HIV-infizierte Soldaten als Waffe im Kongo eingesetzt - Menschenrechtlerin aus FFB bittet um Hilfe

Als „biologischen Krieg“ bezeichnete die Präsidentin der kongolesischen Diaspora „Union des Paritotes de la Diaspora Congolaise“ (UPDC) Jeanne-Marie Sindani aus Fürstenfeldbruck die Gräueltaten, die ihr Volk in der Demokratischen Republik Kongo seit über zwölf Jahren zu erleiden hat und die bisher annähernd sechs Millionen Menschen das Leben gekostet haben. Biologisch deshalb, weil HIV-infizierte Soldaten als „Waffen“ eingesetzt werden, so Sindanis Erklärung. „Sie vergewaltigen Frauen und Kinder“, klagt die gebürtige Kongolesin an. Es gebe Millionen von Waisenkindern, viele HIV-infiziert, so die engagierte Menschenrechtlerin, die mit ihrer weltweiten Zusammenführung aller in der Diaspora lebenden Kongolesen versucht, von außen die unerträglichen und dramatischen Zustände in ihrem Heimatland zu lindern. „Mord, Totschlag und Vergewaltigungen stehen an der Tagesordnung“, schildert die von ihren Landsleuten nur liebevoll „Mama Jeanne“ genannte Kongolesin wütend und traurig zugleich, ob der Ohnmacht, der sie gegenübersteht.

Hinter der Eskalation des Krieges im Kongo steht in erster Linie die steigende Nachfrage nach Ressourcen. Der Kongo ist ein reiches Land, verfügt über riesige Vorkommen an Diamanten, Edelhölzern, Erdöl, Uran, Kobalt und Kupfer, vor allem aber über das für die westliche High-Tec-Industrie sehr begehrte und ansonsten sehr selten auftretende Erz Coltan, das für die Herstellung von Handys benötigt wird. „Im Kongo sind bisher mehr Menschen als in jedem anderen Krieg seit Ende des Zweiten Weltkrieges umgebracht worden. Diesem internationalen Mineralienkrieg muss endlich ein Ende gesetzt werden“, fordert Jeanne-Marie Sindani vehement. Von diesem Gedanken getrieben, setzte sich die 42-jährige studierte Politik- und Volkswirtschaftlerin, die neben Französisch auch fließend Englisch und Deutsch spricht, für die Gründung der UPDC ein. „Die UPDC ist eine weltweite Zusammenführung aller in der Diaspora lebenden Kongolesen“, erklärte sie. „Durch Unterstützung von außen wollen wir helfen, die Situation unserer Landsleute zu verbessern.“ 75 Prozent der weltweit zerstreut lebenden Kongolesen sind wegen des Krieges geflüchtet, berichtete Sindani. Allein sei man gegen die Gräueltaten im Kongo jedoch machtlos, so Sindani. „Mit unseren Aktionen wollen wir die Aufmerksamkeit und Solidarität aller Länder sowie der Menschenrechts-, Wohltätigkeits-, und Frauen-Organisationen sowie internationale Netzwerke erreichen. Neben der Förderung der Völkerverständigung ist unser Ziel aber auch, durch Fördermaßnahmen die Lage der vom Krieg schwer betroffenen Frauen und Kindern, der Vertriebenen und Flüchtlingen zu lindern“, erläuterte Sindani. „In meiner Heimat fehlt es an vielen Versorgungseinrichtungen“, so Sindani. „Schulen gibt es so gut wie keine. Die Kinder werden auf der Straße unterrichtet.“ Mangelhaft sei auch die medizinische Versorgung. Schwere Kritik übte die Menschenrechtlerin an der UNO, die bisher machtlos der Gewalt der Rebellen gegenübersteht. „Wo bleiben Sanktionen gegen den Aggressor?“ fragt Sindani, „wenn ein souveräner Staat überfallen wird. Nach zehn Jahren müsste doch da etwas geschehen.“ Schließlich gehe es nicht nur um die internationale Sicherheit und das internationale Gleichgewicht. Sie wünsche sich, eine kongolesische Elite an der Macht, die die Interessen des Volkes und Partnerschaften mit den Ländern der Welt pflegt. Mit einer seit dem 14. Januar bereits angelaufenen Aktion, die noch bis zum 14. April fortgesetzt wird, will die engagierte Menschenrechtlerin die Welt wachrütteln und die Öffentlichkeit noch stärker auf die unsägliche Not und untragbaren Zustände, die ihre Landsleute im Kongo täglich ertragen müssen, aufmerksam machen. Dazu sind Vorträge, Bilder-Ausstellungen, Kundgebungen sowie die Aufnahme von Kontakten zu entsprechenden Organisationen vorgesehen.

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