Nicht alltäglicher "Schultag" an der zentralen Ausbildungsstätte für den Offizier-Nachwuc hs der Luftwaffe im Brucker Fliegerhorst

Viele Fragen beim Girls' Day an der Offizierschule

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Rundgang durch die Offizierschule. Halt beim Model des „Blauen Palais“
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Rundgang durch die Offizierschule: Halt bei einem Modell Eurofighter
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Die Schülerinnen der zehnten Klassen aus FFB, Olching, Eichenau und Gauting beim diesjährigen Girls Day an der OSLw
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Wie baut man ein Zwei-Mann-Zelt zusammen?
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Geschafft, das Zelt steht. Der Regen kann kommen
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Feldmäßige Zubereitung einer Mahlzeit
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Leben im Feld mit HFw Andreas Wunderlich

Fürstenfeldbruck – Am 28. April war wieder Girls` Day, also der Schnuppertag für angebliche Männerberufe, bei der Offizierschule der Luftwaffe (OSLw). Bereits zum 13. Mal beteiligte sich die „Nachwuchsschmiede“ für Luftwaffen-Offiziere am bundesweiten Girls Day. So verbrachten auch heuer wieder Schülerinnen der zehnten Klassen aus dem Umkreis von Fürstenfeldbruck einen nicht alltäglichen „Schultag“ an der zentralen Ausbildungsstätte für den Offizier-Nachwuchs der Luftwaffe im Brucker Fliegerhorst.

  Pünktlich um 8.50 Uhr wurden die Mädchen an der Hauptwache des Fliegerhorstes abgeholt und mit dem Bus zum „Blauen Palais“, dem Schul- und Unterkunftsgebäude der Soldaten, gefahren. Oberst Lutz Mehrtens, stellvertretender Kommandeur und Leiter Schulstab, begrüßte die 30 Teilnehmerinnen in einem der vielen Hörsäle mit „ich bin sozusagen der Direktor der Schule“ und wünschte ihnen einen interessanten Tag. In kaum einer anderen Berufssparte würde es so viele verschiedene Möglichkeiten geben, wie bei der Bundeswehr als Offizier, weckte er die Neugierde der jungen Mädchen.

Bevor die Schülerinnen zum einem kurzen Rundgang durch die Schule aufbrachen, um einen ersten Eindruck vom Leben in einer Kaserne zu erhalten, beantwortete Oberleutnant Denise Rahn ihnen indirekt die ersten brennenden Fragen, indem sie über die Ausbildung zum Offizier in der Luftwaffe informierte. „Welche Ausbildungen kann ich hier machen?“ – „Kann ich auch ein Praktikum bei der Bundeswehr machen?“ - „Und wie geht das mit einem Studium bei der Bundeswehr?“ – „Muss ich dafür erst Soldatin werden?“ – Auf alle diese Fragen erhielten die Teilnehmerinnen, die den Mädchenzukunftstag im Fursty besuchten, eine Antwort. Ziel der Offizierausbildung ist es, den Offizieranwärter zu einem eigenverantwortlichen Soldaten, der - auch unter Belastungen – seinen Auftrag erfüllen kann und als künftiger Vorgesetzter bereit ist, selbst zu führen, auszubilden und zu erziehen. Auf drei Stationen wurden die Mädchen aufgeteilt, die sie dann im Laufe des Tages nacheinander kennenlernten. Nach einer kurzen Geländefahrt erhielten die Schülerinnen hochinteressante Eindrücke vom Ausbildungszentrum für Abbildende Aufklärung in der Luftwaffe (AZAALw), wo Fotografen, Bildgerätetechniker und Luftbildauswerter ausgebildet werden, die lernen „Luftbilder“ von optischen, Infrarot- und Radarsensoren auszuwerten.

 Auf großes Interesse stieß auch das aufgebaute Biwak, in dem die Mädchen eine typische Einmannüberlebensration kennenlernten und wie man daraus eine warme Mahlzeit zubereitet und wie man ein Zelt aufbaut. Einigen der Mädchen hat der Tag Lust auf mehr gemacht. Sie sehen Perspektiven für sich, schätzen die Bundeswehr als sicheren Arbeitgeber ein, der sogar seinen Studenten während ihrer Ausbildung ein Gehalt zahlt. Seit über 15 Jahren stehen nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes, das unter Verweis auf den Gleichheitsgrundsatz die Öffnung aller Verwendungen in den Streitkräften für Frauen forderte, Frauen bei der Bundeswehr alle militärischen Laufbahnen offen. Davor war es den Frauen seit 1988 nur möglich, im Sanitätsdienst oder dem Militärmusikdienst Soldat zu werden.

Von den derzeit 180.000 Soldaten sind elf Prozent Frauen. Langfristig soll ein Frauen-Anteil von 50 Prozent im Sanitätsdienst und von 15 Prozent in den allgemeinen Laufbahnen erreicht werden. Nach dem Willen von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen soll der Frauenanteil gar auf 20 Prozent klettern. Übrigens, die angebotenen 30 Plätze waren im Nu vergriffen. Die nächste Möglichkeit, sich für den Girls Day im kommenden Jahr anzumelden, besteht ab November 2016 wieder.

Dieter Metzler

 

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