Gröbenzells Kulturreferentin überrascht von der Qualität des Künstler-Duos Cabell/Vollmer – Gemeinde lädt ein

„Pferde“, Acryl auf Leinwand, 2009, von Martin Vollmer. Alle Fotos: Günter Schäftlein

So leicht ist ein großes Lob der Kulturreferentin Brigitte Böttger nicht zu entlocken in einer Vernissage mit - strenggenommen - Neulingen der Kunstszene: Die ehemalige Ärztin Dr. Brigitte Cabell mit Atelier in der Gautinger Reismühle trat erst 2006 in Weßling in Erscheinung, der geborene Münchner Martin Vollmer im gleichen Jahr mit einer Ausstellung in Meersburg.

Bis zum 12. Februar sind die Steinskulpturen der in der Mark Brandenburg geborenen Brigitte Cabell (ergänzt durch bildliche Mischtechniken) sowie kraftvollen Bilderfarben (ergänzt durch exzellente Radierungen) von Martin Y. Vollmer im Bürgerhaus Gröbenzell zu sehen. Egal, ob in Marmor, Sand- und Kalkstein, Serpentin oder Alabaster: Brigitte Cabell bricht zarte Reliefs („Frau mit Kind“, „Versprechen“) aus dem steinigen Material, aber ebenso kantige Gesichter wie „Tag und Nacht“, „Faun“, „Sein oder Nichtsein“ oder „Metamorphose“. Ihre „Bilderliste“ führt zu sieben Mischtechniken auf Leinwand (nach Ölbildern, die sie bereits im zarten Alter von 16 Jahren malte). Sie kombiniert Abstraktes mit Gegenständlichem, und dabei finden heute Collagen und Fundstücke ebenso Verwendung wie Bitumen, Pigmente, Acryl und Ölfarben Die Künstlerin, aufgewachsen in Florenz, lebt seit 35 Jahren im Landkreis Starnberg. Sie studierte Medizin und promovierte in Freiburg/Breisgau. Nach Beendigung ihrer Kliniktätigkeit als Ärztin suchte sie eine künstlerische Ausbildung in Bad Reichenhall, Geras/Österreich, Hohenaschau, Azzano/Italien, Venedig und Salzburg. Als Schwerpunkt ihrer Arbeiten bezeichnet sie das „gestalterische Erfassen der Natur“. Ausstellungen in Weßling, Grafrath, München, Berlin und Rosenheim begleiten ihren neuen Weg als Künstlerin. Martin Y. Vollmer begann sein Kunststudium 1999 in Stuttgart und beendete es 2007. Aufbauend auf Grundfarben entstehen bei ihm variantenreiche Farbkonstruktionen: Nie langweilig, „als Quelle seiner Bildprozesse“. Das Farben- und Formenspiel ist reich an Versuchen und stimmt eher optimistisch, manchmal fröhlich: So bei dem fast gegenständlichen Versuch mit dem „golfspielenden Geistlichen“ von 2010. Von seinen in Gröbenzell vorgestellten 17 größerformatigen Bildern tragen allein elf den Titel „o.T.“ Bemerkenswert auch die grafischen Arbeiten, überwiegend Radierungen: Aus 2006 "Pharao", "Renaissancejüngling" oder „zwei Köpfe“ sowie von 2009 „Krieger mit Schild“. Sie verraten fast alle eine sichere Strichführung oder sanftfarbige Körperstudien. Ausstellungen oder Beteiligungen von Martin Vollmer erfolgten zwischen 2006 und 2010 in Meersburg, Fürstenfeldbruck (Haus 10 und Sparkasse), Pullach, Germering und Berg/Starnb. See. Zur Ausstellungseröffnung sprach Prof. Dr. Gerd Birk svd über seine Eindrücke zu den Arbeiten beider Künstler; Hermann Dietzfelbinger (Violoncello) gestaltete den musikalischen Rahmen. „Im Dialog“, Ausstellung bis zum 12. Februar in der Galerie Bürgerhaus Gröbenzell, Rathausstraße 1. Öffnungszeiten: Di 15-18, Do 10-12, Fr 10-12 u. 16-18 Uhr, Sa 15-18, So 14-18 Uhr. Veranstalter: Gemeinde Gröbenzell.

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