Geigenbauer Paul Lijsen feiert im Mai sein 40-jähriges Betriebsjubiläum  in Türkenfeld –  Nach italienischem Vorbild 

"Vom Baum zur Bratsche" – Paul Lijsen hat eine große Viola-Ausstellung vorbereitet

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Im Mittelpunkt seiner Ganzjahresausstellung steht die Bratsche

Türkenfeld - "2014 ist das Jahr der Bratsche", erzählt Geigenbauer Paul Lijsen und klopft dabei auf ein Stück unbearbeitetes Holz. Der klare, tragende Ton verteilt sich in der kleinen Werkstatt in der Zankenhausener Straße 6. "Geigenholz ist ein Resonanzholz, das man hören kann, wenn man es anschlägt", so der Geigenbaumeister und erklärt, dass ein Streichinstrument aus Fichten- und Ahornholz gefertigt wird.

"Für die Decke verwende ich langsam-gleichmäßig gewachsene Gebirgsfichte. Die Seitenteile und der Boden bestehen aus Ahorn¨. Bis daraus ein fertiges Instrument wird, sind aber noch viele Arbeitsschritte nötig.

Aufgewachsen in Lenggries, entdeckte Paul Lijsen im Kindesalter seine Liebe zur Klassik, als sich sein Vater klassische Musik auf Schallplatten anhörte. Das Handwerk an sich, Paul Lijsen nennt es die 'tuende Klassik', hat in ihm das Interesse am Geigenbau hervorgerufen. Auch reizte es ihn, mit Holz zu arbeiten. Er besuchte 1962 die staatliche Fachschule für Geigenbau in Mittenwald, lernte alle Streichinstrumente selber zu spielen und begann, seinen Traum zu verwirklichen. 

Geigenbauer Paul Lijsen aus Türkenfeld beim Anpassen eines Griffbrettes

Auf die Frage, was man mitbringen müsse, wenn man Geigenbauer werden möchte, antwortet er: "Man sollte handwerklich geschickt sein, Muße mitbringen, viel Sitzfleisch und Verständnis für Physik haben". Auch gehöre ein "musikalisches Fundament" dazu. 1974 eröffnete der Geigenbauer mit holländischen Wurzeln seine erste Geigenbau- Werkstatt in Moorenweis. Sechs Jahre später ging er nach Türkenfeld, wo er in der Zankenhausener Straße eine kleine Werkstatt mit angrenzendem Verkaufsraum bezog. Seinen hohen Qualitätsstandard verdankt er nicht nur der Tatsache, dass er an vielen bedeutenden internationalen Fachseminaren mit Violine, Viola und Violoncello teilgenommen hat, sondern auch, weil er mit Biss und Leidenschaft an die Sache rangeht: "Ich fahre regelmäßig zu Ausstellungen für Geigenbauer, nehme an internationalen Geigenbau-Wettbewerben teil und besuche Symposien in ganz Europa, erzählt Paul Lijsen. "Um immer auf dem neuesten Stand zu sein, pflege ich die Mitgliedschaft im Verband deutscher Geigen- und Bogenmacher und in der Deutschen Violagesellschaft". Zusammen mit seiner Mitarbeiterin, die als Lehrling bei ihm anfing und ihn jetzt als Gesellin unterstützt, arbeitet Paul Lijsen an neuen Instrumenten nach italienischen Vorbildern, "um der Musik auch auf höchstem Niveau dienen zu können", sagt er. In seinem Geschäft verfügt er über ein reichhaltiges Angebot an alten und neuen Instrumenten, ebenso wie Bögen und Etuis aus der Schüler-, Studenten- und Meisterklasse. Auch Zubehör, Beratung, Service, sowie Klangverbesserungen und Reparaturen bietet der Geigenbauer an.

Mit seiner großen Viola-Ausstellung, bei der die Bratsche ein Jahr lang in den Fokus rückt, präsentiert Paul Lijsen eine Auswahl seiner bis zu 20 Jahren gereiften Meisterbratschen unterschiedlicher Größen, Modelle und Ausführungen. Selbstverständlich auch Geigen, Celli und Kontrabässe. Kleine Konzerte runden das Event ab. Der Geigenbaumeister, der im Mai sein 40-jähriges Betriebsjubiläum feiert,  lädt alle Interessierten ein, die Ausstellung zu besuchen. Geöffnet jeden zweiten Samstag im Monat von 14 bis 18 Uhr.

Weitere Informatonen unter: geigenbau-lijsen.de

Nicole Burk

 

 

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