweg gefunden werden … Eugenie Scherb vom BUND sieht in der EU-Forderung durchaus auch Brauchbares für eine noch wildwachsene Natur, die ja ansonsten keine Lobby hätte. Sie schlug für den Landkreis die Verknüpfung kleinerer Biotope entlang der Maisach vor. Für einen Ferkel-Erzeuger wie Paul Siebenhütter bedeutet das Verbot der Kastration ein „Riesenproblem für die Vermarktung“. Ein nicht kastriertes Schwein werde  im Fleisch als minderwertig eingestuft. Statt der umstrittenen Ferkelbetäubung könnte ja eine Impfung gegen Schmerzen erfolgen. 


Der Biogasexperte Volker Kühnen sieht die geplanten EU-Flächenstilllegungen in Anbetracht des Nahrungsbedarfs der Weltbevölkerung als kontraproduktiv. Statt Erzeugungsverzicht oder Reduzierung sollten Flächen dann besser für die Artenvielfalt zur Verfügung gestellt werden. Für Deutschland würden die 7% der EU-Verfügung ca. 600.000 Hektar Stilllegung bedeuten: Das wäre eine Fläche für die nachwachsende Energiegewinnung, um 3 Millionen Menschen mit Strom und Wärme zu versorgen.


BBV-Kreisobmann Johann Drexl zeigte sich in seinem Jahresbericht zufrieden mit der Ernte - und auch mit den erzielten Preisen. Erfreulich für ihn, nunmehr für jeden Ort im Landkreis einen BBV-Obmann vorweisen zu können. 

Drexl  berichtete im Rückblick über Großereignisse des Deutschen Bauerntages im Veranstaltungsforum Fürstenfeld und die Eröffnung des Grünen Zentrums in Puch. Er kam nochmals auf    eine 7%ige Betriebsflächenkürzung durch die EU zu sprechen: Von der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche im Landkreis (= 17.000 Hektar) seien  das 1.150 ha und ausreichend, um die 4.600 Menschen in Hattenhofen, Adelshofen und Landsberied mit Nahrung voll zu versorgen. Nach Meinung von DBV-Präsident Rukwied ist die deutsche Landwiertschaft - und dies besonders im Süden - gut aufgestellt: „Wir sind wettbewerbsfähig und zukunftsorientiert.“ 


Die EU und Brüssel seien ein schwieriges Thema: Zuviel Querelen, zuviel unterschiedliche Interessen im Agrarbereich, zähe Verhandlungen, um zu harmonisieren. 

Dennoch habe er nach diesen 129 Tagen im Amt keinen Zweifel daran, dass Europa die Fortführung einer gemeinsamen Agrarpolitik brauche. 

 Günter Schäftlein  

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