Eigentlich sollte die Fliegerhorst-Feuerwehr als letzte Einrichtung aufgelöst werden – jetzt dürfte sie die erste sein 

Feuerwehr im Brucker Fliegerhorst soll bis Ende 2015 aufgelöst werden 

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Das Foto zeigt den neuen Tower (natürlich nicht mehr in Betrieb) - links daneben ist die Fliegerhorst-Feuerwehr untergebracht. 

Fürstenfeldbruck – Die Feuerwehr im Brucker Fliegerhorst soll nach Aussage des Presse- und Informationszentrums der Bundeswehr in Bonn bis Mitte/Ende des Jahres 2015 aufgelöst werden. Das würde bedeuten, dass ab diesem Zeitpunkt für den Feuerschutz auf dem militärischen Flugplatz mit seinen über 200 Gebäuden die Freiwillige Feuerwehr der Großen Kreisstadt zuständig sein würde.

 Darüber sei die ehrenamtlich tätige Brucker Feuerwehr nicht nur wenig begeistert, sondern sie sehe sich auch nicht in der Lage, die vom Gesetzgeber im Falle eines Brandes geforderte Zehn-Minuten-Frist bis zum Eintreffen einzuhalten. „Wir haben eigentlich mehr damit gerechnet dass die Fliegerhorst-Feuerwehr eine der letzten Dienststellen ist, die aufgelöst wird und nicht eine der ersten“, zeigte sich der erste Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Fürstenfeldbruck, Andreas Lohde, von der Nachricht überrascht. 

Wenn kein spezielles militärisches Gefahrenpotential mehr vorhanden sei, sei die Grundlage für die Vorhaltung einer bundeswehreigenen Feuerwehr nicht mehr gegeben, lautet eine Grundsatzweisung für den Brandschutz der Bundeswehr. Seit Jahrzehnten sei die Stadt bevölkerungsmäßig gewachsen, meinte der CSU-Fraktionsvorsitzende im Brucker Stadtrat, Lohde. Die Personalstärke der Brucker Freiwilligen Feuerwehr sei aber so gut wie gleich geblieben. Wenn jetzt noch der Fliegerhorst dazukomme, sei das personell kaum noch zu schaffen. „Wir rechnen mit 70 Einsätzen mehr im Jahr“, sagte Lohde. 

Bis Anfang August habe die Freiwillige Feuerwehr schon 200 Einsätze gefahren. Vor allem sei es den Arbeitgebern schwer zu vermitteln, dass die freiwilligen Feuerwehrler vermehrt von ihrem Arbeitsplatz weggerufen werden, um an Einsatzorte zu eilen, forderte Lohde eine Berufsfeuerwehr in der Kreisstadt, zumindest von fünf, sechs Leuten. Den Feuerwehren der Gemeinden Maisach und Gernlinden könne man auf Dauer die Aufgabe nicht zumuten, meinte Lohde, zumal die meisten Gebäude auf Brucker Gebiet liegen. „Wenn die Bundeswehr abgezogen ist, wird die Brucker Feuerwehr ohnehin für den dort neu entstehenden Stadtteil zuständig sein“, so Lohde. Als wenn es hätte sein müssen, wurde die Brucker Feuerwehr wenige Tage nach Bekanntwerden der bevorstehenden Auflösung der Fliegerhorst-Feuerwehr die Stadt-Feuerwehr von den Kameraden im Fliegerhorst bei einem Brand in der Offizierschule der Luftwaffe (OSLw) zur Unterstützung angefordert. Dacharbeiten im Unterkunftsbereich der Offizierschule hatten in der Nacht zu einem Schwelbrand geführt, der die Brandmeldeanlage auslöste. Die Zehn-Minuten-Frist konnte nicht eingehalten werden, das Passieren der Wache war aber kein Problem, wenngleich nur ein Lotsen-Auto zur Verfügung stand, das mehrmals zwischen Wache und OSLw-Gebäude pendeln musste, um den nach und nach eintreffenden Brucker Feuerwehr-Fahrzeugen den Weg zu weisen. 

Nach erfolgreicher Brandbekämpfung kamen die Wehren überein, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen, um zu besprechen, wie die Brucker Feuerwehr effektiver für einen Einsatz im Fliegerhorst eingesetzt werden kann. Als weitere Folge des geplanten Abzugs der Fliegerhorst-Feuerwehr kündigte der Leiter des Bundeswehrdienstleistungszentrum (BwDLZ), Regierungsdirektor Herweg Bahner, ein Überdenken der bestehenden Mitbenutzungsverträge an. Bahner bestätigte, dass zahlreiche Mitbenutzer - nicht alle und insbesondere nicht die von Sporteinrichtungen - einen Brief erhielten, in dem ihnen mitgeteilt wurde, dass das bestehende Vertragsverhältnis in der gegenwärtigen Form wohl nicht über das Jahresende 2015 hinaus bestehen können wird. Bisher habe das BwDLZ aber keinerlei Kündigungen ausgesprochen, betonte Bahner. Und ob solche Kündigungen in oder nach 2015 notwendig werden, sei noch völlig offen. Insbesondere müsse sich die Kreis-Feuerwehr für die Unterstellung ihrer Gerätschaften keine Sorgen machen, die Halle 638 räumen zu müssen, wie im Brucker Tagblatt angekündigt, teilte Bahner mit. „Selbst wenn die Halle aus rechtlichen Gründen geräumt werden muss, stehen passende Alternativen zur Verfügung“, sagte der Leiter des BwDLZ und Brucker Stadtrat. 

Dieter Metzler

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