Beim Kampf um die Hasselfeldt-Nachfolge bekommt es die Türkenfelder Kreisrätin mit drei Dachauern zu tun, darunter ein MdL

Starke Konkurrenz für Katrin Mair

Jetzt lächeln sich noch gemeinsam, dann treten sie gegeneinander um die Hasselfeldt-Nachfolge an (von links): MdL Anton Kreitmair, Dr. Georg von Hundt, Florian Schiller und Katrin Mair. Rechts daneben die CSU-Kreischefs Thomas Karmasin (Fürstenfeldbruck) und Bernhard Seidenath (Dachau). Horst Kramer

Fürstenfeldbruck/Bergkirchen - Als die 34-jährige Katrin Mair vor vier Wochen ihr Interesse bekundete, Gerda Hasselfeldt im Herbst 2017 als Bundestagsabgeordnete beerben zu wollen, schien für viele die Sache schon gelaufen. Denn im gemeinsamen Bundestagswahlkreis der Landkreise Fürstenfeldbruck und Dachau haben seit jeher die Brucker das Sagen. Doch nun haben sich die Gewichte verschoben: Germering zählt nicht mehr zum Wahlkreis, die Dachauer Seite wurde durch die Integration der Gemeinde Petershausen gestärkt. Und so sah sich die Türkenfelder Kreisrätin am Donnerstag bei einer CSU-Pressekonferenz in Bergkirchen gleich mit drei Dachauern konfrontiert, darunter ein politisches Schwergewicht: der CSU-Landtagsabgeordnete Anton Kreitmair (52), ein langjähriger Bauernverbands-Funktionär, seit sechs Jahren oberbayerischer BBV-Bezirkspräsident.

 Der Kleinberghofener ist im Brucker Land bestens vernetzt, erst am vergangenen Mittwoch nahm er in Mammendorf an einer Diskussion zum Handelsabkommen TTIP teil. Auch ein weiterer Dachauer Hoffnungsträger, Dr. Georg von Hundt (44), ist in Fürstenfeldbruck und Umgebung bekannt, nicht nur wegen der diversen Schlösser, die seine Familie in der Region besitzt, sondern auch als Chef des Malteser Hilfsdiensts in beiden Landkreisen. Der gelernte Mediziner ist Nebenerwerbs-Forstwirt, verfügt über kommunalpolitische sowie internationale Erfahrung. Auch in Berlin kennt von Hundt sich aus: Er hat dort studiert und gearbeitet. Der Dritte im Bunde heißt Florian Schiller (34): Der gelernte TU-Diplom-Kaufmann leitet die CSU-Fraktion im Dachauer Stadtrat, fungiert als Kreisrat und ist ein originäres CSU-Gewächs – so wie Mair – mit zahlreichen Funktionen in der Jungen Union. Drei Dachauer gegen eine Bruckerin sozusagen.

Wobei Mair eigentlich ebenfalls aus dem Nachbarlandkreis stammt: Sie ist in Dachau geboren und hat dort ihr Abitur bestanden. Der Brucker Kreis-CSU-Chef, Landrat Thomas Karmasin, wirkte bei der Pressekonferenz daher auch nicht hundertprozentig glücklich – im Gegensatz zu seinem Dachauer Parteikollegen, dem Stimmkreisabgeordneten Bernhard Seidenath. Allerdings betonten beide, dass es keine Konkurrenz zwischen den Landkreisen gäbe. „Wir suchen gemeinsam den besten Kandidaten oder Kandidatin“, hob Karmasin hervor. Nicht zuletzt, weil die Bundestagswahl zu einer „Schicksalswahl“ werden könnte. Warum, ist klar: Die CSU befürchtet, von Rechtsaußen angegriffen zu werden; der Streit zwischen CDU und CSU macht die Lage nicht besser. Sowohl Katrin Mair als auch ihre drei Konkurrenten hoffen indes auf eine baldige Verbesserung des Klimas. Am weitesten lehnte sich von Hundt aus dem Fenster: „Ich hielt im Herbst Merkels Entscheidung (zur Grenzöffnung – d. Red.) für richtig. (…) Zäune sind keine Lösung.“ Kreitmair hingegen dankte Horst Seehofer ausdrücklich für dessen „starke Stimme in Berlin“. Mair analysierte: „Der Erfolg der AfD beruht darauf, dass sie die einzige Partei außerhalb Bayerns war, die Ängste aufgegriffen hat. Wir müssen Konzepte und Lösungen dagegen setzen.“ Schiller ergänzte: „Die AfD hat Ängste bewusst geschürt. Das ist eine Schweinerei. So etwas machen wir als Partei nicht und ich als Kandidat schon zweimal nicht.“ Die vier Bundestags-Aspiranten wollen sich bis zum Herbst in den einzelnen Ortsverbänden vorstellen. Bis Ende Juli werden die zwei CSU-Kreise ihre Delegierten für die Wahlversammlung bestimmen, die am 16. November über die Bühne gehen soll. Gleich zu Beginn der Presserunde hatte Karmasin übrigens eine interessante Botschaft in einen Nebensatz gepackt: „Bis zur letzten Minute kann sich noch jeder bewerben.“

 Horst Kramer

 

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