Integrierte Leitstelle FFB hatte Alarm ausgelöst wegen "Gefahrstoffaustritt groß" – Entwarnung für die Anwohner 

Schon wieder Großeinsatz mit 100 Feuerwehrleuten am Bahnhof Olching

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Geschützt mit Chemikalienschutzanzügen gingen Trupps der Feuerwehr vor, dichteten den Container soweit wie möglich ab, nahmen Proben und überprüften die Umgebung mit verschiedenen Messinstrumenten auf gefährliche Stoffe.

Olching - Nur wenige Wochen nach einem schweren Betriebsunfall, bei der eine S-Bahn mit einem Baustellenfahrzeug kollidierte, war die Feuerwehr am 15. Juli 2014 erneut mit einem Großaufgebot von über 100 Feuerwehrleuten am Olchinger Bahnhof im Einsatz. Nach einer Meldung von der Betriebszentrale der Deutschen Bahn trat bei einem Wagon eines Güterzuges eine unbekannte Flüssigkeit aus.

 Die Bahn stoppte den Zug auf Höhe des Bahnhofes in Olching. Die Integrierte Leitstelle in Fürstenfeldbruck löste daraufhin gegen 21 Uhr Alarm für die Feuerwehr mit dem Stichwort „Gefahrstoffaustritt groß“ aus. Auf Basis des hinterlegten Alarmplanes wurde eine Vielzahl von Einsatzkräften alarmiert. Zum Alarmzeitpunkt war nicht klar, ob und um welchen Gefahrstoff es sich handelte. Daher entschied sich die Einsatzleitung der Feuerwehr rund um den Kommandanten der Olchinger Feuerwehr Josef Gigl und Kreisbrandrat Hubert Stefan zunächst für einen Sicherheitsabstand von rund 50 Meter rund um den havarierten Wagon.

 Dies bedeutete eine weiträumige Absperrung rund um den Olchinger Bahnhof – insbesondere im Bereich Bahnhof- und Blumenstraße. Ebenso wurde der Zugverkehr auf allen Gleisen eingestellt. Eine erste Erkundung ergab, dass Flüssigkeit aus einem Containerwagon lief, der laut Gefahrentafel mit „festem, umweltgefährdenden Stoff“ – UN Nummer 3077 – beladen war. Zusammen mit den örtlichen Feuerwehren aus Olching, Esting und Geiselbullach trafen inzwischen auch die Messkomponente, die Dekontaminationseinheit, der Gerätewagen Gefahrgut, der Gerätewagen Atemschutz, sowie Unterstützungkräfte für die Örtlichen Einsatzleitung des Landkreises Fürstenfeldbuck ein. 

Geschützt mit Chemikalienschutzanzügen gingen Trupps der Feuerwehr nun vor, dichteten den Container soweit wie möglich ab, nahmen Proben und überprüften die Umgebung mit verschiedenen Messinstrumenten auf gefährliche Stoffe. Rund um den Wagon wurde der Brandschutz mit Pulver und CO2 sichergestellt. Die Schutzanzüge, sowie das eingesetzte Gerät wurden von der Dekontaminationseinheit sicherheitshalber dekontaminiert – dazu wurde beim P+R-Parkplatz auf der Ostseite des Bahnhofes ein Dekontaminationsplatz eingerichtet. Die Messinstrumente lieferten keinen Hinweis auf gefährliche Stoffe. 

Erst gegen 23:30 Uhr konnte mit Hilfe der Ladepapiere der Frachtfirma festgestellt werden, dass es sich um gewerbliche Abfälle handelte. Um was es sich bei der ausgetretenen Flüssigkeit handelt, werden erst Analysen ergeben. Die Polizei und die Bundespolizei warnten zwischenzeitlich die Anwohner Türen und Fenster geschlossen zu halten. Letztendlich bestand jedoch zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung. Vor Ort waren neben zeitweise bis zu 100 Feuerwehrkräften ein starkes Aufgebot an Rettungsdienst, der jedoch keine Verletzten zu behandeln hatte. Der Einsatz und damit auch die Streckensperre der Bahn konnte gegen 00:30 Uhr beendet werden. Die Einsatzstelle und der Güterwagen wurden dem Notfallmanager der Deutschen Bahn übergeben.

Hans Beyer 

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