Gesamtes S-Bahn-System profitiert von einem zweiten Tunnel - Bocklet für zweite S-Bahn-Stammstrecke

Seit Anfang der 90er Jahre wird über die Möglichkeiten einer Entlastung der bestehenden S-Bahn-Stammstrecke in München kontrovers diskutiert. Bayerns erster Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet (CSU) gab nun ein klares Votum für einen Ausbau der bestehenden Stammstrecke durch eine zweite S-Bahn-Stammstrecke ab. Sollte der bayerische Landtag Mitte April den Bau ablehnen, stünde Bayern beim S-Bahn-System München mit leeren Händen da, so Bocklet. In einem mehrseitigen Schreiben unterstrich der Brucker Stimmkreis-Abgeordnete aus Gröbenzell die Bedeutung eines zweiten Tunnels. Das gesamte Münchner S-Bahn-System werde wirksam verbessert, so Bocklet

Von den täglich 780.000 S-Bahn-Nutzern kommen 500.000 (64,1 %) aus dem Umland der Landeshauptstadt, so Bocklet. Eine zweite S-Bahn-Stammstrecke führe u. a. zu einer Reduzierung der Störanfälligkeit, Verbesserung der Betriebsqualität, der Kapazitätserhöhung für Taktverbesserungen, eine schnelle Erreichbarkeit von Hauptbahnhof und Marienplatz und nicht zuletzt zu einer Gewinnung neuer Fahrgäste. Außerdem enthalte die Planung der zweiten S-Bahn-Stammstrecke weitere netzergänzende Maßnahmen, die letztlich zur Optimierung des gesamten S-Bahn-Netzes beitragen. Nur diese Variante stärke nach Aussage Bocklets auch die charakteristische Ost-West-Achse und befinde sich bereits in einem Planungsstadium, das bei entschlossener Umsetzung eine Realisierung bis 2018 möglich mache. Ein entscheidender Aspekt sei auch die Mitfinanzierung durch den Bund mit bis zu 60 Prozent, die nach dem Gemeinde-Verkehrs-Finanzierungsgesetz (GVFG) nur bis zum Jahr 2019 möglich ist. Zusätzliche Fördermittel könnten vom Bund fließen, wenn München die Zusage zur Ausrichtung der Winter-Olympiade 2018 erhalten sollte. Nachdem der Bau des Transrapid zur Anbindung vom Hauptbahnhof an den Flughafen „gestorben“ war, werde die Anbindung über die S 8 favorisiert. Auch dafür sei die zweite S-Bahn-Stammstrecke Voraussetzung, so Bocklet. Zusätzlich biete die zweite S-Bahn-Stammstrecke in Kombination mit der S 8 die Durchbindung aller ÜFEX-Linien (überregionale Flughafen Express-Züge) aus Richtung Augsburg und Buchloe zum Flughafen. Der Variante „Nordtunnel“, erteilte der erste Landtagsvizepräsident eine klare Absage. Der Tunnel sei in seiner Basisversion nur eingeschränkt und für den Fall seiner Fernbahntauglichkeit überhaupt nicht förderfähig. Außerdem würde er die S-Bahn-Stammstrecke deutlich weniger entlasten und könnte erst 2025 in Betrieb genommen werden.

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