Ferienprogramm des Ortsverbandes Fürstenfeldbruck des Deutschen Amateur-Radio-Club e.V.

Funkamateur Felix stellte Funkkontakt zum spanischen König Felipe VI. her

+
Die QSL-Karte des Königs Felipe VI.

Fürstenfeldbruck – Ein absolutes Highlight erlebte der Amateurfunk Ortsverband Fürstenfeldbruck (C28), als es dem Funkamateur Felix S. (Rufzeichen DO3SCF) vor kurzem gelang, zufällig eine hochkarätige Funkverbindung zum spanischen König Felipe VI. herzustellen. Der Amateurfunkverein präsentiert stolz die obligatorische QSL-Karte mit dem exklusiven königlichen Rufzeichen und dem Portrait des Monarchen. Felix erklärte zu dem ungewöhnlichen Funkkontakt: „Ich habe mich anfangs schon über das ungewöhnliche Rufzeichen gewundert und meine Neugier war geweckt.“

Zum Funken benötigt man eine Antenne, einen Empfänger, einen Lautsprecher, einen Sender und ein Mikrofon. „ON3XX oscar november drei x-ray x-ray ruft CQ und hört.“ „DN4MZ delta november vier mike zulu ruft und geht auf Empfang.. „ So ähnlich hörte es sich an, als die Teilnehmer des Ferienprogramms der Funkamateure Fürstenfeldbruck ihre ersten Funkversuche unternahmen. Was sich heutzutage wie ein streng geheimer, verschlüsselter Militärfunkspruch anhört, ist für die Funkamateure des Ortsvereins Fürstenfeldbruck (C28) Teil ihres alltäglichen Hobbys. Der Ortsverband lud an zwei Tagen am 08. und 10. September 2015 interessierte Kinder und Jugendliche zum Ferienprogramm ein.

Ferienprogramm: Funkamateure Fürstenfeldbruck

12 junge Mädchen zwischen 12-15 Jahren nahmen am Ferienprogramm der Funkamateure in Fürstenfeldbruck am Volksfestplatz teil. Wolfgang Förtsch (DK4MZ), neben Bernt Köttgen (DF1MI) und dem 1. Vorsitzenden Helmut Berka (DL2MAJ), einer der Betreuer und erfahrener Funkamateur, erklärte zur Einführung die Zusammensetzung des individuellen Rufzeichens sowie das Equipment zum Funken. Außer dem bereits genannten Equipment benötigt man noch eine Lizenz, Klasse A für erfahrene Funker und E für Einsteiger, die man für eine bestandene Prüfung erhält. Über die Bundesnetzagentur erhält man die Bögen zum Üben, sowie Vorlagen zur Vorprüfung. Sobald der Prüfling die Prüfung bestanden hat, teilt ihm die Bundesnetzagentur ein individuelles Rufzeichen zu. 

In Deutschland beginnen diese immer mit D, in Italien mit I, in Spanien mit E ( España) und so weiter. „Amateurfunklehrlinge“ müssen nach dem D noch ein N setzen und übernehmen dann das restliche Rufzeichen des „Ausbilders“. Wenn also Wolfgang Förtsch der Ausbilder ist, DN4MZ, statt DK4MZ. Durch dieses einzigartige Rufzeichen weiß jeder auf der Welt, mit wem man gerade in Kontakt steht und aus welchem Land dieser kommt. Es ist sogar möglich, die andere Person auf vier Kilometer genau zu orten. Im Amateurfunkgesetz aus dem Jahre 1949 ist genau geregelt, wie man sich bei einem Funk verhält und an welche Regeln sich ein Funkamateur halten muss. So ist auch der Bereich, auf dem gefunkt werden darf, genauestens vorgeschrieben, damit es zu keinen Problemen mit anderem Funkverkehr, z.B. Radio oder Fernsehsendern kommt. Deshalb gibt es genau festgelegte Frequenzbereiche auf denen der Funkamateur senden darf. Der Ultrakurzwellen (UKW)- Rundfunk funkt mit einer Frequenz von 88-108 Megahertz (Mhz), der Amateurfunk von 144-146 Mhz und dazwischen liegen der Flugfunk und Wettersatellitenaussendungen. Nach der Einführung durften die Teilnehmerinnen sich einen „LED-Fader“ basteln, der aus Leuchtdioden bestand, deren Helligkeit ab und wieder zunahm. Unter Anleitung der Betreuer arbeiteten die Mädchen selbständig. Sie löteten mit dem Lötkolben die verschiedenen Widerstände zunächst mit Zinn auf die Platine, anschließend wurde das überstehende Stück Draht mit einer Zange abgezwickt, um Kurzschlüsse und Unterbrechungen im Stromkreis zu vermeiden.

Nach einer kurzen Erfrischungspause mit Pizza ging es dann ans Einsetzen und Festlöten der Leuchtdioden (LEDs), die in rot, blau und grün leuchteten. Dann noch eine 9V Batterie und schon war der „LED-Fader“ fertig. Danach ging es ins Freie zur „Fuchsjagd“: Ein Sender, den Wolfgang Förtsch vorher in einem Garten eines befreundeten Funkamateurs aufgestellt hatte, sollte mit Hilfe der Empfänger gepeilt und gesucht werden. Der Sender sendete ununterbrochen ein Signal aus, das man mit den Kopfhörern am Empfänger hören konnte. Die Antenne wurde in verschiedene Richtungen gedreht, durch die Richtungsänderung konnte man zwei verschiedene Richtungen anpeilen, in der sich der versteckte Sender befinden könnte. Wolfgang Förtsch half ein wenig nach, und schließlich war man sich einig, welche Richtung zum Ziel führte, denn wenn der Ton des Senders sehr leise war, bewegte man sich in die richtige Richtung. Wieder am Vereinshaus angekommen, durften Freiwillige noch ihren ersten Funkspruch absetzen, in diesem Fall nach Dachau an einen bekannten 65-jährigen Funkamateur. Gegen Ende bekam jeder eine Urkunde.

Benni, ein 23-jähriger Mechatroniker war schon 2007 vom Funkamateur Ferienprogramm begeistert und meldete sich kurzentschlossen an. Demnächst will er seine Klasse A Prüfung absolvieren. Der 20-jährige Elektrotechnikstudent Felix (DO3SCF) ist seit 2013 Mitglied und möchte sich auch nach dem Studium in diese Richtung orientieren. Wolfgang Förtsch (DK4MZ) ist enttäuscht, dass eine Prüfung zum Funkamateur meist erst ab 15 Jahren möglich ist, da man erst dann die nötigen Erkenntnisse in der Schule lernt, um die Prüfung zu bestehen. Früher gab es mal die Möglichkeit auch für Kinder eine Lizenz zu erwerben, doch das wurde leider wieder abgeschafft, erzählt er.

Zum Verein:

Dem Verein gehören momentan 161 Mitglieder, im Alter zwischen 10 und 90 Jahren und 48 Jugendliche an. Der derzeitige 1. Vorsitzende ist Helmut Berka. Funkamateure kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten und Berufsgruppen. Im Ortsverband sind unter anderem auch Beamte, Juristen, Buchhändler und sogar ein Geologe aktiv, was zeigt, dass man kein technisches Studium abgeschlossen haben muss, um Funkamateur zu werden.

Der Verband nimmt ebenfalls an der Clubmeisterschaft teil, z.B. bei den „Fielddays“. Beim Fieldday wird auf 5 (Sprechfunk) bzw. 6 (Telegraphie) Amateurfunkbändern gefunkt. Die Funkkontakte erfolgen nach bestimmten Regeln, wofür es dann Punkte gibt. Für jede Funkverbindung gibt es Punkte, wobei nur 1 Verbindung pro Rufzeichen pro Amateurfunkband zulässig ist. Die Punkte der Amateurfunkbänder werden zusammengezählt. Je Amateurfunkband werden auch die erreichten Länder gezählt, und ebenfalls die Summe der Länder gebildet. Das Wettbewerbsergebnis errechnet sich dann aus Summe der Punkte x Summe der Länder. Damit die Punkte zählen muss man mindestens 100 Meter vom nächsten festen Gebäude entfernt sein und über eine autarke Stromversorgung verfügen. Solche Wettbewerbe dauern manchmal 24h oder länger, sodass man sich auch oft mit Zelten und Schlafsäcken ausrüstet.

Der Ortsverband trifft sich offiziell einmal im Monat und die Clubtreffen am Volksfestplatz finden jeden Mittwoch ca. 20:00 Uhr statt. Außerdem wird während der Schulzeit, alle 2 Wochen ein Jugend-Basteln von 17:00-18.30 Uhr veranstaltet. 

Für Interessenten: www.funkamateure.ffb.org

Hilfe bei Katastrophen: 

Obwohl Amateurfunk in erster Linie ein Hobby ist, sind die Verbände verpflichtet, bei Notfällen zu helfen, weshalb eine Vereinbarung mit dem Katastrophenschutz besteht. Die Bezirke müssen immer erreichbar sein und so half schon mancher Funkamateur z.B. mit der Übermittlung von Informationen zwischen Polizei - THW - Rotes Kreuz und weiteren Hilfsorganisationen, da nicht garantiert ist, dass diese sich über Funk austauschen können, was an unterschiedlichen Frequenzbereich bzw. analoger oder digitaler Technik liegen kann. Des weiteren können Funkamateure noch kommunizieren, wenn die Batterien der Telefonvermittlungsstellen und Basisstationen im Mobilfunk erschöpft sind.

Felix Hamann

Meistgelesene Artikel

Erneut tödlicher Verkehrsunfall auf B2

Hattenhofen/Mammendorf - Erneut ereignete sich auf der Bundesstraße 2 zwischen Hattenhofen und Mammendorf ein tödlicher Verkehrsunfall. Erst am 7. …
Erneut tödlicher Verkehrsunfall auf B2

Rauschende Ballnacht

Fürstenfeldbruck – Über 550 begeisterte Tänzer haben den Jahreswechsel zusammen mit der Heimatgilde „Die Brucker“ im ausverkauften Stadtsaal …
Rauschende Ballnacht

Mülleimer peppen Stadtbild auf

Fürstenfeldbruck – Schülerunternehmen „Royal Trashmasters“ verschönert in Zusammenarbeit mit der Stadt Abfallbehälter der Innenstadt mit …
Mülleimer peppen Stadtbild auf

Kommentare