Heimweh nur an Weihnachten - Hasselfeldt stellte US-Austauschschüler vor

„Heimweh hatte ich nur an Weihnachten ein bisschen. Da habe ich meine Familie und Freunde vermisst, aber Amerika ging mir nicht ab!“ Das erklärte Katrina Potts, 17-jährige Austauschschülerin des Parlamentarischen Patenschafts-Programms anlässlich eines Pressegesprächs im Dachauer Schloss mit Bundestagsvizepräsidentin und Wahlkreisabgeordneter Gerda Hasselfeldt (CSU). Katrina Potts wohnt seit Sommer 2008 bei Familie Zahner in Fürstenfeldbruck und besucht die 11. Klasse im Graf-Rasso-Gymnasium.

Als Katrina Potts aus Highland Park, einem Vorort von Chicago / Illinois am 25. Juli vergangenen Jahres nach Deutschland kam, konnte sie kein Wort Deutsch. Den ganzen August lang besuchte sie erst einmal einen Deutsch-Intensiv-Kurs, damit sie ab September überhaupt dem Unterricht folgen konnte. Doch dann gab es da noch eine Hürde zu meistern: Die unterschiedliche Ziffern-Schreibweise in Deutschland und den USA machte den Mathe-Unterricht zu Anfang „echt hart“. Das bestätigte beim Pressegespräch auch der zweite junge Amerikaner im Bunde, Nicholas Paauws (18) aus Hudsonville bei Grand Rapids / Michigan, der bei Familie Lang in Erdweg wohnt und die 11. Klasse im Gymnasium Markt Indersdorf besucht. Beide waren in den USA aus einer Vielzahl von Bewerbern und Bewerberinnen durch verschiedene Organisationen ausgewählt worden. Dann bekam sie die Zusage für das einjährige Stipendium in Deutschland. Das Ganze läuft in den USA über den Kongress. Nicholas Paauws schaffte diese Hürden erst im zweiten Anlauf. Nach dem ersten Durchgang war er nur Nachrücke-Kandidat. Doch dann sprang der ursprüngliche Bewerber ab und Paauws bekam seine Chance. Er war schon einmal für einen Monat in Deutschland im Rahmen eines Schüleraustausches und hatte Blut geleckt. Auch Katrina Potts war vorher schon mit ihrer Familie ein Jahr im Ausland, in Georgien, gewesen, wo ihr Vater gearbeitet hatte. Gerda Hasselfeldt berichtete umgekehrt von der recht schwierigen Auswahl der deutschen Austauschschüler und jungen Erwachsenen. Denn ein kleiner Teil sind keine Schüler, sondern arbeiten im anderen Land. Auch in Deutschland sorgten verschiedene Organisationen für eine Vorauswahl nach Alter und Motivation. Susanne Leix vom Fürstenfeldbrucker Wahlkreisbüro Hasselfeldts nannte ein Alter von 15 bis 17 Jahren für Schüler und 16 bis 24 Jahre für die in den USA arbeitenden jungen Deutschen. Bewerbungsschluss ist jeweils September, Kontakt, das Wahlkreisbüro unter 08141 16305. Die Organisationen präsentierten die Vorauswahl dann dem oder der Abgeordneten. Hasselfeldt macht seit 1987 fast jedes Jahr bei diesem Programm mit. Sie bestelle alle ihre eigenen Bewerber zu einem gemeinsamen Gespräch und wähle dann eine Person aus, was sehr schwierig sei. Viele Kollegen scheuten davor zurück. Insgesamt werde so über das Parlamentarische Patenschafts-Programm jährlich 300 jungen Menschen ein einjähriger USA-Aufenthalt ermöglicht. Umgekehrt kommen 300 junge Amerikaner nach Deutschland. Sie wohnen immer bei Gastfamilien, die kein Geld dafür erhalten. Bei dem Programm sei man daher immer auf die Bereitschaft von Familien angewiesen, sich zur Verfügung zu stellen. Katrina Potts Gastfamilien-Schwester Anna Zahner war im vergangenen Schuljahr ein Jahr lang zum Austausch in den USA gewesen.

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