Interview mit "Almighty Boards"

"Es ist ein ganz neues, einzigartiges Gefühl"

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Der Stand des jungen Unternehmens "Almighty Boards" auf der FFB-Schau in der Gröbenzeller Halle.
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Felix Brach (rechts) und Andi Mall führen vor, was auf dem DeepBalance SleckDeck alles möglich ist.
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Etwa so breit wie ein Snowboard, aber mit geschwungener Form: So sieht das Sleckdeck von Almighty Boards aus.
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Am See beim Slacklinen kam den vier Freunden die Idee zum Slackdeck. Heute zeigen sie ihr Können und die Vielfältigkeit ihrer Boards.
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Mit dem Slackdeck von Almighty Boards ging es sogar schon einmal übers Wasser.

Olching – Vier Freunde aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck sind die „Jungunternehmer 2015“. Sie kamen beim Bayrischen Gründerpreis unter den drei besten Unternehmen Bayerns in der Kategorie Konzept. Auf der FFB-Schau in Olching stellten sie sich - „Almighty Boards“ - und ihre Bretter vor. Dem KREISBOTEN erzählen zwei der Freunde, der 24jährige Felix Brach aus Adelshofen und der 24jährige Andi Mall aus Fürstenfeldbruck, über ihren Weg zum Jungunternehmen und was ihre Boards besonders macht.

Kreisbote (KB): Herr Brach, Boards auf Slacklines, wie sind Sie und Ihre Kollegen darauf gekommen, diese zwei wackeligen Dinge zu verbinden?

Felix Brach: Wir vier, Sami, Sari, Andi und ich, waren 2014 am See Slacklinen. Das sind die Gurte, die oft zwischen den Bäumen gespannt sind. Wir waren alle mit dem Longboard dort. Irgendwann kam Sari auf die Idee, sein Longboard auf die Slackline zu legen und zu balancieren. Das hat schon ganz gut funktioniert, nur war das Erlebnis noch nicht perfekt. Die Rollen waren im Weg und haben sich immer mit der Line verfangen.

KB: Und wie kam es dann vom Longboard zum Slackdeck?

Felix Brach: Sari, Samis Bruder, hat drei Tage später den ersten Prototypen in seiner Werkstatt gebaut. Er war schon immer handwerklich begabt und hat zudem Holzbau studiert. Mit diesem Prototypen haben wir dann allerhand auf der Slackline ausprobiert, bis das Board schließlich gebrochen ist. Dennoch haben wir die Idee immer weiter entwickelt. Es hat nicht lange gedauert, da hat Sari das erste richtige Board entworfen. Seitdem ist auch kein Board mehr gebrochen.

KB: Vom Bastler zum Unternehmer, wie sah dieser Weg für Sie aus?

Felix Brach: Andi hat sich bei der IHK erkundigt, wie so eine Unternehmergründung abläuft. Der Berater fand unsere Idee so super, dass er meinte, wir müssen auf jeden Fall auf die Jungunternehmermesse. Also sind wir einfach ins kalte Wasser gesprungen und waren im Frühjahr dort und haben sogar die Auszeichnung „Jungunternehmer 2015“ gewonnen. Der Preis war dieser Stand bei der FFB-Schau. Als wir gewonnen haben, waren wir noch gar keine Unternehmer. Das haben wir dann nachgeholt. Mittlerweile kamen zum Slackdeck noch weitere Produkte sowie unsere Homepage dazu.

KB: Mit einer neuen Idee auf der Jungunternehmer-Messe, wie war das so?

Felix Brach: Wir haben für diese Messe zum ersten Mal als Team etwas organisieren müssen. Das hat uns schon viel geholfen. Außerdem bekamen wir dort sehr viel Feedback und Tipps. Wären wir nicht da gewesen, wäre das alles bei uns nicht so schnell gegangen. Mittlerweile waren wir schon auf mehreren Messen in ganz Deutschland.

KB: Wie sind die Aufgaben unter Ihnen aufgeteilt?

Andreas Mall: Sari, momentan Student, ist für die Entwicklung zuständig. Sami hat einen Bachelor in Sport- und Eventmanagement und ist für den Vertrieb zuständig. Ich habe eine Ausbildung zum Bankkaufmann gemacht und studiere gerade BWL und bin somit für die Finanzen und alles organisatorische zuständig.

Felix Brach: Ich bin Physiotherapeut und entwickle vor allem Trainingspläne für die verschiedenen Boards.

KB: Sie sind Freunde wie Geschäftspartner, geht das denn immer gut?

Felix Brach: Man darf sich gegenseitig nichts übel nehmen, wenn einer zum Beispiel einmal sagt ‚das hättest du besser oder anders machen können‘.

Andi: Doch wir haben die letzten eineinhalb Jahren gelernt damit umzugehen, und wir werden immer besser. Jetzt diskutieren wir alle verschiedenen Meinungen konstruktiv aus.

KB: Wie kamen Sie auf den Namen „Almighty Boards“?

Andreas Mall: Wir haben etwas gesucht, was das Gefühl beschreibt, wenn man mit dem Board auf der Slackline steht und Tricks macht. Und „almighty“, auf deutsch „allmächtig“, traf es ganz gut, weil es ein ganz neues, einzigartiges Gefühl ist.

KB: Was ist mit dem Slackdeck alles machbar?

Felix Brach: Mit dem Slackdeck das Fußhalterungen hat, können ähnliches Tricks wie beim Snowboard gemacht werden, also 180-Grad-Drehungen oder Saltos. Mit dem Deck ohne Halterungen sind Tricks möglich, die den von Skateboardern ähneln. Anfänger beginnen natürlich einfacher mit Gleichgewicht halten und kleinen Sprüngen.

KB: Was haben Sie neben dem Slackdeck nun noch im Angebot?

Felix Brach: Neben dem Slackdeck, das den Freestyle-Bereich abdeckt, haben wir das Balance Board entwickelt sowie ganz neu und erst vor einem Monat fertig geworden, das DeepBalance Slackdeck.

Andreas Mall: Das BalanceBoard gehört zum Bereich Gesundheitsmanagment für Firmen. Ein Board, ähnlich wie das Sleckdeck, wird auf einer Rolle balanciert. Das festigt vor allem die Rumpfmuskulatur und beugt Rückenschmerzen vor. Fünf bis 15 Minuten in der Mittagspause können schon Wunder wirken. Das DeepBalance Slackdeck gehört in den Gesundheitsbereich. Felix hat dafür eine Vielzahl an Übungen für alle Muskelgruppen kreiert.

Felix Brach: Wir werden jetzt anfangen, diese Idee an Physiotherapiepraxen und Fitnessstudios zu verkaufen. Das Board ist auf Gurte gespannt und kann an den Probanden angepasst werden. Je nachdem wie weit der Benutzer ist, kann die Stabilität des Boardes eingestellt werden. Je nach Übung kann das Gleichgewicht oder verschiedene Muskelpartien trainiert werden.

KB: Geben Sie denn feste Kurse für Ihre Boards?

Felix Brach: Am Sonntag um 19 Uhr trainieren wir immer im Viscardi-Gymnasium mit Freunden, Bekannten und neuen Gesichtern. Jeder der Übungen auf dem BalanceBoard ausprobieren will ist herzlich Willkommen. Außerdem ist unser Ziel mit dem TUS Fürstenfeldbruck ein regelmäßiges Training anbieten zu können. 2017 kann es soweit sein.

KB: Was sind Ihre Ziele für die Zukunft?

Felix Brach: Zunächst wollen wir unser Deep Balance Board vermarkten und hoffen natürlich, dass viele verschiedene Einrichtungen unsere Idee gut finden. Ein weit entferntes Ziel wäre, dass es unsere Slackdecks irgendwann auch in Sportgeschäften zu kaufen gibt. Außerdem planen wir unser eigenes kleines Event, an dem wir unsere Produkte vorstellen wollen. Zudem planen wir, irgendwann online alles anzubieten, was zum Lifestyle passt - Longboards, Caps, Pullis, Hängematten und vieles mehr. Ansonsten schauen wir, was die Zukunft noch so bringt.

Interview: Miriam Kohr

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