Kooperation mit der Augsburger Puppenkiste und der Volksbühne Mering 

"Märchenhafte Mühle" - Sonderausstellung in der Furthmühle

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Die Furthmühle in Egenhofen ist ein technisches Denkmal und Museum

Furthmühle/ Egenhofen - Hier fühlt man sich in das Jahr um 1900 zurückversetzt, wähnt sich in einer Epoche fern von Internet, Smartphones und Fernsehen. In der Furthmühle ist die Zeit stehengeblieben, sie versprüht geradezu einen märchenhaften Charme: In der Sonderausstellung "Märchenhafte Mühle", die noch bis 23. November präsentiert wird, werden u.a. Märchen wie Rapunzel, der Wolf und die 7 Geißlein sowie die Geschichte Max und Moritz in denen Mühle, Müller/in, deren Sohn, Tochter  oder Esel, Mühlstein oder Mehl eine Rolle spielen, dargestellt.

Albert Aumüller gewährt einen Einblick in sein traditionelles Handwerk: Hier zeigt er, wie die Fördertechnik funktioniert

Der Bogen spannt sich von den Gebrüdern Grimm über Wilhelm Busch, bis hin zu Otfried Preußler und wird von der Augsburger Puppenkiste und dem Marionettentheater der Volksbühne Mering unterstützt.

Das denkmalgeschützte, wertvolle Gebäudeensemble aus dem frühen 19. Jahrhundert ist eine der letzten Kunstmühlen auf dem technischen Stand von 1890 bis 1920. Sie stellt als eine noch in Betrieb befindliche Getreide- und Sägemühle ein bedeutendes kultur- und technikgeschichtliches Zeugnis dar und gilt nicht umsonst als Bayerns lebendigstes Museum. Müllermeister und Eigentümer Albert Aumüller beschreibt es mit folgenden Worten: "Meine Mühle verkörpert den Übergang von der historischen Mühle zur Industrie- und Handelsmühle. Sie sieht auch noch so aus, wie vor etwa hundert Jahren", erzählt er. Schrotgang, Walzenstühle, Reinigungsmaschinen und Fördertechnik in der Getreidemühle - Hochgang von 1901 und Baumwinde in der Sägemühle - hier ist alles im ursprünglichen Zustand geblieben. 

Die Sonderausstellung im Obergeschoß präsentiert Märchen, die einen Bezug zu Mühlen haben

Die Geschichte des Müllerhandwerks einschließlich seiner faszinierenden Technik, wird in der nach Plänen von J.B. Metevier 1824 errichteten Furthmühle und ehemaligen Hofmarksmühle von Weyern, für die Besucher sichtbar und erlebbar. Bei regelmäßig stattfindenden Führungen durch die historische Mühle, können die Besucher dem Müller über die Schulter schauen. Dabei wird auch die Säge- und Schneidmühle besichtigt mit dem 180 Jahre alten hölzernen Venezianergatter und dem über 100 Jahre alten Vollgatter. "Die Gäste sind meist sehr beeindruckt von dem, was sie sehen. Das ist heute schon etwas ganz Besonderes", so Albert Aumüller, der weitreichende Müllersche Wurzeln hat. Sein Großvater pachtete die Mühle um 1900, nach dem ersten Weltkrieg war er als Besitzer geführt. "Mein Vater hat Ende der Vierziger Jahre die Mühle übernommen und ich habe dann 1964 meine Müllerlehre angefangen. Ich bin jetzt im 50. Jahr als Müller tätig", erzählt Albert Aumüller stolz. "Es ist wichtig, dass das alte Handwerk nicht verlorengeht. Die Furthmühle ist real. Authentischer geht es nicht mehr".

Er selbst stellt noch in traditioneller Rückschüttmüllerei verschiedene Mehle aus Weizen, Roggen und Dinkel her, die in dem kleinen Mühlenladen, sowie auf dem Fürstenfeldbrucker Bauernmarkt erhältlich sind. Im Café Mahlgang mit idyllischem Cafégarten können die Besucher hausgemachte Torten, Kuchen und leckeres Schmalzgebäck zu den Museums-Öffnungszeiten (Sonn- und Feiertage von 13.30 Uhr bis 17 Uhr und werktags nach Vereinbarung) genießen. Der Mühlenladen ist ganzjährig von Dienstag bis Freitag geöffnet. Am Pfingstmontag, den 9. Juni, ist deutscher Mühlentag in der Furthmühle. 

Auskünfte unter www.furthmuehle.de und Telefon 08134/ 99191

Nicole Burk 

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