Freie Demokraten bei der Europawahl im Landkreis FFB im Aufwind - Aufatmen bei der CSU

Als großer Gewinner bei der Wahl zum Europäischen Parlament am 7. Juni dürfen sich die Freien Demokraten im Landkreis Fürstenfeldbruck bezeichnen. Mit 5,4 Prozent verdoppelten sie gegenüber der Wahl vor fünf Jahren ihren Stimmenanteil auf 10 Prozent. Aufatmen aber auch bei der CSU: Mit 45,7 Prozent hat die Partei ihre Mehrheit im Landkreis verteidigt.

Sie büßte zwar gegenüber der Europawahl im Jahre 2004 erneut 7,6 Prozent ein, aber im Vergleich zum historischen Wahldebakel bei den Landtagswahlen im September 2008 konnte sie wieder 6,7 Prozentpunkte dazugewinnen. Die Grünen konnten ihr Wahlergebnis gegenüber 2004 nicht verbessern, sie verloren 1,1 Prozent, aber sie gingen dennoch als zweitstärkste Partei aus diesen EU-Wahlen im Landkreis hervor. Die SPD verlor dagegen gegenüber der letzten EU-Wahl weiter an Boden. Von 15,3 Prozent fiel die Partei im Landkreis auf 12,7 Prozent hinunter. Als Sieger dürfen sich auch die Freien Wähler, die erstmals an einer Europa-Wahl teilnahmen, fühlen. Auf Anhieb erreichten sie 5,4 Prozent im Landkreis. Keine Rolle spielten bei den EU-Wahlen im Landkreis die ÖDP mit 1,4 Prozent (-0,4) und die Linken mit 1,9 (+ 1,1). Von 150.800 wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürgern aus den 23 Gemeinden des Landkreises suchten am EU-Wahlsonntag 71.479 die Wahllokale auf, um ihre Stimme abzugeben. Erfreulich, dass die Wahlbeteiligung im Landkreis mit 47,4 Prozent somit um 2,4 Prozent höher lag als bei der letzten Wahl zum Europäischen Parlament im Jahre 2004. Erfreulich auch, dass die Wahlbeteiligung im Landkreis damit nicht dem allgemeinen Trend in der Republik folgte. Mit 42,5 Prozent erreichte die Wahlbeteiligung bundesweit ein neues Rekordtief. Sie sank gegenüber der Wahl vor fünf Jahren von 43 Prozent nochmals um ein halbes Prozent. Der positive Landkreis-Trend täuscht dennoch nicht darüber hinweg, dass die Wahl bei den Bürgerinnen und Bürgern aber immer noch auf zu geringes Interesse stößt. Mit Erleichterung und Zufriedenheit nahmen die im Foyer des Landratsamtes zur Wahlparty erschienenen CSU-Politiker aus dem Landkreis die Ergebnisse zur Kenntnis. Nach dem Wahldebakel bei den Landtagswahlen im vergangenen Jahr „habe man das schwarze Loch wieder schließen können“, bewertete beispielsweise Brucks CSU-Stadtrat Ludwig Lösch das Wahlergebnis. „Wir sind der große Gewinner auf Bundes-, Landes- und Kreis-Ebene“, freute sich der FDP-Kreisvorsitzende Klaus Rehbock. Er sei überzeugt, das werde auch Signalwirkung für die Bundestagswahlen haben. „In vielen Gemeinden rangieren wir vor der SPD“, so Rehbock, der die Gründung eines Ortsverbandes im westlichen Landkreis ankündigte. „Bei uns in Emmering ist die Welt noch in Ordnung“, kommentierte Bürgermeister Michael Schanderl das Ergebnis, das er als erfolgreichen Einstieg der Freien Wähler bei den EU-Wahlen für den Landkreis bezeichnete. Die komplette Brucker SPD-Spitze glänzte bei der Wahlparty im Landratsamt durch Abwesenheit. Der stellvertretende SPD-Unterbezirksvorsitzende und Germeringer Ortsvereinschef, Florian Fink zeigte Flagge: „Ich will das für uns enttäuschende Ergebnis nicht schön reden, aber im Grunde genommen gibt uns die Wirtschaftskrise recht. Der Markt braucht Regeln und deshalb glaube ich nicht, dass wir auch als Verlierer aus der Bundestagswahl hervorgehen.“

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