Hege- und Naturschau 2010 in Rottbach - FFB-Kreisgruppe des Landesjagdverbandes Bayern e.V. tagte

„Die alljährliche Durchführung der öffentlichen Hegeschau ist nach § 16 Abs. 4 der Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Jagdgesetzes gesetzlich vorgeschrieben.“ Hans Betz von der Unteren Jagdbehörde im LRA Fürstenfeldfeldbruck erinnerte gleich zu Beginn der Veranstaltung an diese zwingende jagdliche Voraussetzung.

Zuvor hatte Georg Sollinger, 1. Vors. der BJV-Kreisgruppe, die Begrüßung der zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste übernommen. So u.a. an Landwirtschafts- und Forstamtdirektor Hans-Jürgen Gulder und Mitarbeiter, an Gottfried Haug als Vorsitzenden der Waldbesitzervereinigung sowie an alle Revierinhaber, Jagdvorsteher und die gesamte Jägerschaft des Landkreises FFB gerichtet. Hans Betz ergänzte mit dem Dank für die gute Zusammenarbeit beim Kreisjagdberater Rainer Grüter, und den Polizeiinspektionen. Die jährliche Hegeschau habe die Verpflichtung, über die Entwicklung der Wildschadensituation und der Waldverjüngung, über die Erfüllung der Abschusspläne, über die Verfassung des Wildes und die strukturelle Entwicklung der Wildbestände zu informieren: „Kein anderer Verband lässt sich so offen in die Karten schauen …“ Der Sinn der hierbei gezeigten jagdlichen Trophäen habe sich in den letzten Jahren jedoch wesentlich verändert. Heute hätten Jagdtrophäen eine wichtige wildbiologische Funktion mit Aufschlüssen über den Aufbau, die Gesundheit und die Ernährungssituation von Wildbeständen. Am Ende des Jagdjahres diene die Veranstaltung dazu dem unerlässlichen Austausch von Informationen und der Rechenschaft zu Abschüssen. „Trophäenkult ist ein überholtes Vorurteil … Über 90% des nach den heutigen Bejagungsrichtlinien erlegten Schalenwildes weisen nur geringe oder überhaupt keine Trophäen aus, da neben dem männlichen Wild auch eine entsprechende Anzahl weiblicher Tiere und Jungtiere erlegt werden muß!“ Unbestritten sei aber auch die Freude an einer jagdlichen Trophäe - als Erinnerung an das Jagderlebnis. Erinnert sei aber auch an die Hegemaßnahmen, „die von der Jägerschaft zur Verbesserung des Lebensraumes für alle freilebenden Tier- und Pflanzenarten durchgeführt werden.“ Einseitige Schuldzuweisungen für Wildverbiß an die Jäger allein sollten überwunden sein. Wildverbiß hätte auch mit dem harten und langen, schneereichen Winter 2009/2010 zu tun. Der Lebensraum der freilebenden Tierwelt schwinde, das Wild reagiere auf den nahezu ungezügelten Freizeitdruck, das Reh würde zum Nachttier. „Für den Jäger wird es immer schwieriger, seine Abschussvorgabe zu erfüllen. Häufig hat er erst nach zehn u. mehr Ansitzen jagdlichen Erfolg.“ In der Schwarzwildbejagung kamen im Jagdjahr 2008/2009 in Bayern rund 62.000 Stück zur Strecke, deutlich mehr als 2004/2005 mit rund 55.000 Stück. Im Landkreis FFB waren es 2009/2010 = 86 Stück Schwarzwild und insgesamt wurde das Abschuß-Soll in den drei Jagdjahren 2007-2010 im Landkreis für Böcke/Geißen/Kitze mit 5859 tatsächlichen Abschüssen zu 104,96% erfüllt. „Bei Nachlassen der Aufmerksamkeit respektive Nichterfüllung der Abschusszahlen wird sich die Verbißsituation mit Sicherheit verschlechtern.“ Die Fuchsstrecke betrug 2009/2010 = 547 Tiere, an Dachsen wurden 144 erlegt. Dazu kamen 352 Feldhasen, 92 Fasane, 501 Enten u. 69 Graugänse. Hans Betz betonte die gute Zusammenarbeit mit dem Landesfischereiverband. Kreisjagdberater Rainer Grüter ergänzte das Zahlenwerk mit im Landkreis 2009/2010 gejagten 436 Rehböcken in Privat- u. 119 in Staatsrevieren, zusammen 555 Tiere. An Auszeichnungen für die (Geweih-)stärksten Böcke konnte er an die Kreis-verbandsmitglieder 5 mal Gold, 9 mal Silber und 17 mal Bronze vergeben. Einem an die Bayerische Staatsregierung gerichteten allgemeinen Appell „Bürgerliche Freiheit bewahren, mehr Eigenverantwortung wagen“ hat sich neben dem Bayernbund, dem Bund der Steuerzahlen, dem Bayer. Sportschützenbund, dem Landesfischereiverband nun auch der Bayer. Jagdverband angeschlossen. Die Hege- und Naturschau 2010 in Rottbach wurde musikalisch von der Jagdhorn-Bläsergruppe Fürstenfeldbruck unter Ltg. von Alfred Gruber begleitet. Sie ist auch bei der Hubertusmesse in der Klosterkirche Grafrath am Pfingstmontag um 10 Uhr zu hören.

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