Integriertes Klimaschutzkonzept – Vorrang für Windkraftanlagen – Landrat des Landkreises Fürstenfeldbruck stellte Grobuntersuchung vor

Grobuntersuchung geeigneter Bereiche (blau) für Windenergieanlagen im Landkreis FFB. Foto: Dieter Metzler

Im Landkreis Fürstenfeldbruck ergeben sich 43 mögliche Gebiete für die Errichtung von Windenergieanlagen. Zu diesem Ergebnis kommt das Büro „Team für Technik GmbH“ aus München, das in Zusammenarbeit mit Harald Zwander von „Planung, Gutachten, Analytik“ aus Landshut geeignete Bereiche für Windkrafträder im Landkreis bei einer ersten Grobuntersuchung ermittelt hat.

„Auf dem Weg zur Energiewende im Landkreis sind wir einen wesentlichen Schritt vorangekommen“, eröffnete Landrat Thomas Karmasin die Vorstellung der Analyse am 7. Februar im Brucker Landratsamt, an der auch Mammendorfs Bürgermeister Johann Thurner teilnahm. Während sich die unlängst vom Umweltministerium auf der Grundlage des Bayerischen Windatlas herausgegebene Planungshilfe mit den Windverhältnissen im Landkreis befasst, orientiert sich die vom Landkreis und seinen Kommunen im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes in Auftrag gegebene Untersuchung zunächst einmal an den Vorgaben des sogenannten Windenergie-Erlasses der Bayerischen Staatsregierung. Die Ermittlung des theoretischen Potentials für Windkraftanlagen im Landkreis wurde vorerst unter Berücksichtigung der gesetzlich vorgegebenen Mindestabstände (800 Meter zu Wohngebieten, 500 Meter zu Mischgebieten, 300 Meter zu Gewerbegebieten) sowie unter Ausschluss von Straßen, Strommasten und Naturschutzgebieten durchgeführt, erläuterte Harald Zwander. Als Sonderflächen berücksichtigte das Büro „Team für Technik“ das Altenheim Marthashofen (Grafrath) und den Fliegerhorst. Auch hier wurden die 800 Meter Mindestabstand erst einmal mit eingerechnet. Beim Fliegerhorst, um einer möglichen Wohnbebauung nicht hinderlich zu sein. Keine Berücksichtigung bei der Feststellung der Vorranggebiete für die Windkraftanlagen fanden dagegen die vorherrschenden Windverhältnisse. Die Karte (siehe Skizze) macht danach deutlich, dass sich die Mehrzahl von geeigneten Standorten/Flächen für die Errichtung von Windkraftanalgen im westlichen Landkreis (Jesenwang, Landsberied, Mammendorf, Moorenweis, Türkenfeld, Dünzelbach, Hörbach) befindet (blaue Flächen). Das bedeute aber nicht, so Landrat Karmasin, dass dort überall auch Windkraftanlagen errichtet werden, sondern dass es sich lediglich um mögliche Aufstellungs-Standorte handle. Als nächsten Schritt werden die Landschaftsarchitekten des Büros Brugger aus Aichach anhand der vorgelegten Grobanalyse die Feinuntersuchung vornehmen. Dabei werden unter anderem landschaftliche Aspekte, Denkmalschutz, sowie ggf. erweiterte Abstände zur Wohnbebauung und die Landschaftsschutzgebiete geprüft und abgewogen. Bei der Ermittlung der genauen Windstärke werde zwar grundsätzlich der Bayerische Windatlas zu Grunde gelegt, allerdings hält, Bürgermeister Johann Thurner die Angaben teilweise für unzureichend und ungenau. So seien beispielsweise bei den Windmessungen die Waldflächen unberücksichtigt geblieben. Auch wie stark der Wind in gewissen Höhen sei, wurde nicht exakt ermittelt, sondern nur „hochgerechnet“. Daher werden die Stadtwerke Fürstenfeldbruck, die bei Mammendorf ein Windrad aufstellen möchten, die Windstärke messen. Das Ergebnis soll Ende März vorliegen, informierte Turner. Die Feinuntersuchung werde natürlich die potentiellen Standorte für Windenergieanlagen verringern, aber die angedachte Anzahl von 25 Windrädern, die sich einmal im Landkreis drehen sollen, um sauberen Strom zu erzeugen, dürften dadurch nicht in Gefahr geraten. Für die dann verbleibenden Bereiche erstellen die Städte und Gemeinden des Landkreises (mit Ausnahme von Althegnenberg) unter der Koordination des Landratsamtes einen gemeinsamen interkommunalen sachlichen Teil-Flächennutzungsplan. Die Planungskosten werden als Zuschuss im Programm „Förderung von modellhaften Planungen und Untersuchungen“ des Freistaates Bayern gefördert. F

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