Junger "Tüftler" aus Mammendorf Philipp Kerth vom Gymnasium Olching war unter den bayerischen Siegern bei "Jugend forscht"

"Jugend forscht": Für den Bundeswettbewerb qualifiziert

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Philipp Kerth aus Mammendorf hat sich beim Landeswettbewerb „Jugend forscht“ erfolgreich gegen die Konkurrenz durchgesetzt.

Mammendorf – Der Mammendorfer Philipp Kerth vom Gymnasium Olching zählt mit zu den elf bayerischen Siegern beim diesjährigen Landeswettbewerb „Jugend forscht“. Am 27. März wurde der junge Tüftler beim Festakt in Regensburg von Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich (CSU) für sein Projekt „Grätzelzelle Advanced Edition – Der Veganer der Energieerzeugung“ ausgezeichnet. Der Preis umfasst ein Forschungspraktikum am Munich-Centre for Advanced Photonics und den Buchpreis Physik der Hermann Gutmann Stiftung. Der 18-jährige Kerth hat sich zugleich für den Bundeswettbewerb vom 26. bis 30. Mai in Ludwigshafen qualifiziert.

 „Ich gebe zu, der Titel meines Projektes klingt etwas sperrig“, sagte der Mammendorfer, der sich momentan auf sein Abi vorbereitet, das am 30. April beginnt. In seiner im Fachgebiet Physik angesiedelten Arbeit setzte sich der Schüler mit der kritischen Betrachtung der Potentiale und einer Verbesserung der Grätzelzelle auseinander. Die Facharbeit eines Mitschülers am Olchinger Gymnasium hatte sein Interesse und zugleich seinen Ehrgeiz geweckt. Recht schnell habe er erkannt, dass die Erfindung des Schweizers Michael Grätzel, die Lichtenergie in elektrische Energie umwandelt, erheblich verbesserungsfähig sei. So verfüge die Zelle beispielsweise nur über eine geringe Lebensdauer und eine geringe Leistung. Wenn man die herkömmliche Solarzelle als „Vegetarier“ bezeichnen würde, dann wäre die verbesserte Grätzelzelle ein „Veganer“, spielte der Gymnasiast auf die zentrale Veränderung der Zelle bei seinem Projekt an.

 Er verwende getrockneten Hibiskus, den er sich aus der Apotheke besorge, berichtete Kerth. „Eigentlich handelt es sich beim Farbstoff um Tee in hoher Konzentration, den ich für die Solarzelle verwende“, klärte Kerth auf. Bei der Grätzelzelle handelt es sich um eine Farbstoffsolarzelle, die das Prinzip der Photosynthese annähert. Wie eine Pflanze wandelt sie Licht mit Hilfe eines natürlichen Farbstoffs in Energie um. „Sie betreibt, vereinfacht ausgedrückt, technische Photosynthese und gilt als eine ökologischere Alternative zur herkömmlichen Silizium-Solarzelle“, erklärte der Mammendorfer, dem es mit seinem Projekt gelang, die Energieausbeute durch Beschränkung des Spektralbereichs des auftreffenden Lichts und Modifizierung des Farbstoffes der Zellen zu steigern. Sein Interesse für das „Naturwissenschaftliche“ sei bei ihm schon immer groß gewesen, erzählte Kerth, dem bei aller Tüftelei noch Zeit zum Schlagzeug und Basketball spielen bleibt, aber so richtig ernsthaftes Interesse kam ab der neunten Klasse auf. Nach dem Abi werde er an der Technischen Universität in München Physik studieren. Er könnte sich eine Tätigkeit in der Forschung vorstellen, aber auch einen Wechsel in die Astronomie. Der Standort München sei ideal, so Kerth, egal, ob in der Forschung oder in der Industrie. Am bundesweiten Wettbewerb von „Jugend forscht/Schüler experimentieren“ messen sich jährlich „Nachwuchs-Wissenschaftler“ im Alter zwischen 15 bis 21 Jahren bei zehn Regionalwettbewerben, sowie auf Landes- und Bundesebene. In Bayern haben heuer beim 50. Jubiläums-Wettbewerb über 1.900 Schülerinnen und Schüler an „Jugend forscht“ teilgenommen. 

Dieter Metzler

 

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