Integration ohne Worte

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Integration auf dem Fußballfeld: Bei dem Spiel zwischen Asylbewerbern und Mitarbeitern der Landkreis- und Stadtverwaltung klappte die Verständigung.

Fürstenfeldbruck – Es war eine runde Sache und ein spannendes Spiel: Dirk Hasenjaeger, der ehrenamtliche Koor- dinator des Sportangebotes in der Brucker Erstaufnahmeeinrichtung, hatte ein Freundschaftsspiel von Asylbewerber gegen eine Behörden-Auswahl auf die Beine gestellt. Dass am Ende die mit einigen Stadträten verstärkte Elf der Landkreis- und Stadtverwaltung die Partie mit 5:4 für sich entscheiden konnte, war aber nur Nebensache.

Ausgetragen wurde der Kick am Mittwochnachmittag beim TSV Fürstenfeldbruck-West. Der Vorsitzende Günter Eichinger war sofort begeistert von der Idee. Zumal er selbst jede Woche mit Flüchtlingen aus der Einrichtung im Fliegerhorst auf dem Gelände des SC Fürstenfeldbruck trainiert. Zudem spielen bei dem Verein im Brucker Westen inzwischen einige der unbegleiteten jugendlichen Asylbewerber. „Die sind gut integriert“, erzählt Eichinger am Spielfeldrand. Später stand er dann im Vereinsheim hinter dem Grill und bruzzelte Köstlichkeiten zur Verpflegung der Teams und der Zuschauer. Vor dem Anpfiff überreichte Fußball-Fan Jürgen Wölm an Hasenjaeger einen Satz Trikots für die Erstaufnahmeeinrichtung. 

Dann rollte der Ball. Als Schiedsrichter fungierte Jugendleiter Markus Koller. Sowohl das „Team Fürstenfeldbruck“ als auch „Team Flüchtlinge“ legte engagiert los. Nach etwa 20 Minuten gelang der Behörden-Elf der Abschluss zum 1:0. Torschütze war Thomas Epp, der im Landratsamt als Referatsleiter für das Ausländerwesen und damit auch für Asylbewerber zuständig ist. Willi Dräxler, Referent für Migration und Asyl beim Caritasverband München und Integrationsreferent der Stadt, hatte allerdings getippt, dass das Asylbewerber-Team in Führung geht. Er erzählt, dass in der Mannschaft einige Senegalesen spielen. „Dort ist Fußball Landessport.“ Petra Weber, Referentin für Gleichstellung, Integration und Migration des Kreistages, wunderte sich ebenfalls, dass das „Team FFB“ so gut aufspielte. Denn keine fünf Minuten später stand es 2:0. Diplomatisch prognostizierte sie ein Unentschieden als Endstand. Wichtiger als das Ergebnis sei aber, dass es allen Spaß macht. Sie freute sich, dass das Match zustande gekommen war. „Sport funktioniert ohne Worte.“ 

Mit großem Interesse verfolgte auch Arnold Neugebauer, der Objektbetreuer der Gemeinschaftsunterkunft in der Hasenheide, die Partie. Denn er trainiert seit zwei Jahren ebenfalls regelmäßig eine Asylbewerber-Mannschaft. Von seinen Jungs war aber diesmal keiner mit von der Partie. Das „Team Fürstenfeldbruck“ dominierte die gesamte erste Halbzeit. So stand es zur Pause 3:0. Zur zweiten Halbzeit kam dann das „Team Flüchtlinge“ mit einer beinahe komplett ausgewechselten Mannschaft vor allem mit Spielern aus Syrien und dem Kosovo auf den Platz. „Damit auch alle spielen können“, betonte Hasenjaeger. Denn insgesamt hatte er 29 Kicker mit einem vom SC Fürstenfeldbruck zur Verfügung gestellten Mannschafts-Bus in den Westen gefahren. 

Nach dem Wiederanpfiff wurde das Spiel schneller und der Druck auf das Tor der Behörden-/Stadträte-Auswahl größer. Am Ende erzielten die Asylbewerber respektable vier Tore zum Endstand 5:4. Nach dem Spiel gab es für alle Spieler Durstlöscher sowie Gegrilltes und verschiedene Salate. Die Verpflegung wurde von der Stadt spendiert. An den Tischen war dann natürlich das Spiel Gesprächsthema Nummer eins und Hasenjaeger wurde von Asylbewerbern gleich nach einem Rückspiel-Termin gefragt.

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