Landratsamt veranstaltete Informationsabend für Arbeitgeber

Möglichkeiten zur beruflichen Integration von Flüchtlingen

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Zu der Veranstaltung im Landratsamt kamen viele interessierte Unternehmer

Fürstenfeldbruck - Mit ihrer Roadshow ,,Schätze heben: Möglichkeiten zur beruflichen Integration von Flüchtlingen" veranstaltete die Europäische Metropolregion München e.V. gemeinsam mit dem Landratsamt FFB am Dienstag, den 10. Mai einen Informationsabend für Arbeitgeber, die Flüchtlinge in ihrem Betrieb anstellen möchten. Die Ausländerbehörde, die Agentur für Abeit, das Jobcenter, die Handwerkskammern und die örtliche Berufsschule informierten über die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie den verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten.

Bedingt durch aktuell geringere Zahlen neuer Flüchtlinge, rückt deren Integration noch stärker in den Vordergrund. Die Vermittlung von Arbeit ist dabei ein entscheidender Faktor. Gleichzeitig bleiben viele Lehrstellen in Betrieben unbesetzt, was auf den demographischen Wandel und den damit einhergehenden Fachkräftemangel zuückzuführen ist. Landrat Thomas Karmasin begrüßte alle Anwesenden im Hinblick auf das Ziel, die Fragen der Beschäftigungsmöglichkeiten von Flüchtlingen aufzuwerfen und geht dabei auf die Begrifflichkeit ,, Schätze heben" ein.

,,Das besagt zum einen, dass etwas sehr wertvoll und zum anderen nicht immer leicht zu finden ist. Wirtschaftlich betrachtet können legale Flüchtlinge Schätze sein, die man heben kann". Andreas Buchner, Asylkoordinator und Abteilungsleiter für Öffentliche Sicherheit und Ordnung im Landratsamt FFB, spricht von aktuell 2182 Asylbewerbern im Landkreis, (verteilt auf mehrere Gemeinden) und ca. 900 Asylbewerbern in der Dependance Fliegerhorst. Rechtlich sieht es folgendermaßen aus: Asylbewerber ist man im Zeitraum vom Aslgesuch bis hin zur Entscheidung des Bundesamts für Migraton und Flüchtlinge über diesen Antrag. Ergeht ein positver Bescheid, so ist man entweder Asylberechtigter, anerkannter Flüchtling (Persönliche Verfolgung), subsidiär Schutzberechtigter (,,Bürgerkriegsflüchtling", nicht direkt persönlich verfolgt) oder lediglich Geduldeter (Abschiebungshindernis).

Rechtsfolge einer Asylberechtigung sowie der Anerkennung als Flüchtling ist die dreijährige, bei subsidiärem Status einjährige Aufenthaltserlaubnis. Bei ihrem Vortrag über die Berufsvorbereitung für Flüchtlinge, spricht Andrea Reuß von der Berufsschule FFB über die großen Herausforderungen, die es zu bewältigen gibt. Von den ca. 450 berufsschulpflichtigen Asylbewerbern und Flüchtlingen zwischen 16 und 21Jahren, werden derzeit etwa 80 an der Berufsschule Fürstenfeldbruck unterrichtet. Das Konzept basiert auf drei Bausteinen - beginnend mit einer Vorklasse, in der es rein um den Spracherwerb geht, bis hin zu Sprachintensivierungsklassen. ,,Wir haben große Schwierigkeiten, die Jugendlichen auf dieses Niveau zu bringen", erzählt Andrea Reuß. ,,Große Probleme sind die Fehlzeiten, weil die jungen Leute oft schwer traumatisiert, aber nicht unmotiviert sind". Eine weitere Förderung in Deutsch wäre notwendig, auch mit Unterstützung der Betriebe als duale Partner. Claudia Baubkus vom Jobcenter sieht in 8% der Flüchtlingen die Fachkräfte von morgen und 50% von übermorgen.

,,Es kommt eine junge Altersgruppe auf uns zu, eine Schubumkehr zum demografischen Wandel". Integration erfolge ausschließlich durch Bildung, deswegen wolle man den Focus auf langfristige Integration legen. Die bayerische IHK setzt vor allem auf die starke integrative Kraft der beruflichen Bildung. Im Fokus stehen ausbildungswillige und ausbildungsfähige junge Asylbewerber sowie junge Geduldete mit guter Bleibeperspektive. Die IHK Macht sich für das Modell 3+2 stark: Dieses soll jungen Menschen ohne Angst vor Abschiebung ermöglichen, eine dreijährige Ausbildung zu absolvieren und dann noch zwei Jahre in dem erlernten Beruf weiterzuarbeiten. Das schafft Rechts- und Planungssicherheit für die Unternehmen.

Nicole Burk

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