Alternative für Deutschland hält Vortrag – Bündnis hält mit Demonstration dagegen

Alles friedlich – nichts passiert

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50 Bürger hatten sich eine Stunde vor dem Vortrag der AfD zusammengefunden, um vor allem gegen die Flüchtlingspolitik der Partei zu demonstrieren.

Fürstenfeldbruck – Der Protest, zu dem das Bündnis „Fürstenfeldbruck ist bunt – nicht braun“, das Aktionsbündnis im Landkreis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, am Montagabend gegen eine Veranstaltung der Partei Alternative für Deutschland (AfD) vor der Gaststätte Auf der Lände aufrief, ist ruhig zu Ende gegangen. Die Brucker Polizei, die vorsichtshalber mit einigen Beamten vor Ort weilte, musste jedenfalls nicht eingreifen.

Rund 50 Demonstranten hatten sich in einigen Metern Entfernung vom Brucker Gasthaus eine Stunde vor Beginn des Vortrags- und Diskussionsabends, zu der die AfD-Kreisverbände aus Dachau und Fürstenfeldbruck eingeladen hatten, eingefunden. Mit Spruchbändern, Fahnen sowie Trillerpfeifen und Trommeln setzten sie ein Zeichen gegen Fremdenhass und demonstrierten vor allem gegen die Flüchtlingspolitik der AfD. Ins Gespräch kamen die Brucker Demonstranten mit den AfD-Anhängern dabei aber nicht. Die zweistündige AfD-Veranstaltung, der etwa 70 Besucher beiwohnten, lief im Saal der Gaststätte ohne größere Zwischenfälle ab, sieht man einmal davon ab, dass trotz freier Plätze einige später kommende jüngere Zuhörer abgewiesen wurden. Der vom „Bündnis FFB ist bunt – nicht braun“ angemeldeten Kundgebung hatten sich etliche Mitglieder der Ökologisch Demokratischen Partei (ÖDP), des Bündnisses 90/Die Grünen und der Partei Die Linke angeschlossen. Unter die Besucher der AfD-Veranstaltung hatten sich mit Klaus Zieglmeier, Klaus Quinten, Florian Weber und Hermine Kusch einige BBV-Stadträte gemischt.

„Sie werden hier durchgefüttert werden müssen, bis sie irgendwann mal sterben.“

Bevor der Bundesvorsitzende des AfD-Mittelstandsforums, Hans-Jörg Müller, über seine Vorstellungen zum Thema „Unkontrollierte Einwanderung ist der Untergang des Mittelstandes“ referierte, bezeichnete Linda Amon, die AfD-Kreisvorsitzende, bei ihrer Begrüßung den Mittelstand als die tragende Säule der deutschen Volkswirtschaft, der von der Politik als Stiefkind behandelt werde, obwohl die ganze Welt Deutschland um den Mittelstand eigentlich beneide. Müller, der vorausschickte, in der AfD befinden sich ganz normale Menschen aus der Mitte der Gesellschaft, und „wir fressen auch keine kleinen Kinder und trinken auch nicht ihr Blut“, sagte, der Mittelstand sei tödlichen Gefahren ausgesetzt, der, „wenn wir nicht gegensteuern, wohl ins Reich der Geschichte befördert wird“. Der Mittelstand werde ausgepresst wie eine Zitrone, um die Flüchtlinge zu finanzieren. Arbeiter, Angestellte und Mittelstand – sie sitzen alle in einem Boot. Die Zahl der Leistungserbringer werden immer weniger, die Zahl der Transferempfänger immer mehr. Von 30 Millionen Arbeitsplätzen werden in den nächsten zehn bis 15 Jahren 18 Millionen aufgrund der Automatisierung verschwinden. Im Vergleich dazu schrumpfe die Bevölkerung zu wenig, um mit dem Verlust der Arbeitsplätze Schritt halten zu können. „Und was machen wir Deppen“, wetterte Müller gegen die Politik der Bundesregierung, die er als „Katastrophen- Combo“ bezeichnete: „Wir holen uns noch Leute rein ins Land. Das ist für mich ein totaler Widerspruch.“ Sein Rezept sei ganz einfach: Sozialhilfe nur für deutsche Staatsbürger und für legal in Deutschland lebende Bürger, darunter fallen auch anerkannte Asylbewerber. Wenn die Magnetwirkung der Sozialleistungen wegfalle, dann „kommt auch keiner mehr.“ 90 Prozent der Zuwanderer könnten ohnehin nicht in den Arbeitsmarkt integriert werden, glaubt Müller. „Sie werden hier durchgefüttert werden müssen, bis sie irgendwann mal sterben.“

Dieter Metzler

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