Geschichte der Krankenpflege in Bruck – Historischer Verein HVF stellt Exponate aus - Von Flugmedizin bis Volksgesundheit im NS-Regime

Sehr zufrieden mit der angelaufenen HVF-Ausstellung zum Gesundheitswesen in Bruck/FFB: (v.li.) Hannelore-R. und Erik Kraus, Peter Wollein, Evelyn und Otto Meißner. Alle Fotos: Günter Schäftlein

Es war ein langer Weg seit drei Jahren, verbunden mit sehr viel persönlichem Einsatz zahlreicher Mitarbeiter zu einzelnen Themenbereichen, verarbeitet in der örtlichen Historie zum Gesundheitswesen seit 1263 in der Marktgemeinde und Stadt Bruck/ FFB. Jetzt erfolgte zur bereits vorliegenden Publikation eine lebendige Ausstellung im Kundenzentrum der Sparkasse.

Die Themenvielfalt ist beeindruckend und ein „Kleiner Führer“ durch die Ausstellung ein nützlicher Begleiter. Er gibt kurze Anhaltspunkte zu „Badern, Medizinmännern, Doktoren und Hebammen. Kindbettfieber, Säuglingssterblichkeit und einer geheimnisvollen Taufspritze“. Es geht um Ärzte in und um Bruck/Fürstenfeldbruck zwischen 1770 und 1970. Auch um eine für das Mittelalter so fürchterliche Geißel wie die Pocken. Man erfährt etwas über die schwierige augenärztliche Versorgung, die Brucker Apotheken von 1803 bis in die Neuzeit und über die Entwicklung des Brucker Krankenhauses vom Siechenhaus bis zum Kreisklinikum. Daneben die Arbeit der Niederbronner Schwestern in der Krankenpflege, die bereits 120jährige „Sanitätskolonne“ des BRK in der Stadt, die Schulgesundheitspflege sowie die Anfänge der Flugmedizin in „Fursty“ im Zeitraum 1959 bis 1984. Begriffe wie „nordische Rasse, gesund und kampffähig, züchten und Volksgesundheit“ kennzeichneten den NS-Missbrauch des Gesundheitswesens ebenso wie „Andersartige“. Mit dem unauffälligen Helfer in der Not namens „Pflaster“ befasst sich der Beitrag von Volker Goldbeck im HVF-Vorstand. Bernd Fröhlich, Vorstandsmitglied der Sparkasse, begrüßte zahlreiche Besucher zur Eröffnung der Ausstellung und zitierte Schopenhauer: „Es gibt tausend Krankheiten, aber nur eine Gesundheit.“ Der Historische Verein habe einen langen Blick zurückgeworfen und stehe für das historische Gedächtnis in der Region. „Nur wer die Vergangenheit kennt hat eine Zukunft!“ Der stv. Landrat Johann Wieser – „Wir haben diese Ausstellung mit einer Geldzuweisung unterstützt …“ - erinnerte an die heutigen Aufgaben im Landkreis für das Gesundheitswesen, mitgetragen durch das Gesundheitsamt im Landratsamt. „Schätzen Sie sich glücklich, dass Sie in der heutigen Zeit leben … Und: Ein Gesunder hat viele Wünsche. Ein Kranker nur einen.“ Kulturreferentin Dr. Birgitta Klemenz vertrat den verhinderten OB Sepp Kellerer, überbrachte die städtischen Glückwünsche zur Ausstellungseröffnung, fasste sich wirklich kurz und aufmunternd an den 2012 inzwischen 30jährigen HVF gerichtet: „Machen Sie weiter so!“ HVF-Vorstand Otto Meißner wies in seinem Grußwort ausdrücklich auf die 2011 und 2012 verstorbenen, verdienstvollen Mitarbeiter Fritz Scherer und Dr. Klaus Athenstaedt hin, denen die Ausstellungspräsentation ihrer Fleißarbeit nun nicht mehr vergönnt war. Die Dankadresse ging an die anwesenden Angehörigen, aber auch insgesamt an das auf 30 Personen angewachsene Team zur Gesundheits- und Krankenpflege-Historie der Kreisstadt. Die Konzeption und Gestaltung der Ausstellung lag bei Peter Wollein. Otto Meißner dankte den Sponsoren für die finanzielle Unterstützung der Präsentation sowie allen Helfern, Rat- und Leihgebern: So u.a. Landratsamt, Sparkasse und Stadtstiftung FFB, BRK FFB, Foto- u. Filmclub, Stadtarchiv, Flugmedizin. Institut, Uni-Bibliothek München, Beiersdorf AG, Ärzten und Hebammen, Histor. Vereinigung Mammendorf, Barbara Buchwald-Stummer, Bernhard Huber - und Herrn Dr. Kugener aus Luxembourg für die historische „Taufspritze“. Es ist die 4. HVF-Ausstellung nach 2006 und 2008, zu der Vorstand und Unternehmenskommunikation die Sparkassenräumlichkeit zur Verfügung stellt. Ausstellung „Die Geschichte des Gesundheitswesens in Fürstenfeldbruck“ des HVF bis zum 24. August im Kundenzentrum der Sparkasse, Hauptstraße. Geöffnet zu den Geschäftszeiten.

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