Igel retten – aber richtig

Nützliche Informationen über Igel vermittelt der Landesbund für  Vogelschutz. Foto: Landesbund für Vogelschutz

Diplom-Biologin Uschi Anlauf gibt Rat: Igel gefunden, was tun? Auf jeden Fall Hände weg! Jetzt ist eine gute Zeit, um Igeln ganz andere Weise zu helfen, sich gut für den Winter zu rüsten: damit sie die kalte Jahreszeit gut überstehen, können Igelburgen angelegt und die Tiere durch Zufütterung unterstützt werden.

In der Puchheimer Geschäftsstelle des Landesbund für Vogelschutz (LBV) gehen bereits erste Anrufe zu scheinbar umherirrenden kleinen und große Igeln ein. Die Tiere sind aber nicht in Not, sondern befinden sich intensiv auf Nahrungssuche, um sich jetzt rechtzeitig ausreichend Winterspeck anzufressen. Der Tisch in der Natur ist noch reich gedeckt, so dass sich auch junge Igel noch die nötige Speckschicht anfressen können. Aber Hilfe können die stacheligen Gartenbewohner fast immer gebrauchen. Wer den niedlichen Gartenbewohnern behilflich sein möchte, kann sie mit dem Einrichten einer Futterstelle bei der Nahrungssuche unterstützen und damit verhindern, dass sie später als untergewichtige Igel in menschliche Obhut genommen werden müssen. Für den Futterteller eignen sich etwa Katzendosenfutter, mit Igeltrockenfutter oder Haferflocken vermischt und /oder ungewürztes Rührei. Auf keinen Fall sollten Speisereste, rohes Fleisch oder Obst gefüttert werden, auch Milch vertragen Igel absolut nicht! Um Krankheiten zu vermeiden, müssen Futterreste täglich entfernt werden. Doch auch vor Mitfressern oder Regen sollte das Futter geschützt sein und so empfiehlt sich der Bau eines einfachen Futterhauses mit verwinkeltem Eingang, der nicht nur Vögel sondern auch Katzen abhält. Selbstverständlich ist ein naturnah gestalteter Garten die beste Igelhilfe. Aber schon eine verwilderte Ecke reicht aus, um einen kleinen Igellebensraum zu schaffen, vor allem Laub- und Reisighaufen bieten willkommenen Unterschlupf. Doch auch „künstliche“ Unterschlüpfe werden gerne angenommen ­– nicht nur für den Winterschlaf. Die sogenannten Igelburg können ohne großen Aufwand selbst gebaut werden, sind aber in unterschiedlichsten Ausführungen auch käuflich zu erwerben. Informationen zur geeigneten Platzwahl und ausführliche Bauanleitungen für Igelburgen und Futterstellen sind ebenso wie nützliche Tipps zum Anlegen eines naturnahen Gartens in der Puchheimer Geschäftsstelle des LBV, dem sogenannten NIZ (Naturschutz-Informations-Zentrum), erhältlich. Auch Igelfutter und Igelhäuser in unterschiedlichsten Ausführungen können hier bestellt werden. Mit der S-Bahn leicht zu erreichen, ist das NIZ am Puchheimer Alois-Harbeck-Platz jeweils dienstags von 9 bis 13 Uhr und freitags von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Übrigens, erst wenn die Bodentemperatur langfristig auf etwa Null Grad Celsius sinkt, ziehen sich die Igel komplett zurück. Erst dann dürfen noch herumirrende Igel, die einen kranken oder untergewichtigen Eindruck machen, aufgenommen werden. In einem solchem Fall sollte man ein Tierarzt, ein Tierheim oder eine Igelstation aufsuchen.

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