Landrat Thomas Karmasin eröffnete eine außergewöhnliche Ausstellung mit Objekten des Maskenmuseums

Masken, Perchten - Butzen - Habergeis - neue Jexhof-Ausstellung 

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Landrat Karmasin (li.) zeigte sich amüsiert vom Auftritt von Museumsleiter Dr. Reinhard Jakob (re.)

Schöngeising/Jexhof – Nach den Sonderausstellungen „Geburt und Tod im Brucker Land“ und „Der Schinderhannes – Schurke oder Held?“ veranstaltet das Bauernhofmuseum Jexhof des Landkreises Fürstenfeldbruck zum Jahresausklang eine weitere Sonderausstellung „Masken, Perchten – Butzen – Habergeis“, die Landrat Thomas Karmasin am 5. Dezember eröffnete.

 Die Ausstellung läuft bis zum 2. Februar 2014 und ist jeweils von Dienstag bis Samstag von 13 Uhr bis 17 Uhr (montags Ruhetag, außer an Feiertagen) und sonn- und feiertags von 11 Uhr bis 18 Uhr (Heiligabend und Silvester geschlossen) zu sehen. Mit der Ausstellung präsentiert das Bauernhofmuseum achtzig handgemachte außergewöhnliche Objekte vom Maskenmuseum Diedorf bei Augsburg, aus der mit 6.000 Masken weltweit größten Privatsammlung getragener Masken. Die Ausstellung bietet einen Überblick über das Maskenbrauchtum vor allem aus dem altbayerisch-schwäbischen Raum. Der Zeitpunkt der Ausstellung ist gut gewählt, blüht doch gerade vom Martinstag bis zum Beginn der Fastenzeit das traditionelle Maskenbrauchtum im Gebiet der Alpen und im Voralpenraum auf. Es beginnt mit dem Krampusläufen vor Weihnachten. In der Zeit der Rauhnächte ist es die Vertreibung der Wintergeister, besonders beim Perchtenlauf, wo schöne und wilde Larven verwendet werden. Und schließlich folgen die Rituale des Faschings, deren wichtigstes Requisit die Maske ist. „Da ergibt sich die Möglichkeit, zu sein, was man gern sein möchte, aber nicht sein kann“, meinte Karmasin bei der Eröffnung der Ausstellung vor zahlreichen Gästen.

 „Wer nicht weiß, dass er eine Maske trägt, trägt sie am vollkommensten“, zitierte Karmasin dazu eine Aussage von Theodor Fontane. Wie ein zweites Gesicht macht die Maske den Wechsel in eine andere Rolle möglich. Sie verschafft ihrem Träger ein Stück Freiheit für ein zeitlich begrenztes Ritual, in dem Bedürfnisse und Fantasien ausgelebt werden können. Als die „grusligste Ausstellung, die wir je eröffnet haben“, bezeichnete Museumsleiter Dr. Reinhard Jakob die Sonderausstellung. „Wann könnte man eine Ausstellung dieser Art besser eröffnen, als am 5. Dezember, wo bereits der Krampus schon unterwegs ist?“ ging Dr. Jakob auf die historische Entwicklung des Brauchtums ein, um später gemeinsam mit der Ausstellungsgestalterin Ruth Strähhuber, sowie Annemarie Strähhuber und Erika Schad im Rahmen einer kleinen Aufführung, die Masken sprechen zu lassen. 

Am Vorabend des Nikolaustages durfte zum Abschluss der Eröffnungsfeier ein Auftritt des Nikolauses natürlich nicht fehlen, den Alfons Strähhuber verkörperte. Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnungsfeier von den Kindern der Heinrich-Scherrer-Musikschule aus Schöngeising. Michael Stöhr, der die Masken aus seiner Privatsammlung zur Verfügung stellte, stand den Besuchern anschließend beim Rundgang durch die Ausstellung zur Verfügung. Er wusste über jede Maske etwas zu berichten. 

Die Kinder der Heinrich-Scherrer-Musikschule, die in ein Katzenkostüm tauchten, zeigten keine Furcht vor den gruseligen Masken

 Ein umfangreiches Begleitprogramm rundet die Sonderausstellung ab. Am 16. Dezember führt das Museum von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr ein Kinderprogramm durch, bei dem Masken gebastelt und Geschichten gehört werden. Am 4. Januar 2014 wird bei einem Geschichtenabend (Beginn 19 Uhr) mit den „Mundartlern“ das Thema „Schene und wuide Larven“ beleuchtet. Am 10. Januar findet nochmals ein Bastelnachmittag (14.30 Uhr bis 17.30 Uhr) für Kinder statt. Am 18 Januar referiert Michael Stöhr, Leiter des Maskenmuseums Diedorf zum Thema „Persona und Prosopon – Schau- und Versteckspiel hinter den Masken“. Am 25. Januar können Jugendliche und Erwachsene von 13 Uhr bis 17 Uhr eigene Masken bauen, und am 2. Februar findet zum feierlichen Abschluss eine Finissage mit Michael Stöhr über Ursprünge und Erscheinungsformen des alpenländischen Maskenbrauchtums (Beginn 18 Uhr) statt. 

 Dieter Metzler

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