Unternehmensgruppe der Raiffeisen und Volksbanken Touristik zählt zu den Marktführern bei Iran-Reisen – Große Nachfrage 

 Touristen erobern den Iran

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Die Lotfollah Moschee am Imam-Platz in Isfahan.

Olching/ München – Die Aussicht auf Einigung im Atomstreit hat die Nachfrage nach Reisen in den Iran noch mehr befeuert. Das bestätigt auch der Olchinger Albert Schmidhofer , ein früherer Bankangestellter, der auch im Ruhestand für seinen damaligen Arbeitgeber, die VR-Bank Fürstenfeldbruck eG, zweimal pro Jahr Reisen plant und weltweit mit Reisegruppen unterwegs ist. Im vergangenen Jahr besuchte er zum ersten Mal den Iran, wo die Unternehmensgruppe der Raiffeisen und Volksbanken Touristik, zu der auch GEO Reisen gehört, zu den Marktführern zählt.

 

„Reisen mit der RV-Touristik dienen vor allem der Kundenbindung,“ sagt Michael Kaufmann, Abteilungsleiter für Gruppenreisen der Raiffeisen und Volksbanken Touristik in München, die für die Organisation verantwortlich ist. Man reist gut organisiert, aber eher familiär  – Kunden der jeweiligen regionalen Bank sind dabei unter sich. Nach dem Flug ins jeweilige Zielgebiet warten studierte Reiseleiter mit guten Deutsch-Kenntnissen und bequeme Busse auf die Brucker Reiseklientel. Gerade ist Albert Schmidhofer mit seiner Ehefrau von einer Tour aus Sri Lanka zurückgekehrt, die er für seine Touristik-Gruppe mit geplant und begleitet hat. Der Olchinger  hat schon während seiner 40-jährigen beruflichen Tätigkeit  für die VR-Bank in Fürstenfeldbruck Beruf und Reiselust perfekt unter einen Hut gebracht. Er hat von Anfang an auch Reisen für die Touristiksparte seiner Bankengruppe  ausgearbeitet, und ist deswegen viel herumgekommen, angefangen von Europa über die USA, Israel, Norwegen, Montenegro und vielen anderen begehrten Zielen. Als nächstes steht das Trendziel Island auf dem Plan.

Albert Schmidhofer, früher 40 Jahre für die VR-Bank in Fürstenfeldbruck tätig, organisiert im Ruhestand zweimal im Jahr Reisen für Kunden der Bank. Das Foto zeigt ihn während der Iran-Reise. 

Dass die Touristik-Gruppe seit Jahren Israel und gleichzeitig den Iran anbietet, sei für Reiseunternehmen überhaupt kein Problem, betont Schmidhofer. Höchstens bei den Ausweispapieren könnte es Schwierigkeiten geben: In Israel wird zwar seit kurzem kein Einreisestempel mehr in die Ausweispapiere gestempelt, aber wer noch einen älteren Pass mit solchen Stempeln benutzt, dem ist die Einreise in die Islamische Republik Iran verwehrt. Auch Schmidhofer musste sich aus diesem Grund einen Zweit-Pass zulegen, als er 2014 mit einer Gruppe zu einer Tour durch den Iran startete.  

Schmidhofer beobachtet die weltweite politische Lage – wie die gesamte Reisebranche – sehr genau, und er verfolgt die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes. Seine erste Iran-Reise verlief nach seinen Worten „komplikationslos“. Noch heute schwärmt der Olchinger von der Architektur, der Geschichte und der Kultur des Iran, von der bekömmlichen persischen Küche und den „aufgeschlossenen, freundlichen Menschen“. Aufgefallen war ihm, dass die Bekleidungsvorschriften sichtbar lockerer geworden sind, die Schals und Tücher bunter, die Tücher den Haaransatz der Frauen nicht mehr verdecken. Die – überwiegend junge iranische Bevölkerung – begegne Fremden sehr höflich: „Viele Menschen versuchten mit ein paar englischen Sätzen mit unserer Gruppe ins Gespräch zu kommen.“

Das bestätigt auch der Iran-Reise-Experte Michael Kaufmann: „Unsere mitreisenden Frauen erzählten, dass ihnen in den Waschräumen Iranerinnen freundlich behilflich waren, die Schals korrekt um den Kopf zu schlingen.“ Alle deutschen Mitreisenden, die anfangs noch ein „beklommenes Gefühl hatten“ wegen ihrer individuellen Vorstellungen von der Islamischen Republik seien innerhalb von zwei Tagen gelöst und heiter gewesen, sagt Kaufmann. 

Der Flug mit Turkish Airlines führte via Istanbul  nach Shiraz (andere renommierte Fluglinien, wie die  Lufthansa bedienen z.B. die Route Teheran).  

In Shiraz  standen der Besuch des Grabmals von Kyros II. , der ein Reich von Palästina bis Indien regierte und Persepolis auf dem Programm. Dann ging es auf alten Karawanenwegen weiter nach Yazd, einer typischen Oasenstadt, und nach Isfahan, die prunkvolle Stadt der Safawiden,  ein UNESCO-Weltkulturerbe, mit dem armenischen Viertel und vielen prachtvollen Moscheen  und schließlich  in die Hauptstadt Teheran mit Besichtigung des  Nationalmuseums  und Saadabad, der  Sommerresidenz  des  Sha und des Weißen Palastes, einst Empfangspalast von Reza Shah.  An diese Epoche  erinnern  sich viele ältere Deutsche auch wegen des Schicksals der deutsch-persischen Ex-Kaiserin Soraya, die kinderlos geblieben war.

Das Olchinger Ehepaar Schmidhofer vor historischer Kulisse im Iran. 

Aktuell werde zwar im Zuständigkeitsbereich der VR-Bank Fürstenfeldbruck noch keine weitere Iran-Reise geplant, aber Schmidhofer hat das Land nicht „aus den Augen verloren“. 

RV-Touristik-Tochter GEO Reisen bieten den Iran schon seit 25 Jahren für ein breites Publikum an. Seit der Aussicht auf Einigung im Atomstreit sieht man am Standort Salzburg „Positive Effekte auch für die Reisebranche“,    betont  Mag. Patrik Weitzer, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe. „Dass aber die Entwicklung des Iran langfristig positiv verläuft und eine Annäherung mit dem Westen tatsächlich möglich scheint, hat uns überrascht. Dies wirkt sich deutlich für das Reisegeschäft in den Iran aus und wir haben aktuell Rekordabreisezeiten, die es die letzten 25 Jahre nicht gegeben hat.“ Seit 2004 reisten mit GEO Reisen und der Unternehmensgruppe Raiffeisen- und Volksbanken Touristik und PrimaTours mehr als 10.000 Gäste in den Iran - mehr als mit jedem anderen Reiseveranstalter im deutschsprachigen Markt.

Wenn es Ende Juni wirklich zur angestrebten Einigung käme, so Weitzer, würden zahlreiche Wirtschaftssanktionen, die den Geldverkehr, das Kreditwesen und die Beschaffung von Gütern für die Iraner stark einschränken, fallen. Bisher ist im Iran z.B. der Einsatz von Kreditkarten nicht möglich, der Tourist muss Bargeld mitnehmen und es in die Landeswährung umtauschen.  

Der österreichische Geschäftsführer: „In den reglementiertesten Zeiten konnten nicht einmal Ersatzteile für Flugzeuge auf ordentlichen Wegen beschafft werden. Das war unserer Meinung sehr fahrlässig und das führte auch dazu, dass die Sicherheit der iranischen Fluggesellschaften darunter gelitten hat. Das hat sich seit der Rücknahme erster Sanktionen schon deutlich gebessert und wir hoffen, dass auch die Inflation im Iran gestoppt werden kann.“ 

Und die Branche hofft noch auf mehr: Dass auch die Iraner eines Tages wieder frei in Länder ihrer Wahl reisen können. 

Hedwig Spies

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