Sonderausstellung mit Leihgaben bis 1. Februar im Jexhof zu sehen

Holzspielzeug aus dem Erzgebirge eroberte die Welt

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Eine Krippe aus dem Erzgebirge in der Sonderausstellung des Jexhofs.

Schöngeising – Zu einer einzigartigen Sonderausstellung, die so ganz in die Weihnachtszeit passt, lädt das Bauernhofmuseum des Landkreises Fürstenfeldbruck am Jexhof bei Schöngeising ein. Unter dem Motto „Die Welt der Kleinen – Spielzeug aus dem Erzgebirge“ stellt das Museum seit  5. Dezember bis zum 1. Februar 2015 eine Auswahl von filigranem und farbenfrohem Spielzeug aus.

Jexhof-Museumsleiter Dr. Reinhard Jakobs (li.) freut sich über die Leihgaben von Norbert Kutta aus Garching.

Ein Besuch der Ausstellung ist ein Erlebnis für die ganze Familie. Ermöglicht hat die Ausstellung, die die stellvertretende Landrätin Martina Drechsler und Museumsleiter Dr. Reinhold Jakob am 4. Dezember im Rahmen einer kleinen Feierstunde eröffneten, Norbert Kutta aus Garching. Der dortige Leiter der Musikschule und Musiklehrer sammelte als Kind bereits Muscheln und Käfer, und seit etwa 40 Jahren Spielzeug, vorwiegend aus Holz, Krippenfiguren und andere Dinge, an denen er sich erfreut und weil er „in ihnen einen bleibenden Wert“ erkennt. 

Als kleiner Junge spielte der gebürtige Berliner – damals noch in Berlin – mit einer alten Puppenstube, die war aber für die Wohnung zu groß. Deshalb gab sie die Familie in eine Ausstellung vom Museum für deutsche Volkskunde, heute Museum Europäischer Kulturen. Dort durfte er mit ins Depot und half Ausstellungen aufbauen. Mit seinem erworbenen Wissen machte er eine eigene Sammlung auf – mit Exponaten, die er im Laufe der Jahre auf Trödelmärkten und auf Reisen erwarb. Heute kann Kutta 200 Jahre Historie des Spielzeugs von 1800 bis 2012 dokumentieren. 

Über tausend Objekte umfasst inzwischen seine Sammlung, aus der eine besondere, umfangreiche Auswahl nun im Jexhof gezeigt wird. Wie das Holzspielzeug aus dem Erzgebirge seinerzeit seinen Siegeszug um die Welt angetreten hat, darüber informierte Dr. Albrecht Kirsche, der eigens aus Dresden zur Ausstellungseröffnung angereist war. So erfuhren die Besucher und Gäste der Eröffnungsausstellung von dem im kleinen Spielzeugort Seiffen im Erzgebirge aufgewachsenen Dr. Kirsche, dass zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als der Bergbau immer weiter zurückging, aus ehemaligen Bergleuten Spielzeugmacher wurden. Bei dem Holzreichtum des Erzgebirges lag es nahe, sich mit dem Drechseln und Schnitzen das finanzielle Überleben zu sichern. Erzgebirgisches Spielzeug wurde zum selbstverständlichen Bestandteil des Spielzeugangebots in ganz Deutschland. Ja, sogar bis nach Amerika fanden die meist aus Holz hergestellten Spielsachen ihren Absatz. Ein Einbruch erfolgte, als die USA im Jahre 1905 Zoll erhoben. Die Miniaturisierung des Spielzeugs war die Folge, berichtete Dr. Kirsche. Dazu gesellte sich Konkurrenz aus Japan und auch das Blechspielzeug beispielsweise aus Nürnberg wurde zu einer großen Konkurrenz. Ein Boom setzte nach der Wende ein, der sich ab 2000 wieder normalisierte. Im kleinen Ort Seiffen existierten während der DDR-Zeit drei Läden, jetzt sind es aber noch um die 40 Läden. Die Spielzeugausstellung ist Dienstag bis Samstag von 13 Uhr bis 17 Uhr (Montag Ruhetag – außer an Feiertagen), Sonn- und Feiertage von 11 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Heiligabend und Silvester ist geschlossen. Im Jexhof-Stüberl sorgen die Wirtsleute mit Kaffee und Kuchen, Getränken und leckeren Gerichten für das leibliche Wohl der Besucher. 

Dieter Metzler

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