Ein Jahr am Limit in der sibirischen Wildnis

„Bei der Ankunft stand schon der erste Braunbär am Seeufer.“ Ein Jahr in einer Jurte in der sibirischen Wildnis - das hat der Wechinger Elektrotechniker Werner Beck erlebt, ein paar Monate hatte ihn auch seine Frau Herta begleitet. Jetzt berichtet das Ehepaar live in einer Multivisionsschau über das „Abenteuer Baikal - 1 Jahr am Limit“ im Brauhaus Fürstenfeldbruck. Termin: 25. Januar, 19 Uhr.

Schafft es ein zivilisierter Mensch, ohne Supermarkt, Fernsehen und Handy ein Jahr in der unwirtlichen Gegend um den Baikalsee zu leben, mitten in der Wildnis? Diese Frage wollten Herta und Werner Beck praktisch am eigenen Leib beantworten. Sie büffelten Russisch, und im April 2007 zogen sie mit Sack und Pack gen Baikalsee. Die Ausrüstung stellten sie nach und nach in Russland zusammen: ein Feuerofen wurde zusammengeschweißt, eine „Jurte“ (runde Filz-Hütte mittelasiatischer Nomaden) wurde organisiert und auf dem Seeweg in den Nationalpark am Baikalsee transportiert, Anglerzubehör beschafft. Danach war das Ehepaar wochenlang beschäftigt mit dem Aufbau der Jurte, mit dem Anlegen von Räuchervorrichtungen und dem Anpflanzen von Rapunzelsalat, Radieschen und sogar Tomaten. Einer besonderen Herausforderung stellte sich Werner Beck: Er ist Diabetiker und auf Insulinspritzen angewiesen. Nur zweieinhalb Monate lang ist am Baikalsee die Witterung gnädig, danach beginnt ein harter Winter mit 40 Minusgraden. „Also habe ich mein Insulin im Baikalsee versenkt, natürlich mit einem Schutz vor den verspielten Robben. " Die dicke Eisdecke verhinderte, dass das lebenserhaltende Medikament einfrieren konnte." Vor dem Schneefall suchen die Braunbären, die anfangs nachts durch lautes Gebrüll demonstrierten, wer hier der Hausherr ist, ihre Höhlen zum Winterschlaf auf. Doch das Geheul der Wölfe war in den Nächten allgegenwärtig, wenn Beck im Kerzenschein, dick vermummt am Feueröfchen in der Jurte seine mitgebrachten Bücher las. Seine Frau Herta hatte via Satelliten-Telefon bei Rangern (das einzige Zugeständnis an die moderne Technik) erfahren, dass die Tochter in Deutschland inzwischen einem freudigen Ereignis entgegensah und reiste zurück um den neugeborenen Enkel zu sehen. Werner Beck harrte aus - bis Mai 2008. Auch eine russische Zeitung berichtete voller Anerkennung und Respekt über das mutige „Experiment“ des deutschen Ehepaares. Beck: „Es sind die kleinen und einfachen Dinge, die das Leben bereichern.“ Im übrigen: Die natürliche Ernährung mit Fisch, selbst gebackenem Brot und selbstgezogenem Gemüse wirkte sich sehr positiv auf die gesundheitliche Verfassung aus. Diabetiker Beck: „Mein Arzt sagte nach meiner Rückkehr, dass er noch nie einen Patienten mit derart guten Blutwerten in seiner Praxis gesehen habe.“ Karten für den Multimediavortrag „Abenteuer Baikal - 1 Jahr am Limit“ , Festhalle Brauhaus FFB, beim KREISBOTEN FFB, Tel. 08141/4016410.

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