Jahreshauptversammlung der GdP-Kreisgruppe Fürstenfeldbruck am 12. März im Offizierheim des Brucker Fliegerhorstes

GdP:  Die Polizei kommt auf dem Zahnfleisch daher 

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Stephan Dodenhoff (li.) von der PI Fürstenfeldbruck gab den Vorsitz der GdP-Kreisgruppe Fürstenfeldbruck an Alex Weggartner (re.) von der PI Germering ab. In der Mitte der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Peter Schall.

Fürstenfeldbruck – „Die Polizei kommt auf dem Zahnfleisch daher“, beklagte Peter Schall, der stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) bei der Jahreshauptversammlung der GdP-Kreisgruppe Fürstenfeldbruck am 12. März im Offizierheim des Brucker Fliegerhorstes die unbefriedigende Personalsituation der bayerischen Polizei. Ständig wachsen die Herausforderungen und werden der Polizei neue Aufgaben zugemutet. Die Beamten fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Der G7-Gipfel hingegen verschlinge Millionen, dafür habe der Staat Geld, nicht aber für die Polizei.

Der neue GdP-Kreisvorstand Fürstenfeldbruck (v. li.): Vorsitzender Alexander Weggartner (PI Germering), die stellvertretenden Vorsitzenden Christian Olschowsky (PI Gröbenzell) und Stephan Dodenhoff (PI FFB), Udo Schmitt VPI FFB), Claudia Olschowsky (VPI FFB), Bernhard Sedelke (PI FFB), Rosario Burgmayr (Operative Ergänzungsdienste FFB) und Klaus Eiblmeier (VPI FFB).

 Die GdP fordert bei der Einkommensrunde 2015 für ihre Angestellten 5,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 175 Euro und pocht darauf, dass das Tarifergebnis deckungsgleich auf ihre Beamten und Versorgungsempfänger übertragen wird. Die Personalsituation auf den Dienststellen sei frustrierend, verschaffte sich auch GdP-Kreisvorsitzender Stephan Dodenhoff Luft bei seinem Jahresbericht. Die Schichten bluten immer mehr aus und es sei kein Ende abzusehen. Besonders der Wegfall der Altersprivilegierung ärgere ihn. Danach wurden Kollegen bei Erreichen eines bestimmten Alters automatisch befördert.

 Durch die Verlegung des G7-Gipfels werden die Kosten von 80 Millionen Euro weiter in die Höhe schnellen, vermutet Dodenhoff. „Das Geld hätten wir gut für eine Personalvermehrung brauchen können“, meinte auch der GdP-Kreisvorsitzende. Die meisten werden froh sein, wenn der Gipfel vorüber ist, so Dodenhoff, denn daneben laufe der normale Dienstbetrieb weiter. Er freue sich, dass die GdP die anwaltliche Betreuung bei Verletzung eines Beamten übernehme, ging Dodenhoff kurz auf Gewalt gegen Polizeibeamte ein und erinnerte an die Ermordung des Augsburger Polizisten Mathias Vieth, mit dem er gut befreundet war. 

Zur Flüchtlingssituation führte Dodenhoff aus, dass München zwölf neue Stellen erhalten habe, Bruck hingegen keine personelle Verstärkung, obwohl auch hier die Vielzahl der Asylbewerber zwangsläufig vermehrt Einsätze nach sich ziehe, befürchtet Dodenhoff. Für viel Diskussion sorgt die Einführung eines neuen Schichtdienstmodells, ebenso macht sich Unmut breit unter den Polizeibeschäftigten (Angestellte, Arbeiter) über die beabsichtigte Kürzung der Betriebsrente, der sogenannten Zusatzversorgung. 

Warnstreik der Landesbeschäftigten, München, 13. 3. 2015.

Nach elf Jahren als Kreisvorsitzender kandidierte Stephan Dodenhoff bei den anstehenden Neuwahlen nicht mehr für den Kreisvorsitz. Neben Christian Olschowsky bleibt er der Kreisgruppe jedoch als einer der beiden Stellvertreter des zum neuen Kreisvorsitzenden einstimmig gewählten Alexander Weggartner erhalten. Komplettiert wird die Vorstandschaft von Claudia Olschowsky und Udo Schmitt (Schriftführer), Dieter Wittmann und Erika Rabus (Kasse). Zum erweiterten Vorstand als Ansprechpartner auf den einzelnen Dienststellen stellten sich zur Verfügung: Bernhard Sedelke (PI FFB), Marc Pfriem (PI Gröbenzell), Dieter Wittmann/Erika Rabus (KPI), Angelika Völk/Marlene Karnasch (FHVR), Reiner Schatzl (PI Olching), Benedikt Öllinger (PI Germering), Klaus Eiblmeier (VPI) Und Rosario Burgmayr (OED). Auf jeder Dienststelle wünsche er sich einen verlässlichen Ansprechpartner, zu dem die Leute vertrauensvoll gehen können, wenn sie Probleme haben, stellt sich der neue GdP-Kreisvorsitzende die Basisarbeit vor. Viele Mitarbeiter beklagen fehlende Anerkennung, was zu Arbeitsunzufriedenheit und fehlender Motivation führe. Politik und Gewerkschaft sollten daher stärker miteinander kommunizieren. Aber man sei auch angetreten, um im kommenden Jahr einen Personalrat ins Gremium zu bringen. Zur ersten Amtshandlung des neuen GdP-Kreisvorsitzenden zählte die Ehrung von vier langjährigen Mitgliedern. Dieter Tauer, Ludwig Schmid, Marion Greese wurden für 20 Jahre Mitgliedschaft geehrt, Puchheims zweiter Bürgermeister Rainer Zöller für 40 Jahre. 

Dieter Metzler

 

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