Jeden Sonntag zwei "Halbe"

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Feierten kürzlich ihren 2500. Stammtisch: Die „Sex’er Runde“.

Fürstenfeldbruck – So lange halten heutzutage die meisten Ehen nicht mehr: Treu geblieben sind sich hingegen seit nun schon über 48 Jahren die „Sex’ er Runde“, ein Brucker Stammtisch, der sich Sonntag für Sonntag pünktlich um 10 Uhr im Pucher Hof zu einem Frühschoppen trifft. Am 12. Oktober feierten die Stammtischler ihr 2.500 Jubiläum.

„Das ist ja wohl ein Grund zum Feiern“, meinte der Youngster der Gruppe, der 69-jährige Fritz Medwed, der penibel Buch führt über jedes Treffen und jede Aktivität der im Laufe der Jahre nur noch aus einer „Fünfer-Runde“ bestehenden Gemeinschaft, zu der der 81-jährige Leonhard „Harti“ Probst, der 79-jährige Anton „Toni“ Baumann, der 81-jährige Otto Zapf und der 81-jährige Sebastian Gottmann zählen. 

Aus jugendlichem Übermut hatten die sechs Gründer des Stammtisches damals den Buchstaben „x“ anstatt des „ch“ für ihren Stammtischnamen gewählt. Mit Otto Zapf und Fritz Medwed sind noch zwei Gründungsmitglieder dabei, alle anderen sind aber auch schon weit über 20 Jahre mit von der Partie. Gegründet wurde der Stammtisch im August 1966 im damaligen Bayerischen Bräuhaus in der Maisacher Straße (jetzt REWE-Markt). Wegen Wechsel bzw. Aufgabe der Gastwirtschaft mussten sich die Stammtischler mehrmals ein neues Domizil suchen. So „überlebten“ die Oldies die Brucker Gaststätten Marthabräu-Keller, Gerbl-Keller, Fichtenhof und nochmals Marthabräu-Keller bis sie am 17. Dezember 2000 in ihrer jetzigen Bleibe, dem Pucher Hof bei Sepp Sedlmair, ihren ersten Stammtisch abhielten. 

Neben ihrem Stammtisch-Schild gehört ein dickes Sparschwein zum sonntäglichen Stammtisch. Mit zwei Euro, die bei jedem Treffen von jedem Stammtischbruder eingeworfen werden und alle 25 Sonntage zur Ausschüttung kommen, haben sich die Stammtischler schon so manche Aktivität wie Ausflüge oder auch einen gemütlichen Abend mit den Ehefrauen finanziert. Unvergesslich heute noch der 24-Non-Stop-Männertrip mit dem ICE nach Hamburg vor vielen Jahren, natürlich mit Reeperbahn, Fischmarkt und Hafenrundfahrt. Aber auch an die Ausflüge nach Lübeck, Leipzig oder Köln haben die Senioren noch gute Erinnerungen. Der letzte Ausflug im Jahre 2012 führte die Runde nach Bamberg. 

Als ungeschriebenes Gesetz gilt für die Stammtischler, sich in der Zeit bis halb zwölf nur jeweils zwei „Halbe“ zu genehmigen. Wenn sie neben den aktuellen Ereignissen aus der lokalen und der Weltpolitik und über den Fußball reden, will man schließlich seinen klaren Kopf bewahren und „wir wollen auch noch unser nächstes Ziel, den 3.000 Stammtisch, zusammen feiern“, meinten sie einstimmig.

Dieter Metzler

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