Flugpsychologische Abteilung des Fliegerhorstes feierte 30-jähriges Bestehen – Jedoch noch kein Abschied

Die Protagonisten der Jubiläumsveranstaltung des Flugmedizinischen Instituts (von links): der stellvertretende Leiter des FlMedInstLw, Oberstarzt Dr. Hansjörg Glaser, Festredner Ministerialrat a. D. Dr. Dieter Hansen, Leiter Abteilung Flugpsychologie Dr. Wolfgang Roth. Foto: Dieter Metzler

„Auch wenn wir noch unter den Nachwirkungen leiden“, sagte der Abteilungsleiter der Flugpsychologie, Wolfgang Roth, in Anspielung auf die Entscheidung des Verteidigungsministers aus der vergangenen Woche, den Fliegerhorst zu schließen, so werde diese Feier nicht die Abschiedsfeier der Abteilung Flugpsychologie sein. Die jüngste Abteilung des Flugmedizinischen Instituts der Luftwaffe (FlMedInstLw), die im Jahre 1981 von Karl Gerbert gegründet wurde“ feierte am 2. 11. im Offizierskasino ihr 30-jähriges Bestehen. Die Jubiläumsfeier fand unter dem Motto „30 Jahre Abteilung Flugpsychologie – gerüstet für die Zukunft“ vor zahlreichen Gästen, darunter auch viele ehemalige Instituts-Angehörige, die aus der ganzen Republik angereist waren, statt. Zu Ehren ihres vor knapp einem Jahr verstorbenen Abteilungsgründers ging die Festveranstaltung mit einem anschließendenflugpsychologischenSymposium zu Ende. Bevor mit Ministerialrat a. D. Dieter Hansen ein früherer Abteilungsleiter den Festvortrag „Zur Geschichte der militärischen Flieger-/Flugpsychologie in Deutschland seit 1956“ hielt, eröffnete der stellv. Leiter des FlMedInstLw, Oberstarzt Hansjörg Glaser, die Veranstaltung, die mit Blick in die Runde als „Familienfeier“ bezeichnete.

Er vertrat den Leiter des FlMedInstLw, Oberstarzt Dr. Wolfgang Krause, der aus anderweitiger Verpflichtung sein Kommen absagen musste wie auch der Generalarzt der Luftwaffe, Dr. Jörg Binnewies. Das FlMedInstLw habe schnell einen hervorragenden Ruf erworben und die Personalstärke sei im Laufe der drei Jahrzehnte von 15 auf 42 Mitarbeiter angestiegen, berichtete Glaser. Diese Entwicklung werde sich im Hinblick auf Reduzierung der Bundeswehr nicht fortsetzen, vermutet der stellvertretende Institutsleiter. Die Abteilung Flugpsychologie ist aber für die Zukunft gerüstet, und deshalb sei er auch vom Motto, unter dem die Jubiläums-Veranstaltung stehe, überzeugt. Festredner Dieter Hansen ließ in einem halbstündigen Vortrag die Geschichte von den Anfängen der Flieger- und Flugpsychologie bis in die Gegenwart Revue passieren. So wurde bereits in der Weimarer Republik Fliegerpsychologie bei der Auswahl der Piloten praktiziert. Die Geburtsstunde der Fliegerpsychologie der Luftwaffe schlug im Jahre 1938. Sie erlebte jedoch nur ein kurzes Intermezzo, als der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Hermann Göring, im Jahre 1942 die Auflösung befahl. Der konkrete Aufbau der Flieger-/Flugpsychologie der Bundeswehr fand dann 1956 statt, nachdem es im „Amt Blank“, der Vorgängerinstitution des Verteidigungsministeriums, erste Anfänge gab. Hansen berichtete von dem schleppenden Aufbau, nachdem in der Bevölkerung damals noch eine große Abneigung gegen die Bundeswehr herrschte. Im Jahre 1966 forderte die Luftwaffe eine Zentralisierung der Fliegerpsychologischen Untersuchungsstellen (ZFU), die bei den Freiwilligenannahmestellen in Hannover und Hannover sowie beim Fluganwärterregiment in Uetersen eingerichtet waren. Die Forderung realisiert mit einer Zentralen Untersuchungsstelle in Uetersen und den Außenstellen in Bückeburg und Fürstenfeldbruck. Die 70-ger Jahre waren gekennzeichnet von der Einführung eines einheitlichen Prüfverfahrens und von der Modernisierung der verschiedenen Fliegerpsychologischen Testgeräte. 1971 erfolgte die Verlegung der ZFU nach Neubiberg und zwei Jahre später nach Fursty zur Waffenschule 50. Parallel dazu fand 1959 die Aufstellung des FlMedInstLw mit der Fachgruppe Flugpsychologie unter der Regie von Karl Gerbert statt. Der von Hansen als „Vater der deutschen militärischen Flugpsychologie bezeichnete Gerbert entwickelte die konzeptionellen Grundlagen der militärischen Flugpsychologie und der Flugpsychologischen Untersuchungen. Zu den heutigen Aufgaben der Abteilung zählen u. a. die Eignungsfeststellung für den fliegerischen Dienst, Klinisch-psychologische Untersuchungen im Rahmen der Wehrfliegerverwendungsfähigkeit, Mitwirkung an Flugunfalluntersuchungen, Psychologische Krisenintervention sowie die Umsetzung des Stresskonzepts Fliegerisches Personal Bundeswehr.

Meistgelesene Artikel

Erneut tödlicher Verkehrsunfall auf B2

Hattenhofen/Mammendorf - Erneut ereignete sich auf der Bundesstraße 2 zwischen Hattenhofen und Mammendorf ein tödlicher Verkehrsunfall. Erst am 7. …
Erneut tödlicher Verkehrsunfall auf B2

Bedrückende Stimmung im Sitzungssaal

Fürstenfeldbruck – Brucks 53-jähriger Oberbürgermeister Klaus Pleil (BBV) ist nach Feststellung einer amtsärztlichen Untersuchung auf Dauer …
Bedrückende Stimmung im Sitzungssaal

Famata erfolgreich behandelt

Fürstenfeldbruck – Als Fatama Cephas vor vier Jahren das erste Mal im Klinikum behandelt worden ist, war sie acht Jahre alt. Nach einem Sturz ist ihr …
Famata erfolgreich behandelt

Kommentare