Forum Gröbenzell muss sich nach langen Verhandlungen geschlagen geben

Verbitterter Abschied

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Knapp 90 Gäste waren zum Abschiedsabend des Forums erschienen.

Gröbenzell - Das Forum Gröbenzell ist Geschichte. Knapp 90 Gäste kamen zum Abschiedsabend des Vereins, der über 50 Jahre lang katholische Erwachsenenbildung in der Gemeinde angeboten hat. Das Fazit des Vorsitzenden Dieter Huttenloher: „Das Forum geht unter Schmerzen, aber erhobenen Hauptes von der Bühne.“

Der Verein hatte einstimmig seine Auflösung beschlossen, nachdem Verhandlungen über die Weitergabe von Zuschüssen mit den kirchlichen Institutionen gescheitert waren. Beim Abschiedsabend warf der Vereinschef noch einmal einen Blick auf Aufstieg und Fall des Forums, das 1964 – also noch vor den katholischen Bildungswerken – gegründet worden ist. „Da sind wir mit der Idee einer Bildungseinrichtung für Erwachsene im kirchlichen Bereich noch alleine gestanden“, sagte Huttenloher. Seit Mitte der 1970er-Jahre bezahlen Kirche und Staat Zuschüsse für die ehrenamtliche Erwachsenenbildung.

Doch weil die Struktur eines eigenen Vereins in diesem System nicht vorgesehen war, musste das Forum Gröbenzell als Mitglied dem Brucker Forum beitreten und eine Vereinbarung über die Weitergabe der Zuschüsse schließen. Diese wurden mit der Bezahlung einer 20-Stunden-Halbtagskraft pauschal abgegolten. Nachdem bereits vor zwei Jahren die Stundenzahl für die Arbeitskraft um fünf reduziert worden war und Verhandlungen erfolglos blieben, hatte das Gröbenzeller Forum seine Mitgliedschaft im Brucker Forum beendet. Auch der Versuch von Gröbenzells Bürgermeister Martin Schäffler zu vermitteln, blieb erfolglos. „Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe war von der neuen Leitung des Brucker Forums nicht mehr gewünscht“, sagte Huttenloher.

Mit rund 4000 Teilnehmern blickte das Gröbenzeller Forum auf ein erfolgreiches Jahr 2015. Und auch heuer finden noch Kurse statt, zu denen sich rund 500 Bürger angemeldet haben. Wie Huttenloher sagte, werden diese Kurse nun von anderen Organisationen weitergeführt. Der Abschied fällt für den Vorsitzenden eher verbittert aus: „Keine Ebene der katholischen Kirche hat sich in irgendeiner Form für das Forum eingesetzt oder wenigstens einen Dank für das langjährige Engagement ausgesprochen.“ Die letzte große gemeinsame Veranstaltung wollten sich die Freunde und Anhänger des Forums davon aber nicht vermiesen lassen – auch wenn Huttenloher bewusst nicht von einer Abschiedsfeier sprach, denn: „Es ist kein Anlass für eine Feier, aber doch für eine große Festlichkeit.“ Und so gab es zum Abschied ein festliches Drei-Gänge-Menü umrahmt von musikalischen Beiträgen aus dem Kreis des Forums.

 Andreas Daschner

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