20 Jahre Mauerfall - Zeitzeuge hält Vortrag an der Offizierschule der Luftwaffe

Am 9. November 2009 haben Bundespräsident Horst Köhler und Kanzlerin Angela Merkel den 20. Jahrestag des Mauerfalls in einer Feier am Brandenburger Tor in Berlin als Epochenwende und Wunder in der jüngsten deutschen Geschichte gewürdigt. Die Offizierschule der Luftwaffe (OSLw) nahm diesen Tag zum Anlass, im Rahmen der politischen Bildung eine Vortragsveranstaltung durchzuführen. Mit dem ehemaligen Journalisten Dr. Peter Jochen Winters konnte man dazu einen Referenten gewinnen, der die Ereignisse vor 20 Jahren als Zeitzeuge vor Ort erlebt hat.

09.11.1989: Im vollbesetzten Ludger-Hölker Saal der OSLw schilderte Dr. Winters die dramati-schen Ereignisse der letzten Tage vor dem Mauerfall und den Mauerfall selbst am 9. November 1989. Dabei unterstrich er seine detaillierten Ausführungen immer wieder mit persönlichen Eindrücken. So fand er die Entscheidung von Oberstleutnant Harald Jäger, die Grenze an der Bornholmer Brücke gegen 23:20 Uhr komplett zu öffnen, mutig. „Denn er wusste ja nicht, welche Folgen dies für ihn haben würde“, so Dr. Winters, „die DDR existierte ja noch“. „Letztendlich war damit aber die Mauer gefallen und der Weg in die deutsche Wiedervereinigung war frei.“ „Ein langwieriger Prozess, der mit der Wahl von Michail Gorbatschow zum sowjetischen Staatspräsidenten 1985 begann“, so Dr. Winters. Im weiteren Verlauf seines Vortrages spannte er den Bogen von eben 1985 über die Grenzöffnung Ungarns nach Westen 1989 bis hin zum 4. November 1989, als auf dem Berliner Alexanderplatz die größte nichtstaatliche Massenkundgebung in der Geschichte der DDR statt fand. Zum Abschluss des Vortrages stellte sich Dr. Winters noch den zahlreichen Fragen des Auditoriums. Man merkte ihm deutlich an, das ihn die historischen Ereignisse von damals auch heute noch lebhaft beschäftigen. „Es tut mir leid, dass ich den Vortrag zeitlich so überzogen habe, aber wenn ich über diese Ereignisse ins Reden komme, vergesse ich schon einmal die Zeit“, so Dr. Winters abschließend. Zur Person: Dr. Peter Jochen Winters, 1934 geboren, ist langjähriges Mitglied im Arbeitsaus-schuss der Stiftung Topographie des Terrors. Von 1968 bis 1999 war er Redakteur bei der „Frankfurter Allgemeinen“, davor war er bei der Wochenzeitung „Christ und Welt“ beschäftigt, für die er u.a. über den Auschwitz-Prozess berichtete. Für diese Berichterstattung erhielt er 1965 den Deutschen Journalistenpreis.

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