Der Puchheimer Bürgermeister Norbert Seidl hielt eine Sonderbürgerversammlung im PUC ab

8 qm für jeden Flüchtling

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Stellten sich den Fragen der Puchheimer zum Thema Asyl (v.l.): Martin Schuster vom Landratsamt, Landrat Thomas Karmasin, Bürgermeister Norbert Seidl, Elisabeth Baumgartner von der Diakonie und Rosmarie Ehm vom Helferkreis.

Puchheim – Offenheit und Toleranz gegenüber Flüchtlingen forderte Puchheims Bürgermeister Norbert Seidl bei einer Sonderbürgerversammlung im PUC. Rund 200 Puchheimer waren dazu erschienen.  Anlass war die geplante Unterkunft für Asylbewerber: Im sogenannten Haus4 Asyl in der Siemensstraße 4 sollen 160 Flüchtlinge eine vorübergehende Bleibe finden. Mit seinem Appell stieß Seidl offenbar auf offene Ohren. Der überwiegende Großteil der Fragen der Bürger war jedenfalls eher neugierig und hilfsbereit als kritisch.

 

 „Der große Aufreger ist das Thema scheinbar nicht“, sagte Seidl deshalb auch im Gespräch mit dem Kreisboten. Das zeige auch, dass mit rund 200 Anwesenden nicht einmal ein Prozent der Puchheimer Bevölkerung gekommen war. „Ich denke schon, dass der Umgang mit vielen Nationen in Puchheim Normalität ist“, sagte der Rathauschef. Schon jetzt würden viele verschiedene Nationen in der Stadt leben. Im Herbst werden es dann wohl noch mehr: Dann soll das Wohnheim bezugsfertig sein. Rund acht Quadratmeter werden dann jedem Bewohner dort zur Verfügung stehen. Nicht viel Platz, Spannungen unter den Bewohnern könnten da durchaus entstehen, wie Seidl in der Versammlung eingestand. Doch der Stadtchef glaubt, dass man diese Herausforderung mit Unterstützung der Diakonie und des Helferkreises bewältigen kann. Wie die Flüchtlingskinder in die Kommune integriert werden können, interessierte gleich mehrere anwesende Bürger. Rosmarie Ehm vom Helferkreis – gleichzeitig Leiterin der Grundschule Süd – erklärte, dass es in ihrer Schule zwei Übergangsklassen gebe, in der die Kinder Deutschkenntnisse sammeln können, ehe sie eine Regelklasse besuchen.

 Seidl versicherte zudem, dass in der städtischen Planung für die Kindergartenplätze auch die Flüchtlingskinder bereits berücksichtigt seien. Für einen kräftigen Lacher sorgte Elisabeth Baumgartner von der Diakonie, die für die Betreuung der Flüchtlinge zuständig sein wird. Auf die Frage, wie man damit umgehe, wenn Männer aus einem anderen Kulturkreis die überwiegend weiblichen Helfer nicht ernst nehmen, sagte sie: „Die Erfahrung habe ich auch mit oberbayerischen Männern.“ Etwas ernster fügte sie an: „Schräge Leute gibt es überall, das hat nichts mit Nation oder Herkunft zu tun.“ Etwaige Sicherheitsbedenken versuchte Landrat Thomas Karmasin zu zerstreuen: „Laut Polizei gibt es im Umfeld von Flüchtlingswohnheimen keine Zunahme von Straftaten.“ Die zunehmenden Anschläge auf derartige Wohnheime in Deutschland will man laut Seidl in Puchheim durch den Einsatz eines Sicherheitsdienstes und durch Polizeistreifen verhindern. 

Andreas Daschner

 

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