Thema Flucht, Flüchtlinge und ihre Habseligkeiten. Von 1945 bis heute - Im Bauernhofmuseum Jexhof  bis zum 6. November  - DDR-Teddybären

Eine Brücke zu den heutigen Flüchtlingen

Teddybären gehörten zu den Habseligkeiten die die Familie von Christa Geiger (2.v.l.) bei ihrer Flucht aus der DDR retten konnten. Zu sehen sind sie bei der Sonderausstellung im Jexhof. Mit auf dem Bild sind (v.l.) die stellvertretende Landrätin Martina Drechsler, Ruth Strähhuber, die die Ausstellung konzipiert hat und Museumsleiter Reinhard Jakob. Foto: Daschner

Jexhof – Dem Thema Flucht kann man sich dieser Tage nur schwer entziehen. Doch nicht nur die vielen Flüchtlinge, die im vergangenen Jahr nach Deutschland kamen, kennen das Gefühl, ihre Heimat verlassen zu müssen. Die Ausstellung „Flucht. Flüchtlinge und ihre Habseligkeiten. Von 1945 bis heute“ im Bauernhofmuseum Jexhof schlägt die Brücke  von den Heimatvertriebenen des Zweiten Weltkriegs zur heutigen Situation. 

 Ein Koffer, eine alte Spieluhr, ein Teddybär oder ein Mariengemälde, das einst ein Hochzeitsgeschenk war: Die Habseligkeiten, die Menschen auf der Flucht retteten sind vielfältig. Das zeigt auch die Ausstellung im Jexhof. Alte Teddybären stellte beispielsweise die heutige Germeringerin Christa Geiger für die von Ruth Strähhuber vom Jexhof gestaltete Ausstellung zur Verfügung.

 Geigers Eltern mussten aus der damaligen DDR flüchten, als sich ihr Vater weigerte, von der SPD zur SED zu wechseln. Die Teddys hatte die Mutter per Paket an den Bruder ihres Ehemanns ins Westdeutschland geschickt und so gerettet. „Flüchtende hatten nicht nur ihre Traumata im Gepäck, sondern auch Habseligkeiten, die wichtig waren oder eine persönliche Bedeutung für sie hatten“, sagt die stellvertretende Landrätin Martina Drechsler bei der Vernissage. Durch die Ausstellung würde aus dem namenlosen Flüchtling ein Mensch, mit dem man mitfühlen kann. „Sollte die Ausstellung dazu beitragen, dass sich die heutigen Flüchtlinge hier heimischer fühlen, wäre das sehr schön“, sagte Drechsler weiter.

 Die Ausstellung zeigt nicht nur die Habseligkeiten, sondern erzählt auf Texttafeln die Geschichte der Menschen dahinter.

Zu sehen ist alles bis zum 6. November während der regulären Öffnungszeiten des Museums, Dienstag bis Samstag von 13 bis 17 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr.

Andreas Daschner

 

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