Staatsminister Spaenle beim Ortstermin im Fliegerhorst Fürstenfeldbruck

Für Opfer des Olympia-Attentats Gedenkstätte in München und FFB

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Beim Pressegespräch nach dem Ortstermin  am 17. 1. 2013 im Fliegerhorst FFB: Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle (Mitte), OB Sepp Kellerer (l.), Landrat Thomas Karmasin (r.) 

Fürstenfeldbruck  - Zwei  Gedenk-Orte auf "gleicher Augenhöhe"  werde das Projekt Gedenkstätte des Freistaates Bayerns für die  Opfer des Olympia-Attentats haben, sagte Staatsminister  Spaenle bei seinem Ortstermin im Fliegerhorst  am 17. Januar 2013: München und Fürstenfeldbruck.  

Die Erinnerung an die Opfer des Olympia-Attentats von 1972 ist eine Herzensangelegenheit in Israel. Für den Freistaat Bayern widmet sich  Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle nach seinem  Besuch in Tel Aviv  dieser Gedenkarbeit.  Im Vorfeld des zentralen Gedenkens am 5. September 2012  an die Opfer des Olympia-Attentats von 1972  hatte die Bayerische Staatsregierung beschlossen, auch  in München einen Raum der Erinnerung an die Opfer des blutigen Anschlags palästinensischer Terroristen   zu errichten – das Staatsministerium für Unterricht und Kultus übernahm federführend die Umsetzung. Und auch  Fürstenfeldbruck hat jetzt einen festen Platz bei den  Planungen für das Gedenkstätten-Projekt des Freistaates Bayern. Den Anstoss, das „Signal“ – gaben Landrat Thomas Karmasin und Oberbürgermeister Sepp Kellerer in einem Gespräch mit Dr. Ludwig Spaenle im Dezember 2012. 

Beim Ortstermin am 17. Januar im Fliegerhost am Schauplatz des Massakers von 1972 mit Staatsminister Spaenle nahmen auch der Leiter der Gedenkstätte Flossenbürg, Dr. Jörg Skribeleit, der Leiter des Jüdischen Museums München, Bernhard Purin,  Vertreter der interministeriellen Arbeitsgruppe, Landrat Thomas Karmasin, OB Sepp Kellerer und die Historikerin und Autorin der im Auftrag des Landratsamtes FFB erstellten Dokumentation „Das Ende der Heiteren Spiele von München“, Dr. Angelika Schuster-Fox teil. 

 Im Zusammenwirken mit diesen Fachleuten, der Israelitischen Kultusgemeinde sowie der Bayerischen Staatskanzlei will Staatsminister Spaenle nun im Dialog den Auftrag, „in würdiger Form zu erinnern“, umsetzen. Einige Kernfragen gelte es dabei  in Fürstenfeldbruck zu klären:  Trägerschaft,  die Finanzierung, Verkehrserschließung.  Eigentümer des Geländes ist der Bund,  auch der Denkmalschutz ist involviert. 

In München ist der Gedenkraum auf dem Olympiagelände  vorgesehen. Auch hier sind unterschiedliche Eigentümer, Staat, Stadt und Olympia-Gesellschaft sowie die Max-Planck-Gesellschaft eingebunden. Spaenle sprach  von „zwei Gedenk-Orten auf gleicher Augenhöhe“.  Dabei solle  der Tatablauf dargestellt werden, man wolle den Opfern Gesichter und Biographien geben, die historische Darstellung des Anschlags solle eingebettet werden in den Gesamtkomplex des weltweiten Terrorismus. 

 Nach dem Abzug der Luftwaffe im  Zusammenhang mit der Auflösung des Fliegerhorstes  in einigen Jahren stehe - so OB Kellerer - die  Vermarktung und Neustrukturierung des Fliegerhorst-Geländes an. Es gebe  deshalb auch schon Anfragen von Interessenten für den Alten Tower. 1600 qm Raum stünden hier  bei der Übernahme des Alten Towers für die Ausgestaltung einer Gedenkstätte zur Verfügung, und es solle daneben  auch die Geschichte des Fliegerhorstes dokumentiert werden. Der Leiter des Jüdischen Museums, Purin, fände es auch "spannend", wenn das Projekt für Bildung genutzt werden könnte. Der Alte Tower verkörpere  ursprünglich den „Bauhausstil“, das sei später ausgetauscht worden gegen den NS-Baustil. Sein Kollege von der Gedenkstätte Flossenbürg ergänzte,  dass sich die Frage nach den Themenangeboten und  dafür relevanten Gruppen im Rahmen der Gedenkarbeit  stelle. Dr. Skribeleit erklärte, die  Ausstellung im Alten Tower  sei "ausgezeichnet". Schulen und der Deutsche Olympische Sportbund  hätten die Wanderausstellung   bereits  angefordert, hieß es dazu. 

Landrat Thomas Karmasin zeigte  sich erfreut,  "dass nicht alles nur in München spielt", sondern, „dass wir mit dabei sind“. Die nächsten Gespräche seien bereits terminiert, und auch die Bundeswehr sei sehr kooperativ. 

 Hedwig Spies

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