Graf Rath und sein Hof in Wörth - Grafrather Historiker Dr. Ernst Meßmer präsentierte Buch zur Heimatforschung

Die neue Publikation "Graf Rath und sein Hof in Wörth" wurde in Grafrath vorgestellt von Dr. Ernst und Lia Meßmer, Bgm. Dr. Hartwig Hagenguth und Verlagsleiter Josef Bauer. Foto: Günter Schäftlein

Der um exakte Heimatforschung und -bewahrung bemühte Dr. Ernst Meßmer hat es sich nicht leicht gemacht mit einer Daten- und Geschichtsermittlung um den in Karolingerzeit im Ammersee-Amper-Gebiet königlichen Amtsträger Graf Rath. Später auch Graf Rasso oder in der Volksmeinung hl. Rasso genannt, obwohl eine offizielle Heiligsprechung nicht erfolgte.

Diese geschichtliche Figur mit einer bis heute vorhandener Grablege im Hochaltar der Klosterkirche besaß im 9. Jh. auf der Insel „Wörth“ (althochdeutsch auch Werd/Werde) zwischen zwei Amperarmen einen Hofgrund. Hierauf gründete er ein Kloster (später nach Dießen verlegt) und erbaute eine Kirche mit der Verpflichtung, sein Grab aufzunehmen. Nach über 1200 Jahren lässt sich heute feststellen: Der Stifter ist als Reliquie vorhanden, die Kirche wurde aufwändig renoviert, das Kloster wieder eingerichtet und von polnischen Franziskanern geführt - nur der Klosterhof besteht gegenüber früheren Verhältnissen als ‚Klosterwirt’ mit verfallenen Wirtschaftsgebäuden ein erbarmungswürdiges Ruinendasein am Rande von Unteralting. Und das lässt sich nach Auffassung von Dr. Meßmer nicht mit der Wertschätzung und geschichtlichen Verantwortung gegenüber dem Namensgeber von GRAFRATH vereinbaren. Womit die gegensätzlichen Auffassungen zu einer Restaurierung alter Verhältnisse bis in den heutigern Gemeinderast als „Klosterwirt-Projekt“ hineinragen mit aktuell völlig offenem Ausgang. Bereits 2005 hatte Dr. Meßmer den Gemeinderat zu diesem verfallenden Ensemble ‚Klosterwirt’ angeschrieben. Bgm. Dr. Hartwig Hagenguth stellte jetzt bei der Buchpräsentation nochmals klar, dass die Botschaft zwar angekommen sei, die Kosten einer derartigen Denkmalpflege in einer hochverschuldeten Gemeinde und in einer personell stark veränderten Gemeinderatsstruktur nicht mehr leicht zu vermitteln wären. Der Buchinhalt von „Graf Rath und sein Hof in Wörth“ besteht aus den Kapiteln „Lage und Ortsbezeichnung von Wörth/Grafrath“, „Frühe Geschichte von Wörth“, „Graf Rath - Gründer des Klosters Wörth“, „Hof in Wörth nach der Verlegung des Klosters“, „Klosterhof nach der Säkularisation“, „Exkurs:Graf Rath und die Auswirkungen auf die Nachbarorte“ sowie „Wiederherstellung des ehemaligen Klosterhofs“. Nicht unerwähnt bleibt in der 216 Seiten umfassenden Veröffentlichung die Bedeutung von Kirche und Klosterhof als Wallfahrtsort. Zur Präsentation waren auch Dr. Altmann von ‚Amperland’, Otto Meißner vom Histor. Verein FFB, der Fotograf und Buchgestalter Hubert Mayer sowie die Patres Ferdinand und Matthäus gekommen.

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