Ein Flügel kam nach Jesenwang – Als Dauerleihgabe übergab Familie Popp einen Blüthner-Flügel von 1909 an die Grundschule

Rektor Krutzenbichler und die Lehrerinnen Niedermeir und Winterstein dankten der Familie Popp (2. v.l. Klaus-Wolfgang Popp, früher an der Fachhochschule Polizei in FFB). Foto: Günter Schäftlein

Einen Grund mehr zur Freude an der Musik haben die Grundschüler mit dem Kollegium um Schulleiter Peter Krutzenbichler seit dem 19. Januar. Das Brucker Ehepaar Klaus-Wolfgang Popp und Svitlana Popp-Svyshchuk übergab an diesem Tag ihren familiären Leipziger Blüthner-Flügel von 1909 zur Aufstellung im Schul-Foyer - und angemessen eingerahmt von einem kostbaren heimischen Orgel-Wandprospekt.

Eigentlich ist es ja eine Dauerleihgabe von Mutter Marianne Popp, die wohnlich seit den 50er Jahren von diesem Flügel begleitet wurde, aber im Vorjahr in Unterschleißheim verstarb. Sohn Klaus-Wolfgang fand es in der familiären Tradition zu schäbig, das gute, alte Stück einfach so zu veräußern, „wahrscheinlich dann auch noch preislich heruntergehandelt …“ Der Flügel, einwandfrei bespielbar, sollte wieder eine Aufgabe bekommen. Das sah der Sohn als zu erfüllenden Wunsch seiner Mutter. Und wie gut, wenn man dann als Hausnachbarn einen Schulleiter hat: Peter Krutzenbichler. Der besprach die Angelegenheit mit dem Kollegium - „… und die Frauen waren alle begeistert!“ Verschenken wollte Familie Popp den Flügel nicht und so wurde es eben eine Dauerleihgabe. In einer beeindruckenden Übernahmefeier in der dichtgefüllten Eingangsaula konnten die Dritt- und Viertklässler ihr gesangliches Können beweisen: Sorgfältig vorbereitet von den Lehrerinnen Katrin Niedermeir und Gabriele Schmidt. Ein Genuß, den so jungen Stimmen bei altdeutschem Liedgut zuzuhören … bei „Abendstille überall …“ ebenso wie bei „Der Mond ist aufgegangen“. Fast eine - gelungene! - Überraschung dann mit den ersten Flügeltönen: Klassisch und populär hervorgezaubert von keinem Geringeren als dem ehemaligen Rektor Christoph Bals. Und endend mit dem am häufigsten gespielten Lied weltweit - La Paloma. Heitere Verse wurden vorgetragen, so von Heinz Erhardt. Es gab viel zu lachen über ein filmisches Loriot-Schmankerl zum familiär geerbten Klavier aus Massachusetts. Zahlreiche Flügel-Beiträge von Jesenwangern Schulkindern schlossen sich an, darunter auch eine „Ehemalige“, heutige Gymnasiastin. Lehrerin Margit Winterstein begleitete am Flügel eine junge Geigerin. Alle Vorführungen ließen die besondere Pflege der Musik in dieser Schule erkennen, was ihren Wert für eine mehr leistungsbezogene Gesellschaft unterstreicht. Sehr zur Freude auch vom Jesenwanger Bgm. und stv. Landrat Hans Wieser - gleichzeitig auch noch Schulverbandsvorsitzender von Jesenwang-Adelshofen-Landsberied - und Anja Gerber als Elternbeiratsvorsitzende. Für die Schule bedankten sich Rektor Peter Krutzenbichler und Lehrerin Katrin Niedermeir mit Blumen, einem Kandinsky-Nachdruck und weiteren Aufmerksamkeiten bei Familie Popp - die gerührt diesen großartigen Rahmen zur Kenntnis nahmen.

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