Landrat Karmasin eröffnete Sonderausstellung zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs am Jexhof 

"Großer Krieg und kleines Dorf"

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: v. li. Museumsmitarbeiterin Ruth Strähhuber, Landrat Thomas Karmasin, Museumsleiter Dr. Reinhold Jakob und Sparkassenvorstandsmitglied Dr. Peter Harwalik bei der Besichtigung der Ausstellung. 

Schöngeising/Jexhof  – Mit einer kleinen, aber einfühlsamen Sonderausstellung „Großer Krieg und kleines Dorf“ dokumentiert das Bauernhofmuseum Jexhof bei Schöngeising im Handwerkerstadel den Ausbruch des Ersten Weltkriegs, wie er sich im Brucker Landkreis abspielte. Landrat Thomas Karmasin eröffnete in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste die Ausstellung am Abend des 18. Juli.

Auch wenn die Eröffnung im Freien äußerlich mehr an eine Biergarten-Atmosphäre erinnere, so sei doch innerlich das Thema sehr ernsthaft, meinte Karmasin. 40 Staaten nahmen am Ersten Weltkrieg teil, der am Ende 17 Millionen Menschenleben gefordert hat. Auch wenn der Zweite Weltkrieg uns näher liege, so der Landrat, so sei es doch interessant, den Blick weiter zurück auf diesen vor 100 Jahren ausgebrochenen Krieg zu richten, zumal die Entstehungsgeschichte viel komplexer sei, als die des Zweiten Weltkriegs. Auch aufgrund der vielen Kriegsherde in unmittelbarer Nachbarschaft lohne es sich, solche Kriege einmal näher zu beleuchten. 

Feldpostkarten sind in der Ausstellung ebenfalls zu sehen. 

Weltkrieg-Ausstellungen gebe es viele, meinte Museumsleiter Dr. Reinhold Jakob, doch weil der Erste Weltkrieg von den Historikern als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnet wurde, könne man auf die Ausstellung nicht verzichten. Und zeitlich sei das Ereignis auch noch nicht so weit weg. Er könne sich noch gut an die Kriegsgeschichten seines Großvaters erinnern. Die Ausstellung auf dem Bauernhofmuseum gehe der Frage nach, wie sehr der Erste Weltkrieg auch auf dem Land zu spüren war. Am Beispiel des Brucker Landkreises versucht die Ausstellung die sogenannte „Heimatfront“ plastisch werden zu lassen, nicht die Front weit draußen auf dem Schlachtfeld. Was bedeutete es, wenn aus jedem Dorf die wehrfähigen Männer in den Krieg zogen und dafür russische Kriegsgefangene in den Dörfern die Landwirtschaft aufrecht erhielten, fragte Dr. Jakob in die Runde. Er hoffe, dass vor allem junge Menschen die Ausstellung besuchen.

 Man habe viel beeindruckendes Material zusammentragen können, berichtete Dr. Jakob, vom damaligen Bezirksamt Bruck, aus Mammendorf, Maisach, Türkenfeld, Rottbach und Malching. Vieles ist davon erstmals zu sehen. Es wurde ansprechend aufgearbeitet und präsentiert. Ein großes schwarzes Netz symbolisiert die Front, dahinter hängen Fotos von Kriegsteilnehmern und Gefallenen aus Malching. Museums-Mitarbeiterin Ruth Strähhuber hat die Ausstellung konzipiert. Geöffnet ist die Ausstellung bis zum 2. November an den üblichen Öffnungstagen von Dienstag bis Samstag jeweils von 13 Uhr bis 17 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 11 Uhr bis 18 Uhr (außer an Allerheiligen). Drei weitere Veranstaltungen, die sich mit dem Ersten Weltkrieg auseinandersetzen, finden noch statt: 13. September führt Kreisheimatpfleger Toni Drexler eine Führung zu vier kulturhistorischen Kriegerdenkmälern durch; am 10. Oktober lädt das Brucker Forum zu dem Thema „Lasst Quellen sprechen: 1914 – der große Krieg“ zu einer Veranstaltung auf dem Jexhof ein und am 25 Oktober lesen Annemarie und Alfons Strähhuber aus dem Tagebuch des Kriegsteilnehmers Matthias Schiffmann „Selbsterlebtes während des Weltkriegs 1914 – 18“ vor. 

Dieter Metzler

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