Das Klimakterium - Keine Krankheit - Olchinger Frauenärztin sprach im Brucker VA für das Ärztenetz FAEN

Die Frauenärztin Ilka Evers sprach im Brucker Veranstaltungsforum zum Thema der Wechseljahre. Foto: Günter Schäftlein

Die so genannten Wechseljahre beginnen nach einer statistischen Regel zwischen 45 und 50, verlaufen in den unbezifferten, aber häufigen Ausnahmen in Beginn und Dauer jedoch von Frau zu Frau sehr unterschiedlich. Ilka Evers unterstrich in ihren Ausführungen mehrfach, dass das biologisch bedingte Klimakterium keine Krankheit sei.

Die hormonelle Umstellung und neue Steuerung nach der Menopause würde für zwei Drittel der Frauen mit Beschwerden verbunden sein, bliebe aber „wie die Pubertät ein natürlicher Abschnitt im Leben einer Frau.“ Es ist wie die Bahnfahrt mit einem Zielbahnhof: Man kann nicht bei jeder xbeliebigen Station aussteigen. Das bedeutet jedoch je nach Verfassung und Vorleben Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Herzrasen, Schlafstörungen, Ängste, Depressionen, Reizbarkeit, Nervosität, endloses Grübeln, Gedächtnisstörungen, Libidoverlust, Harninkontinenz, partnerschaftliche Entfremdung. Aber auch positive Veränderungen wie „mehr Zeit für sich haben“, kein Energieverlust durch die Periode, Sexualität ohne Angst, neue Aufgaben, Statusgewinn. Bedingt sind die Auswirkungen weiblicher Wechseljahre durch den sich steigernden Östrogenmangel und damit verbundene Veränderungen im Körperaufbau, im Knochenstoff- und Fettstoffwechsel, im Gewicht und bei Haut und Haaren. Betroffen sind u.U. Brüste und Genitalien, Knochengewebe (Osteoporose = Knochenmasseverlust), das Blutfettprofil, die Fettleibigkeit, Gefäßverkalkung (Herzinfarkt/Schlaganfall), Haut-Elastizität und -alterung. Gegenzusteuern - außer mit einer angepassten Hormonbehandlung - wäre vor allem durch Verzicht: Auf Alkohol (hemmt die Fettverbrenung, fördert Übergewicht), zuviel Kaffee und Tee, zuviel tierische Fette, Sonne und körperliche Trägheit. Ersatzweise hierzu: Eine gesündere Ernährung mit mehr ungesättigten, pflanzlichen Fettsäuren, ein unbegrenzter Verbrauch von Gemüse, Obst und Sojaprodukten (schützt vor Krebs und Arterienverkalkung, Herzinfarkt und Übersäuerung, bringt Vitamine, Mineralien, pflanzliche Östrogene). Dazu ergänzend: Frische Luft und kalte Duschen, Entspannungsübungen durch tiefes Atmen zwischendurch, Sport und Sauna, Bewegung in vielen Lebenslagen: Fördert die Muskulatur, schützt die Knochen, ist gut für die Stimmung und für die Figur. Kleidung aus Naturfasern. Und für das innere Gleichgewicht: Für zufriedenstellende Lebensumstände sorgen, Klärung von Partnerschaftskonflikten, neue Aufgaben und Ziele. Arztgespräch suchen über eine begleitende Hormon-Substitution durch natürliches Progesteron, Hormonpflaster oder -spritzen: Sie bedeuten kein höheres Krebsrisiko. „Östrogene machen keinen Krebs!“ Allerdings dürfen Frauen mit noch vorhandener Gebärmutter keine Östrogen-Therapie durchführen. Nach statistischer Ermittlung bei 1000 Frauen zwischen 50 bis 70 Jahren entwickelte sich in 45 Fällen ein Brustkrebs, entsprechend ein Anteil von 4,5 Prozent. Ein weiterer statistischer Vergleich bei 1000 Frauen ab dem 50. Lebensjahr und bei einer 10jährigen Hormon-Substitution ergab an Erkrankungen 12 x Schlaganfall, 7 x Oberschenkelfraktur, 60 x Herzinfarkt. Die Referentin Ilka Evers, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, bevorzugt gegen klimaktorische Beschwerden eine ganzheitliche Behandlung: Nach Verträglichkeit auch chinesische Medizin, Kräutertherapie (agnus castus = Mönchspfeffer), Akupunktur und -pressur, Hydro- und Aromatherapien. „Man muß seine Lebensführung überdenken und umstellen. Yoga, Tai Chi und Qi Gong sind bis ins hohe Alter machbar. Was ja auch für die Männer gilt!“ Ihr Grundsatz lautet: „Jede Frau muß in diesem Lebensabschnitt für sich das Richtige herausfinden.“ FAEN ist das Fürstenfeldbrucker Ärztenetz und umfasst 60 niedergelassene Ärzte.

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